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Wird wieder aufstehen!

Betr.: WSV

Die Hinrunde war im eigenen Stadion eine spielerische Katastrophe: vier Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen. Vor allem wurden die Punkte gegen wenig attraktive und in der Tabelle eher im unteren Drittel angesiedelte Mannschaften abgegeben. Was zur Folge hat, dass man sich dieses teilweise gruselige Gekicke auch nicht mehr ansehen will.

Die Preise – sprich 19 Euro für einen zugigen Tribünenplatz – sind in der Regionalliga schon sportlich. Stehplatzpreise fast wie bei einem Bundesligisten.

Im Sponsoring haben aus meiner Sicht die Verantwortlichen den Fehler gemacht, über Micro-Sponsoring Gelder zu akquirieren und sich nicht um einen Großsponsor zu bemühen. Dann ein aus meiner Sicht zu schneller Trainerwechsel, der bestimmt auch nicht billig war. Und die ständigen Querelen mit den Ultras – teils mit Recht wie zum Beispiel beim Thema "Wegegeld" –, aber auch pauschal ausgesprochene Stadionverbote. Dieses Theater kostet Stimmung und Zuschauer.

Dann noch ein Sportvorstand, dem seit geraumer Zeit nichts einfällt, außer zu jammern und das mangelnde Zuschauerinteresse anzumahnen. Wenn der Sportvorstand keine Lust mehr auf den WSV hat, dann sollte er eines der angeblich reichlich vorhandenen Angebote annehmen.

Der Zuschauerrückgang ist bei allen Vereinen in der Regionalliga zu sehen – da der DFB nicht in der Lage ist, die höchste deutsche Amateurklasse zu reformieren. In der dritten Liga gehen auch jede Menge Vereine in die Insolvenz. Das ist sicher ein Problem des DFB.

Sollte der WSV das, was er jetzt ankündigt, wahr machen und wir sportlich ins Niemandsland der Tabelle abrutschen, ist aus meiner Sicht eine Insolvenz nicht zu vermeiden. Und das war alles nicht zu sehen? Armer WSV. Bei dem ganzen Gelaber war mir unser ehemaliger Präsident lieber. Da wusste man, was man hat.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ich eine solche Situation bei meinem WSV erlebe. Deshalb werden wir wieder aufstehen!

Thomas Schmidt

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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