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Wichlinghausen
Sport und Jugendarbeit

Wichlinghausen: Sport und Jugendarbeit
Reiner Theis (li.) und Marcus Schneider. FOTO: Quartiersbüro
Wuppertal. Beim Fitnesstraining christliche Werte und nette Leute kennen lernen: Diese Idee hat das Sozialwerk der Christus Gemeinde Wuppertal (CGW) in ein Konzept übersetzt, das über die "Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen" gefördert wird.

Am 30. Mai haben die Umbauarbeiten einer alten Fabrikhalle an der Wittener Straße 31a begonnen. Hier soll innerhalb von zwölf Monaten ein neues Jugendzentrum errichtet werden, in dem Sportkurse mit sozialem Charakter im Vordergrund stehen. "Mutig und stark" ist das Motto der Jugend-Aktiv-Einrichtung. T-Shirts mit entsprechendem Logo gibt es jetzt schon zu kaufen.

"Anders als in einem Fitnessstudio, wo man hingeht und an den Geräten trainiert, planen wir ein Kursprogramm für feste Gruppen", erklärt CGW-Prediger und Bodybuilder Marcus Schneider, der als "der breiteste Pastor Deutschlands" bekannt wurde. Jugendarbeit mit Sport zu kombinieren ist ein bewährtes Konzept. Das CGW-Sozialwerk vermittelt bei seinen Angebote christliche Werte, "aber ohne missionarischen Gedanken", betont der Pastor, der als Studioleiter agieren wird.

Egal ob oder welchen religiösen Hintergrund die Jugendlichen mitbringen, beim CGW-Sport beschäftigen sie sich mit wichtigen Lebensfragen, wie "Was bedeutet Fairness?" oder "Was ist Ehrlichkeit?". Um diese philosophischen Gedanken in der Praxis zu erleben, machen die jungen Leute unter anderem gemeinsam Sport.. Neben Kraft- gibt es Kampfsport, daneben Tanz und Mannschaftssport. Selbstverteidigung für Mädchen wird ebenfalls angeboten. "So kann auch jeder ausprobieren, was am besten zu ihm passt", sagt Schneider.

Das Gebäude an der Wittener Straße 31a. FOTO: Quartiersbüro

Obwohl dem Sport eine wichtige Rolle im CGW-Jugend-Aktiv-Zentrum zukommt, ist dies nur ein Teil des Gesamtkonzeptes. Mit Graffiti, Gesundheit, HipHop und kreativem Schreiben kann man sich im Jugendzentrum ebenfalls beschäftigen. Wichtig ist den Initiatoren, Jugendliche zu erreichen, die sonst die "bürgerlichen Angebote" nicht nutzen. 40 Prozent der Teilnehmenden, so rechnen die Verantwortlichen, werden voraussichtlich Muslime sein, die vorher nicht in Jugendzentren gegangen sind.

478.000 Euro hat das Sozialwerk an Baukosten für das neue Jugendzentrum veranschlagt. Rund 343.000 Euro werden über Fördergelder der "Sozialen Stadt" bereitgestellt. "Sonst könnten wir das gar nicht umsetzen", erklärt Reiner Theis, der auch Architekt für das neue Gebäude ist. Die Immobilie an sich gehört Privatleuten, die ebenfalls zur Christus Gemeinde gehören und sich fürs Jugendzentrum engagieren. Ein Sondereigentum von 475 Quadratmetern wurde für das Sozialwerk gebildet.

Ein Team aus zwölf Personen, fast alle Ehrenamtliche, kümmert sich in Unterarbeitsgruppen darum, das Jugendzentrum auf den Weg zu bringen. Dafür benötigen sie Unterstützung. "Innerhalb des Jahres, das wir für den Umbau angesetzt haben, sollen sich Gruppen finden, die sich um die einzelnen Aufgaben kümmern", berichtet Pastor Marcus Schneider. Management und Finanzen, Training, Gestaltung und Service seien zunächst die vier Schwerpunktthemen, für die Mitstreiter gesucht würden. "Uns ist ganz wichtig, Jugendliche zu beteiligen und sie damit Verantwortung übernehmen zu lassen", sagt er.

So würde später im Jugendzentrum ein Thekenbereich für alle zur Verfügung stehen mit Lounge "zum Chillen". Hier könnten alle hinkommen, "auch wer keinen Sport macht", so der Pastor. Daher benötige das Serviceteam besonders viele Ehrenamtliche.