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Kult-Aufführung droht Zwangspause
Küchenoper: "Wer soll die denn heiraten?"

Barmer Kückenoper droht Zwangspause
Das Team der Barmer Küchenoper ist traurig: Im März läuft die vorerst letzte Folge der Seifenoper. FOTO: André Scollik
Wuppertal. Fans der Barmer Küchenoper müssen jetzt ganz tapfer sein: Die Kult-Seifenoper um Dörte aus Heckinghausen legt eine längere Pause ein. Denn die Finanzierung für 2019 ist nicht gesichert. Mit schwerem Herzen und einer Träne im Knopfloch verabschiedet sich die Küchenbande im März von den Fans. Wiedersehen sehnlich erwünscht ... Von Nicole Bolz

Sieben Jahre, 40 Folgen und zirka 200 getextete Songs rund um das Leben von Dörte (Dörte Bald), ihrer Mutti (Erika Theimann), Bruder Alexander Löwenherz (Björn Krüger), ihrer Freundin Heidemarie (Birgit Pardun) mit ihrer Fernbeziehung Günther aus Elberfeld (Thomas Lücke) und nicht zuletzt dem treuen Klaus im Radio (Burkhard Heßler) – das ist die stolze Bilanz der Barmer Küchenoper.

Gefeiert wird dies mit dem "tollsten Publikum" am 9. und 10. März, wie gewohnt im Live Club Barmen. Und doch wird es an diesem Wochenende anders sein als sonst. Dann verabschieden sich Dörte aus Heckinghausen und ihr Küchen-Team nämlich auf unbestimmte Zeit von den Wuppertalern. Ein schwerer Schritt, wie Dörte Bald gesteht. "Das ist schon ein tiefer Einschnitt, aber eine kreative Pause ist sicher nicht verkehrt."

Entschieden hat das Team dies Ende des vergangenen Jahres, als immer klarer wurde, dass die Finanzierung die beliebte Reihe nicht mehr durch das Jahr tragen wird und sich auch im Team Veränderungen ankündigten. "Unsere Seifenoper ist für Sponsoren einfach ein schwieriges Format", sagt Bald. Zum einen, weil es vom eigenen Team sehr viel Zeit und Engagement fordere. "Wir schreiben ein Stück, das dann nur an einem Wochenende gespielt wird – und das im Abstand von zwei Monaten. Das ist für alle schon sehr herausfordernd." Zum anderen weil sich Sponsoren schwer damit tun – die in Heckinghausen angesiedelte Geschichte ist für viele einfach nicht interessant.

Vielleicht, überlegt Dörte, wäre vieles mit einem anderen Format leichter. "Dörte muss doch auch mal heiraten! Seit sieben Jahren ist sie nun auf der Suche nach einem Mann. Aber mal ehrlich: Wer soll die denn heiraten?"

Die größte Sorge kann Wuppertals beliebteste Kittelträgerin den Fans aber nehmen: Die Figur der Dörte aus Heckinghausen soll es auch während der Pause weiter geben; etwa in "Dörtes Bühnenschau" oder auch bei verschiedenen Veranstaltungen. "Es ist auch geplant, die Küchenoper in irgendeiner Form weiterzumachen", verspricht Dörte Bald. Vielleicht nur in einem anderen Format. "Die Ideen hören ja nicht auf ..."

Und wer weiß, vielleicht sieht man Dörte ja im Sommer sogar mal im Ausland von Cronenberg oder Vohwinkel auf der Walz oder dem eigenen Jakobsweg ...

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