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Junges Schauspiel Wuppertal
Wofür gilt es zu leben?

Junges Schauspiel Wuppertal: Wofür gilt es zu leben?
FOTO: Schauspiel Wuppertal / Uwe Schinkel
Wuppertal. Seit dieser Spielzeit gibt es am Schauspiel Wuppertal den Jugendclub, in dem zwölf Jugendliche im Alter von 15 bis 22 Jahren unter der Leitung von Regieassistentin Barbara Büchmann und Schauspieler Alexander Peiler die Bühne erobern. Unter dem Titel "Manche sterben langweilig" zeigen sie nun, wie das aussieht. Mit Barbara Büchmann sprach Kulturredakteurin Nicole Bolz.

Frau Büchmann, warum ist der Jugendclub wichtig? Öffnet er Jugendliche für das Theater oder öffnet Theater Jugendliche fürs Leben?

Büchmann: Im besten Fall leistet der Jugendclub beides, Offenheit und Interesse fürs Theater und fürs Leben!

Das Stück heißt "Manche sterben langweilig" – das klingt, als gehe es gleich um die wichtigen Fragen des Lebens. Wer hatte die Idee dazu und wie entwickelte sich das Stück? Wo geben Sie Hilfestellung?

Büchmann: Die Idee kam direkt von den Jugendlichen. Sie haben diskutiert, was für sie im Leben wichtig ist. Dabei ging es ihnen nicht um das oberflächliche Leben und die Präsenz auf Instagram. Sondern um die Frage: Was bleibt nach meinem Tod? Wofür gilt es wirklich zu leben? Als Leiter des Jungen Theaters Wuppertal haben Alexander Peiler und ich uns heimlich gewünscht, dass wir miteinander die tiefen Themen des Lebens berühren, haben es aber so nicht erwartet. Dann fiel plötzlich der Satz: "Manche sterben langweilig". Und alle wussten, das ist unser Titel! Hilfestellung? Kommt das nicht aus dem Sportunterricht? Letztlich haben wir zugehört, den Jugendlichen Mut zugesprochen und hier und da mal ein paar Theater-Kniffe verraten.

Machen die Jugendlichen nach dieser Spielzeit weiter? Und was bleibt von diesen Begegnungen?

Büchmann: Auf jeden Fall! Freundschaften wurden geschlossen. Die Jugendlichen besuchen zusammen Konzerte. Außerdem freut es uns sehr, dass viele der Teilnehmer zu unseren Theatervorstellungen kommen. Und manche sogar einen Beruf am Theater anstreben.