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Ausstellung
Gefangenschaft – auch ironisch

Ausstellung: Gefangenschaft – auch ironisch
1918 wurden in Deutschland über 2,5 Millionen Kriegsgefangene festgehalten. Einer von ihnen war der Franzose Maxime Bourrée. 70 seiner 130 Zeichnungen aus dem Gefangenenlager sind jetzt im Barmer Rathaus zu sehen. FOTO: Wuppertaler Rundschau
Wuppertal. Noch bis Freitag (23. November 2018) läuft im Lichthof des Barmer Rathauses eine Ausstellung mit Werken des französischen Soldaten Maxime Bourrée. Er verbrachte den gesamten Ersten Weltkrieg als Gefangener in einem deutschen Lager.

Das Ende des Ersten Weltkriegs, dem 27 Millionen Soldaten und Zivilisten zum Opfer fielen, jährt sich jetzt zum 100. Mal. Maxime Bourrée wurde als 22-jähriger französischer Soldat im August 1914 verwundet. Er blieb bis 1918 in einem Gefangenenlager in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Ausstellung, die auf Initiative des "Freundeskreises Wuppertal-St. Etienne" zustande gekommen ist, zeigt etwa 70 der 130 Zeichnungen, mit denen Bourrée das Leben im Lager verarbeitet hat. Die Bilder vermitteln – allerdings durchaus ironisch und mit Humor – Eindrücke vom Zusammenleben unter dem Druck von Hunger, Kälte, Entbehrungen und Tod, außerdem zeigen sie viele Mitgefangene.

Zusätzlich lenkt die Ausstellung den Blick auch auf Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Inklusive der Rolle, die der Wuppertaler Carl Duisberg, der Generaldirektor der Bayer Werke war, bei der Zwangsdeportation von belgischen Bürgern während des Ersten Weltkrieges spielte.

Die Ausstellung haben Esther Bourrée sowie die Wuppertaler Carola und Heiner Flues zusammen mit Reiner Brinkmann, dem Vorsitzenden des "Freundeskreises Wuppertal-St. Etienne" mit großer Eigeninitiative vorbereitet und aufgehängt. Carola und Heiner Flues waren Geschichtslehrer: Sie führen gerne Schülergruppen durch die Ausstellung. Mail-Anfragen an carola.flues@t-online.de

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