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Fader Beigeschmack

Betr.: Stellenabbau bei Bayer

Ich bin in Wuppertal bei einem großen Lackhersteller beschäftigt. Da unsere fertigen Chemikanten lange Zeit nur befristete Arbeitsverträge bekommen haben, sind sehr viele Kollegen zu Bayer Wuppertal gegangen. Dort wurde ihnen eine Festanstellung geboten, damit die 350 Mitarbeiter für die neue Produktion des neuen Medikamentes mit einer qualifizierten Ausbildung gewonnen werden konnten.

Und nun werden 350 Stellen (mittlerweile geht es um 750, Anmerk. d. Red.) in Wuppertal abgebaut. Super Perspektive für die jungen Menschen, die endlich einen sicheren Arbeitsplatz wollten. Auch wenn der Konzern die Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen streichen will, bleibt ein fader Beigeschmack. Aber so sind die Manager der aktiengetriebenen Unternehmen. Die Aufgabe lautet Shareholder Value. Mit einer solchen Politik in unseren Konzernen werden wir die Demographie und den Fachkräftemangel nicht bewältigen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass sich der Bayer-Konzern den Monsanto-Deal von seinen Mitarbeitern bezahlen lässt.

Thomas Schmidt

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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