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"Aufbruch am Arrenberg" präsentiert geschlossenen Nährstoff-Wasserkreislauf
Fischzucht auf Parkplatz

"Aufbruch am Arrenberg" präsentiert geschlossenen Nährstoff-Wasserkreislauf: Fischzucht auf Parkplatz
Lukas Konietzny (li.) und Frank Baur setzen die erste Generation Buntbarsche ins Farmbox-Becken ein. FOTO: Eduard Urssu
Wuppertal. Etwas versteckt steht sie schon da, auf dem akzenta-Parkplatz Steinbeck – die so genannte Farmbox des Vereins "Aufbruch am Arrenberg". Auf den ersten Blick sieht die Box, die gar nicht so klein ist, wie sie sich anhört, wie ein Gewächshaus für ambitionierte Gartenfreunde aus. Von Eduard Urssu

Beim näheren Hinsehen fallen dann aber doch die großen Tanks auf, die, über zahlreiche Schläuche mit der oberen Etage verbunden, eine ganze Reihe von Gemüsepflanzen bewässern. Aber nicht nur das: Über die Schläuche wird auch jede Menge Dünger transportiert. Diesen Dünger liefert der Schwarm afrikanischer Buntbarsche, die sich in einem der Tanks häuslich eingerichtet haben und völlig unbekümmert ins Becken "machen".

Was in Freibädern natürlich nicht gerne gesehen wird, ist in der Farmbox ausdrücklich erwünscht. "Die Ausscheidungen werden gefiltert und, einmal als Dünger aufbereitet, den Pflanzen zugeführt", erklärt Lukas Konietzny vom Verein "Aufbruch am Arrenberg". "Aquaponic" heißt das System und umfasst eine professionelle Steuerung und Pumpenanlage, mit der die Fische und Pflanzen versorgt werden. "Die Pflanzen selbst wachsen in einem Substrat beziehungsweise in Steinwolle. Damit haben wir hier einen geschlossenen Nährstoff- und Wasserkreislauf nach biologischen Standards", erklärt Konietzny. Doch die Box bietet noch mehr: Auf dem Dach befinden sich zudem eine Photovoltaik-Anlage und eine kleine Windradanlage.

Der so gewonnene Strom fließt in erster Linie natürlich in die Farmbox und betreibt das Ganze. Überschüssige Energie kann aber auch an eine Pedelec-Ladestation abgegeben werden. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, vor allem aber die Lebensbedingungen für die Fische stimmen, kümmert sich die Biologin Julia Dronka um die Anlage. Sie ist jeden Tag da und kontrolliert zum Beispiel den PH-Wert des Wassers.

Doch die Farmbox soll nicht bloß eine kleine nette Spinnerei sein. Vielmehr plant der Verein mit dem Projekt "Klimaquartier-Arrenberg" den ganz großen Wurf. So soll auf einem rund 60.000 Quadratmeter großen Bahn-Grundstück zwischen Arrenberg und Steinbeck eine Farm entstehen, auf der das Aquaponic-Prinzip im großen Stil umgesetzt werden soll. "Hier kann dann eine Fischzucht mit Gemüseanbau in einem geschlossenen Nährstoff-Wasserkreislauf entstehen. Alles ohne zusätzliche Energieversorgung", so Lukas Konietzny.

Die so erwirtschafteten Lebensmittel könnten dann im daran angeschlossenen Farmladen verkauft werden. Die Aquaponic-Anlage auf dem Akzenta-Parkplatz kann jeden Freitagmittag und Samstagvormittag besichtigt werden.
 

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