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Seilbahn-Projekt: Harte ADFC-Kritik am BUND

Seilbahn-Projekt: Harte ADFC-Kritik am BUND
Hier in der bolivianischen Hauptstadt La Paz fährt schon eine Seilbahn. Ob Wuppertal auch eine bekommt? FOTO: Klaus-Günther Conrads
Der Radfahrerverband ADFC Wuppertal/ Solingen nimmt per  Pressemitteilung Stellung zur Kritik der Wuppertaler Sektion des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND ) an den Seilbahnplänen von WSW, Stadtverwaltung und "Pro Bahn".

Auch bereits bei den Planungen für die Nordbahntrasse habe, so der ADFC, der BUND nichts unversucht gelassen, um das Projekt zu verhindern. Wuppertals ADFC-Chef Klaus Lang: "Scheinbar versucht der BUND  jetzt mit dem Seilbahnprojekt einen neuen Verhinderungsanlauf für eine großartige Idee."

Hier die ADFC-Pressemitteilung im Wortlaut:

"Die Kreisgruppe Wuppertal des BUND schlägt wieder einmal zu. Im Fokus diesmal: die Seilbahn. Eine Stütze steht falsch. Das ist schlecht für ein paar Bäume und einen Grundwasserstrom. Und zwar kennen wir noch nicht die Auswirkungen auf das Bussystem der Südstadt, aber sie sind schlecht. Also soll sich die Stadt gar nicht mehr mit der Machbarkeit beschäftigen, sondern der BUND unterstützt jetzt die Initiative 'Seilbahnfreies Wuppertal'.

Erneut hat der BUND eine ganz besondere Sicht der Umweltschutzbelange an den Tag gelegt. Hatten wir in der Vergangenheit eine natürliche Verbundenheit mit dieser Organisation, fällt es uns heute schwer, die Kreisgruppe noch wirklich ernst zu nehmen. War doch das letzte Projekt, an dem man sich abgearbeitet hat, die Nordbahntrasse. Auch bei diesem aus unserer Sicht größten Umweltschutzprojekt in dieser Stadt in den letzten Jahrzehnten hat der BUND jahrelang seine ganze Kraft in den Versuch zur Verhinderung gesteckt.

Inhaltlich: Straßen NRW holzt im Augenblick hunderte Bäume entlang der Autobahnen und Schnellstraßen ab. Ein wichtiger Filter gegen die entstehenden Abgase und den von diesen Straßen ausgehenden Lärm verschwindet stadtweit, um eine Behinderung des Straßenverkehrs durch bei Stürmen umstürzende Bäume ausschließen. Kein Wort haben wir gehört zu dieser Kahlschlagmaßnahme. Dabei sind hier mehrhundertfach so viele Bäume gefallen, wie es beim Seilbahn-Projekt selbst im schlimmsten Fall notwendig wäre.

Im Vergleich der umweltschädlichen Emissionen hat die Seilbahn schon jetzt die Nase vorn. Dabei wird für die Busse von den offiziell angegebenen Werten ausgegangen. Wer glaubt die allerdings noch? Nachdem wir aus dem Pkw-Bereich inzwischen wissen, dass nicht nur VW, sondern auch fast alle anderen Hersteller in den Rollentests vollkommen unrealistische Werte erzielen, die mit dem Echtbetrieb nichts zu tun haben. Wer glaubt, es sei bei großen Dieselmotoren anders?

Im Übrigen ist die Diskussion über das Busnetz bei Seilbahnbetrieb ja noch gar nicht geführt. Dabei bieten sich durchaus auch Chancen zur Optimierung der Quartierserschließung, wenn die Linien nur noch einen Nahbereich anfahren und nicht gleichzeitig die Fernstrecke bedienen müssen.

Ein konsequenter Ausbau der P & R-Möglichkeiten könnte im Übrigen eine Vielzahl an Pkw-Fahrten in die Innenstadt verhindern und so eine viel bessere Wirkung erzielen als jede Umweltzone. Und die Attraktivität einer Seilbahn ist dazu geeignet, die Kunden tatsächlich zum Umstieg aus dem eigenen Auto zu bewegen. Das entlastet die Innenstadt dann nicht nur von Abgasen, sondern auch vom Problem der viel zu hohen Zahl von Autos mit all ihren Folgeproblemen.

Leider alles kein Thema beim BUND. Eine ehemals hoch angesehene Umweltschutzorganisation demontiert sich selbst.

Der ADFC Wuppertal hatte die Seilbahn-Idee immer begrüßt und unterstützt sie aus Überzeugung. Auch für Radverkehr bietet sie ein erhebliches Potential, ermöglicht sie doch eine vereinfachte Erreichbarkeit aller Ziele auf den Südhängen. Zum Glück ist die Unterstützung in der Stadt breit, umfasst beinahe alle politischen und gesellschaftlichen Lager. Daher sehen wir auch weiterhin optimistisch in die Seilbahn-Zukunft."

Kontakt zum ADFC: www.adfc-wuppertal.de

 

 

 

ADFC Wuppertal/Solingen

Klaus Lang

Grüne Trift 47