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Die Rundschau-Themen am 17. Juni 2017
Schulnote "2+" für Grünen Zoo

Die Rundschau-Themen am 17. Juni 2017: Schulnote "2+" für Grünen Zoo
Dass Tuffi & Co. zu den Publikumslieblingen im Zoo gehören, ist bekannt. Die neue Umfrage lieferte jetzt aber noch deutlich detaillierte Einsichten zum Stimmungsbild der Besucher. FOTO: Barbara Scheer
Wuppertal. Die Umsetzung des Konzepts für den Grünen Zoo Wuppertal ist in vollem Gange. Wie die Besucher den frischen Geist erleben, haben nun Studenten in einer Umfrage herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellten sie in der Zooschule Mitarbeitern des Zoos und der Verwaltung vor. Von Nina Bossy

Mancher kommt ins Schwärmen, ein anderer schimpft sich die Seele aus dem Leib. "Wie schön frei die Tiere hier leben!" oder "Ich geh doch nicht in den Zoo, um kein einziges Tier zu sehen." – Direktor Arne Lawrenz hat beides schon gehört. Was aber denkt die Mehrheit der Besucher? Fünf Studentinnen haben zehn Wochen Antworten gesammelt und knapp 500 Besuchern mit einem Bogen Papier und 17 Fragen auf den Zahn gefühlt. Wie kommt das Konzept des Grünen Zoos tatsächlich an?

Die Auswertung der Studentinnen beantwortet das in Form einer Schulnote. 2+ oder 1,88 ist der Durchschnittswert der siebten und achten Fragen "Haben Sie seit 2013 Veränderungen bezüglich der Tierhaltung wahrgenommen? Und, wie würden Sie die in Schulnoten bewerten?"

Im Auge der Studentinnen, die an der Fachhochschule Hagen Öffentliche Verwaltung dual studieren und in der Wuppertaler Stadtverwaltung arbeiten, ein guter Wert: Der Grüne Zoo, sprich weniger und dafür eine artgerechte Tierhaltung, kommt bei den Besuchern gut an – auch wenn zwei Dritteln von ihnen die komplexe Entwicklungsstrategie dahinter nie begegnet ist. Denn 66 Prozent der befragten Personen haben von dem Konzept des Grünen Zoos noch nie gehört. Allerdings kamen nur 35 Prozent der Befragten aus Wuppertal, 45 Prozent reiste aus Nachbarstädten an, der Rest von weiter her.

Während der Zoo der Zukunft, den Arne Lawrenz und sein Team nach und nach realisieren, auf Akzeptanz trifft, sind es die noch deutlich sichtbaren Spuren des alten Zoos, die in der Umfrage kritisiert werden. Auf Frage 15, ob es eine Tierart gebe, die nicht in einem Zoo gehalten werden sollte, landete der Eisbär mit 33,4 Prozent mit großem Abstand auf Platz 1.

Und nun, Herr Dr. Lawrenz? "Wir glauben, dass man in Zoos Eisbären halten kann, wenn man ihnen sehr viel Platz ermöglicht", sagt der Veterinärmediziner. Deshalb werde gerade ein Gutachten erstellt, wie viel eine solche artgerechte Haltung kosten würde. "Ergebnisse dazu erwarten wir im Sommer oder Herbst."

Im Übrigen kann sich nicht nur der Grüne Zoo Wuppertal über eine positive Bewertung freuen. "Die Studentinnen haben eine großartige Arbeit geleistet und mit ihrem Projekt tatsächlich wertvolle Zahlen gesammelt, die großen Nutzen haben", lobt der Zoodirektor und Kulturdezernent Matthias Nocke verspricht, die Ergebnisse als achtes Nachschlagewerk mit in sein Büro zu nehmen.

Dazu auch die Umfrage (bis 20. Juni 2017, 11 Uhr): hier klicken!