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Vor der Jahreshauptversammlung des WSV
Stücker: "Antrag macht noch keinen Sinn"

Vor der Jahreshauptversammlung des WSV: Stücker: "Antrag macht noch keinen Sinn"
Lothar Stücker (li.) und Manuel Bölstler. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Vor der Jahreshauptversammlung am Montag: Interview mit Lothar Stücker, Vorstandssprecher des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV (Liveticker ab 19 Uhr). Von Jörn Koldehoff

Rundschau: Herr Stücker, wo steht der WSV aus Ihrer Sicht sportlich im März 2018?

Stücker: Das ist natürlich eher eine Frage an Manuel Bölstler. Im Rahmen unseres Konzeptes 2020 ist es das Ziel, die Mannschaft kontinuierlich zu verbessern. Letztes Jahr haben wir den elften Rang erreicht, das soll in dieser Saison nach oben gesteigert werden. Momentan sieht es hier sehr gut aus. Die Mannschaft und die sportliche Leitung bilden eine harmonische Einheit. Hierauf baut unsere Zukunft auf. Es sieht sehr vielversprechend aus und ich freue mich auf den weiteren Verlauf der Rückrunde, schöne Spiele und eine breite Unterstützung im Stadion.

Rundschau: Wieso wurde der Drittliga-Lizenzantrag nicht gestellt?

Stücker: Ein Lizenzantrag auf die 3. Liga macht in diesem Jahr noch keinen Sinn und wäre auch den Fans und dem Umfeld gegenüber nicht fair. Fakt ist, dass wir uns dieses Jahr den Aufstieg wirtschaftlich noch gar nicht leisten können. In der 3. Liga müssten wir auf Profitum umstellen und hätten mit dieser Personalkostensteigerung schon die Fernsehgelder überschritten. Mit den stark erhöhten Reisekosten und der Tatsache, dass eine 3. Liga in allem teurer ist, wäre das der wirtschaftliche Untergang des WSV. Schauen Sie sich die wirtschaftliche Situation der meisten Vereine aus der 3. Liga an. Das können wir nicht verantworten. Nicht umsonst haben wir das Konzept 2020 entwickelt und auch das ist ambitioniert.

Rundschau: Worauf müssen sich die Mitglieder beim Finanzbericht einstellen?

Stücker: Ich werde auf der JHV die finanzielle Situation des WSV vorstellen. Hier müssen dann eben auch die entsprechenden Schwierigkeiten und Probleme auf den Tisch. Wir haben immer mitgeteilt, dass es finanziell mehr als eng ist und die Entwicklung der Einnahmesituation hinter unseren Vorstellungen zurückgeblieben ist. Es sind nach wie vor unsere Fans, die uns den Rücken stärken. Der schlechte Verlauf der Rückrunde schlägt sich in den Zahlen natürlich auch nieder. Es war in allem eine schwierige Saison. Gerade diese Erkenntnisse haben die Überlegung einer Lizenz für die 3. Liga stark beeinflusst.

Rundschau: War es im Rückblick ein Fehler, dem ehemaligen Trainer Stefan Vollmerhausen die Verhandlungen mit Viktoria Köln zu erlauben? Würden Sie nun, auch mit Blick auf die zurückgenommene Kündigung und die resultierenden Diskussionen, anders agieren?

Stücker: Das Thema mit Stefan ist vorbei. Wir haben Stefan viel zu verdanken, und so sollte es auch in unser aller Erinnerung bleiben.

Rundschau: Wie stehen Sie zum Antrag aus dem Verwaltungsrat, gewählte Mitglieder des Gremiums per Beschluss von Sitzungen ausschließen zu können?

Stücker: Das ist Sache des Verwaltungsrates. Wichtig ist, dass alle Gremien im Sinne der Mitglieder des WSV optimal arbeiten können. Der Verwaltungsrat wird die Mitglieder im Rahmen der JHV sicher aufklären.

Rundschau: Können Sie Verwaltungsrat Dieter Schauf verstehen, der 25.000 Euro zurückfordert, weil die Horst-Buhtz-Stiftung noch immer nicht gegründet ist?

Stücker: Hierzu möchte ich mich eigentlich gar nicht äußern, zumal hier ein Verfahren, nicht gegen den WSV, anhängig ist. Das heißt aber nicht, dass ich das verstehen muss. Fakt ist, dass der Gründungsverlauf immer TOP der Agenda der Sitzungen des Verwaltungsrat war.

Rundschau: Wie realistisch ist das im Dezember vorgestellte Stadion-Projekt?

Stücker: Ich halte es für sehr realistisch. Es ist in meinen Augen die letzte Chance, dass Wuppertal eine für die Zukunft taugliche Sportstätte erhält. So wie ich das Konzept verstehe, bedeutet es zudem eine Aufwertung des gesamten Zooviertels mit der Möglichkeit, dass die Anwohner parktechnisch entlastet werden. Die Geräuschkulisse wird durch die Tatsache, dass das Stadion dann geschlossen ist, deutlich geringer werden. Ich finde auch das Energiekonzept gelungen. Durch die Möglichkeit, die neue Bedachung für die Implementierung neuer Energiegewinnungsmöglichkeiten zu nutzen, wird auch der Zoo gespeist. Das ist Zukunft. Für den WSV ist es eine Chance, sich wirtschaftlich so zu entwickeln, dass auch eine 3. Liga seriös planbar wird.

Rundschau: Was erhoffen Sie sich für den Rest der Saison?

Stücker: Ich hoffe auf eine sportlich reizvolle Rückrunde und die Erkenntnis, dass sich die Qualität der Mannschaft weiter sichtbar steigert. Ich hoffe, dass wir in Ruhe arbeiten können, um die gesteckten Ziele planvoll zu erreichen. In der letzten Zeit sind außerhalb des WSV einige Störfeuer aufgebaut worden, die sicher nicht der Sache dienen und dem Verein schaden. Das verstehe ich nicht und es ärgert mich. Hier scheint es mehr um Eitelkeiten als um den Verein zu gehen. Das gehört abgestellt.

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