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Polizei
„Nah’ dran an 100 Prozent“

Polizei: „Nah’ dran an 100 Prozent“
Frank Korintenberg (links) ist der Leiter der Wache Döppersberg – am alten und auch am neuen Standort. Beim Fototermin an der Ecke Schloßbleiche und Wirmhof mit dabei waren auch Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher und Dienstgruppenleiter Christof Billen. FOTO: Simone Bahrmann
Wuppertal. Die Entscheidung ist gefallen: Die Polizeiwache Döppersberg, jetzt noch im Köbo-Schwebebahnhaus untergebracht, zieht um. In die Räume des Stadtmarketings im City-Center an der Ecke Schloßbleiche und Wirmhof. SPD und CDU finden das gar nicht gut.  Von Stefan Seitz

"Das City-Center erfüllt alle Voraussetzungen, die uns wichtig sind", so Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher gegenüber der Presse: Der neue Standort sei zentral im Zuständigkeitsbereich gelegen, der sich von der Gerichtsinsel bis zum Robert-Daum-Platz erstreckt, mit dem Auto (auch mit größeren Fahrzeugen) erreichbar – und biete für 20 Beamte sowie alle Bürger, die die Wache besuchen, ein modernes und sicheres Umfeld. 

Der notwendige Umbau der über 300-Quadratmeter-Fläche mit Erd- und Obergeschoss sowie Keller startet im April, planmäßige Eröffnung soll im Januar 2018 sein. Kostenpunkt: "Ein hoher sechsstelliger Betrag", so Polizeichefin Radermacher. Davon bezahlt wird auch ein komplett neuer, ebenerdiger und behindertengerechter Eingang am Wirmhof – inklusive einer High-Tech-Sicherheitsschleuse. Geöffnet sein wird hier (wie bisher am Döppersberg auch) von 6.30 bis 20.30 Uhr: Die nächste 24-Stunden-Wache befindet sich am Hofkamp.

Die Döppersberg-Wache, die seit 1995 im Köbo-Haus in unmittelbarer Bahnhofs- und Fußgängerzonennähe zu finden (und Wuppertals meistfrequentierte Polizei-Anlaufstelle) ist, muss hier weg. Der Primark-Investor "Signature Capital" hat auch das Schwebebahnhofsgebäude gekauft – und wird Einzelhandel ansiedeln. Platz für die Polizei ist keiner mehr. Der Mietvertrag im Köbo-Haus (die Polizei darf nur mieten, nicht kaufen) läuft Ende 2017 aus. Insgesamt 17 Immobilienangebote wurden seit 2014 geprüft: Angesichts sehr hoher NRW-Polizei-Bauanforderungen sind am Ende dieser Suche nur die Räume im City-Center übrig geblieben. Dienstgruppenleiter Christof Billen: "Wir haben natürlich die 100-Prozent-Lösung gesucht, sozusagen die eierlegende Wollmilchsau. Gefunden haben wir sie zwar nicht, aber wir sind nah' dran." Und Frank Korintenberg, jetzt und später auch Leiter der Döppersberg-Wache: "Wir haben uns klar verbessert." 

Nicht glücklich mit der Entscheidung der Polizei sind sowohl SPD als auch CDU: Beide hätten es lieber gesehen, wenn die neue Wache näher am neuen Döppersberg inklusive der Fußgängerzone läge. SPD-Chef Heiner Fragemann ist "enttäuscht". Er sagt: "Wir haben uns für einen Standort ausgesprochen, der näher am Döppersberg liegt. Dies wäre insbesondere für das Sicherheitsgefühl der Menschen deutlich besser." Rainer Spiecker, Wuppertals CDU-Vorsitzender, geht es ähnlich: "Die neue Wache ist viel zu weit weg vom Geschehen am Hauptbahnhof. Sie muss sichtbar dahin, wo die Menschen sind und nicht so weit abseits, dass die Menschen die Wache erst suchen müssen." 

Doch Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher hält dagegen: "Polizeigebäude verhindern keine Straftaten. Für Sicherheit sorgen Polizeibeamte, die in der Innenstadt für die Menschen sichtbar und ansprechbar sind. Eine Konzentration nur auf den Döppersberg ist polizeilich nicht vertretbar." 

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