Bilderstrecke Umfrage zur Streckensperrung und zum SEV
Alicia Basner (26, Studentin aus Wuppertal): „Bei mir lief es eigentlich recht gut, weil ich es nicht weit habe. Ich wohne in Haan, und von dort ist der Bus nur zwei Stationen entfernt – dann bin ich schon in Wuppertal und kann zur Uni pendeln. Der Zug war in letzter Zeit eher unzuverlässig, deshalb finde ich den Schienenersatzverkehr für mich sogar ganz praktisch."
Aurora P. (25, Mediengestalterin aus Solingen): „Es ist schon sehr ärgerlich – vor allem für alle, die auf die Bahn angewiesen sind und viel pendeln müssen. Wir haben jetzt eine Stunde von Solingen nach Wuppertal gebraucht, und das war der ‚Schnellbus‘. Am meisten ärgert mich, dass es allgemein so lange dauert. Das geht jetzt schon einige Monate so, und ehrlich gesagt sehe ich kein Ende in Sicht.“
Marianne Miller (43, Lehrerin aus Köln): „Die Situation ist wirklich sehr schlimm. Ich arbeite hier in Wuppertal, muss aber von Leverkusen anreisen – das heißt zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück. Eine Katastrophe. Wenn dann noch ein Bus ausfällt, wird es richtig schwierig, denn ich muss meine Kinder rechtzeitig vom Kindergarten abholen. Ich hatte deswegen schon zweimal ein Gespräch mit der Kindergartenleitung. Ich bin auch nicht sicher, ob ab dem 10. Juli wirklich wieder die Züge fahren, denn die Bahnhöfe sehen alle ruiniert aus. Ich möchte keine Schimpfwörter benutzen, aber die Lage ist wirklich sehr unschön. Meine Botschaft an die Verantwortlichen: Wo ist die vielzitierte deutsche Pünktlichkeit? Ich bleibe aber positiv und hoffe, dass alles rechtzeitig wieder funktioniert."
Mohammed-Yaser Chahin (27, Pflegehelfer und Arzt aus Wuppertal): „Es ist tatsächlich sehr schwer, vor allem die Fahrt nach Düsseldorf und zurück. Aber Gott sei Dank arbeite ich hier in Wuppertal, deshalb muss ich nicht allzu oft raus. Ich bin jetzt aber wirklich gespannt, wenn diese Baustelle endlich zu Ende ist. Für mich war der Ersatzverkehr insgesamt akzeptabel: Nach Düsseldorf gab es alle 15 Minuten einen Ersatzbus. Schwierig war dagegen die Verbindung nach Leverkusen und Köln – das hat einfach zu lange gedauert. Wenn ich eine Arbeitsstelle in Köln oder Leverkusen hätte, wäre es mit den Öffentlichen sehr schwer geworden, dorthin zu kommen.“
Petra Dunkel (75, Rentnerin aus Wuppertal): „Viele haben sich über Unpünktlichkeit beschwert, aber wenn auf der Autobahn Stau ist, dann sind Verspätungen doch normal. Wir sind schließlich auch mal unpünktlich – das gehört zum Leben dazu. Für mich lief es ganz normal und ganz einfach. Den Ersatzverkehr habe ich genutzt, und der war für mich sehr gut: höflich und freundlich waren die Busfahrer auch. Ich finde es richtig, dass jetzt etwas gemacht wurde."
Omar El-Maula (21, Student aus Düsseldorf): „Für mich war es eine Katastrophe. Ich habe allein für den Hinweg zwei Stunden gebraucht und für den Rückweg noch mal zwei Stunden. Manchmal kommt der Bus gar nicht – es heißt, er komme, und dann kommt er einfach nicht. Was soll man da machen? Deshalb muss man oft mit dem Auto fahren, aber auch das ist schwierig: viel Stau auf der Autobahn und dazu die Benzinkosten. Als Student verdient man nicht so viel, um ständig mit dem Auto zu fahren. Das waren jetzt rund fünf Monate Sperrung – wenn noch eine folgt, bin ich richtig sauer. Das geht einfach nicht."
Salime Naciri (20, Gärtner aus Solingen): „Wir haben zurzeit kein Auto. Deshalb habe ich mir jetzt ein Mofa gekauft – das reicht für den kurzen Weg zur Arbeit, das dauert etwa eine Viertelstunde. Aber für längere Strecken ist das einfach nichts. Nach Köln zum Beispiel, wo ich vorher gewohnt habe, komme ich damit gar nicht. Das ist wirklich schlecht.“
Tom Selisko (34, Wissenschaftlicher Mitarbeiter aus Wuppertal): „Anstrengend war es schon. In der Zeit, in der wirklich alles gesperrt war, fand ich es aber in Ordnung – da hat es zumindest mit den Bussen eigentlich ganz gut geklappt. Schwieriger war die Zeit danach, als unvorhersehbar das Stellwerk in Vohwinkel ausfiel und man nicht mehr wusste, wie man von A nach B kommt. Ich arbeite hier in der Bundesbahndirektion und wohne auch in Wuppertal, führe aber eine Fernbeziehung nach Magdeburg – deshalb muss ich öfter raus, und genau das waren die Momente, in denen es schwierig wurde.“
Tsolo Ganzorig (22, Student aus Wuppertal: „Für mich war es sehr umständlich. Wenn die Bahn durchfährt, brauche ich nach Neuss 40 Minuten – mit dem Bus nach Düsseldorf dagegen schon 50 Minuten, plus Stau und alles, was noch dazukommt. Und dann muss man auch noch umsteigen. So bin ich mit dem Bus teils anderthalb Stunden unterwegs statt 40 Minuten – ein riesiger Unterschied. Kritik habe ich vor allem am Ersatzverkehr. Der RE13 soll alle 15 Minuten kommen, ist aber meist überfüllt. Ich habe erlebt, dass ein Busfahrer nicht wollte, dass Leute stehen – alle Stehenden mussten raus, obwohl es schon viele waren. Das ergibt doch keinen Sinn. Manche Fahrer erlauben es, andere nicht – das wirkt ziemlich willkürlich. Und mit der S8 oder S28 braucht man 90 Minuten – das ist Wahnsinn.“