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Unwetter-Bilanz
Fünf Milliarden Liter Wasser

Unwetter-Bilanz: Fünf Milliarden Liter Wasser
Chaos in einem Uni-Gebäude am Campus Haspel. Dort stürzte ein Flachdach ein. Glücklicherweise kamen aber auch dabei keine Personen zu Schaden. FOTO: Peter Fichte
Wuppertal. Was am vergangenen Dienstag in Wuppertal – vor allem in Barmen und Elberfeld – passierte, geschieht statistisch gesehen seltener als einmal in 1.000 Jahren: Innerhalb von 90 Minuten gingen fünf Milliarden Liter Regenwasser nieder. Von Stefan Seitz

Das ist so viel, wie alle Wuppertaler Bürger, Gewerbebetriebe und die Industrie in drei Monaten an Trinkwasser verbrauchen. Jetzt wird aufgeräumt – mit 25 Sperrmüllwagen.  Was deutschlandweit die Medien bestimmte, war für Wuppertals zentrale Stadtteile ein schwerer Schlag – inklusive Folgen, die noch bis jetzt anhalten. Zahllose Kellerräume und Erdgeschossflächen wurden überflutet: Sperrmüllberge an vielen Straßen vor allem entlang der besonders heftig betroffenen Talachse zeugen davon.

Um dieser Müllflut Herr zu werden, führt die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) an diesem sowie zusätzlich auch am kommenden Wochenende eine kostenlose Sondersperrmüll-Aktion durch. Auf der Straße sind dabei 25 Müllwagen – die sieben, die Wuppertal hat, plus 18 aus anderen NRW-Kommunen, die ihre Hilfe angeboten haben. Außerdem können Behälter voller Schlamm und weiterer Flut-Sperrmüll ab sofort zwei Wochen lang gratis an allen Wuppertal Recyclinghöfen abgegeben werden.

Alle Hände voll zu tun hat auch die Straßenreinigung, um die Folgen von Schlamm- und Drecklawinen auf Straßen, Gehwegen und Kreuzungen zu beseitigen.

Noch ein paar Zahlen und Fakten gefällig? Der Durchfluss der Wupper von normalerweise 3.600 Litern pro Minute hat sich am Dienstag um mehr als das 50-fache auf 193.000 Liter gesteigert. Der Flusspegel wuchs um über zwei Meter. Der Barmer Rathauskeller stand 80 Zentimeter tief unter Wasser: Zwei Trafos haben das nicht überlebt. Per Notstromaggregat ging's weiter – sonst wäre auch der zentrale Verkehrsrechner ausgefallen – und damit alle Ampeln.