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Was ist ein „Wittkopp“?

Betr.: Andreas Mucke beim Bleicherfest, Rundschau vom 20. Juni

Viele Leser stellten sich die Frage: Was ist ein "Wittkopp", wofür brauchte man einen "Wittkopp" – und bei welchem Gewerbe wurde er benötigt?

Garn wurde auf den Wiesen an der sauberen Wupper ausgelegt und gebleicht. Die Bleicherknechte legten morgens das Garn aus und abends wurde es wieder zurück in den Garnkasten gebracht, so dass das Garn über Nacht nicht gestohlen werden konnte.

Sie können sich vorstellen, dass ein Karren auf den Wupperwiesen nicht benutzt werden konnte. Das machten die Bleicher. Der Bleicherknecht trug das Garn auf den Schultern über die Wupperwiesen. Damit die Kleidung trocken blieb, legte er sich einen Kragen aus Leder auf die Schulter und darauf wurden die gefitzten Garnbündel gelegt. Das Gewicht konnte mehr als 50 Kilogramm betragen. Die Bleicher legten das Garn so um den Kopf, dass sie durch einen Schlitz noch was sehen konnten. Von weitem sah es allerdings so aus, als hätte er einen "Wittkopp".

Herr Oberbürgermeister Mucke: Wir würden uns freuen, wenn Sie der Bleichergruppe mit Rat und Tat beitreten würden. Aber auch Sie, liebe Leser, wenn Sie Interesse haben, sprechen Sie uns an. Wir suchen noch Freunde, die bei der Bleichergruppe mitmachen möchten. Denn wir möchten das Brauchtum der Nachwelt erhalten!

Gerhard Constapel, Garnmeister

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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