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Noch Beratungsbedarf
Tanztheater: Entscheidung über Binder vertagt

Noch Beratungsbedarf: Tanztheater: Entscheidung über Binder vertagt
Kämmerer Johannes Slawig. FOTO: Foto: Max Höllwarth
Wuppertal. Zwei Stunden, so lange dauerte die Sondersitzung des Beirats des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch am Mittwochabend (11. Juli 2018). Die neun Mitglieder waren im Rathaus zusammengekommen, um über die Kündigung von Intendantin Adolphe Binder zu entscheiden, die der Geschäftsführer Dirk Hesse, befürwortet von der Stadtspitze, gefordert hatte. Am Ende vertagte sich das Gremium. Von Nicole Bolz

Man habe noch Beratungsbedarf, es handele sich inhaltlich um viel Stoff, man trage zudem eine große Verantwortung, so Dr. Rolf Köster (CDU). Kämmerer Dr. Johannes Slawig: "Es wird zeitnah eine Entscheidung geben innerhalb der nächsten Tage."

Wie die Rundschau berichtete, hatte man vergangene Woche die Presse "informiert" und ihr ein internes Papier zugespielt, in dem seitenweise, aber inhaltlich einseitig Vorwürfe gegen Adolphe Binder aufgelistet sind. Der Beirat sollte auf dieser Grundlage einer Kündigung zustimmen, hatte sich aber Zeit erbeten.

Nach Rundschau-Informationen waren verschiedene Mitglieder des Beirats am Dienstag in Düsseldorf zum Gespräch geladen. Dort hat man die Rolle der Akteure sowie der Medienkampagne wohl hinterfragt. Die Inhalte seien nun in die Diskussion eingeflossen, so Slawig.

Die Tänzer, die sich in einer Erklärung am Montag noch einmal gegen jede Anschuldigung gegen Adolphe Binder in ihrem Namen ausgesprochen haben, hatten zum Teil persönliche Worte an den Beirat geschrieben. Sie befinden sich noch bei einer längeren Gastspielreise in Paris und standen dort am Abend auf der Bühne. Auf Presseanfragen, so wurde ihnen mitgeteilt, dürfen sie nicht mehr antworten. Es darf nur noch der Gesellschafter, also die Stadt Wuppertal, Fragen der Presse beantworten.

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