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Offene Finanzierung und Klage
Vohwinkel: Sorge um den Flohmarkt

Vohwinkel: Sorge um den Flohmarkt
Die Kosten für die Organisation des Vohwinkeler Flohmarkts sind gestiegen. Rechnungen aus dem vergagenen Jahr noch nicht bezahlt. Wie wird es 2019 weiter gehen? FOTO: Mikko Schümmelfeder
Wuppertal. 250.000 Besucher schlenderten im September 2018 über den Vohwinkeler Flohmarkt. Doch ob der Trödel auch in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden wird, darüber herrschen unterschiedliche Meinungen. Grund dafür sind bisher nicht gezahlte Rechnungen des Vereins Vohwinkeler Flohmarkt, der das Großevent in den vergangenen Jahren veranstaltete. Von Hannah Florian und Dirk Lotze

400 Aussteller, acht Tonnen Müll und 3.000 Verkehrsschilder. Letztere könnten dem Veranstalter des Vohwinkeler Flohmarkts jetzt zum Verhängnis werden. Am 28. Februar wird vor dem Wuppertaler Landgericht eine Zivilklage verhandelt, in der vom Beklagten, dem Verein Vohwinkeler Flohmarkt, rund 8.800 Euro Restforderungen geltend gemacht werden.

Der Kläger, so die Auskunft des Landgerichts, war mit der Durchführung verkehrsrechtlicher Anordnungen der Stadt Wuppertal für den Flohmarkt beauftragt, sprich unter anderem mit dem Aufstellen der Verkehrsschilder. Da der Veranstalter nur einen Abschlag der ausstehenden Kosten gezahlt hatte, wurde Klage eingereicht.

Frank Varoquier, 1. Vorsitzender des Vereins Vohwinkeler Flohmarkt, reagierte auf Nachfrage gelassen. "Ein Mahnbescheid hätte auch gereicht", sagte er im Gespräch mit der Rundschau und betonte, dass es sich bei der Verhandlung lediglich um einen Gütetermin handele, bei dem im Beisein eines Richters in Ruhe über den Sachverhalt geredet werde.

Auf die Frage, ob das Verfahren Einfluss auf den Vohwinkeler Flohmarkt 2019 nehmen könnte, antwortete Frank Varoquier: "Der Flohmarkt wird stattfinden, und zwar mit mir." Nur bei der Finanzierung, räumte er ein, müsse sich etwas ändern. Ohne Sponsoren würde es in Zukunft nicht mehr gehen.

Bisher wurde der Flohmarkt hauptsächlich durch die Standgebühren finanziert. "Zudem hat die Stadtsparkasse immer etwas dazu gegeben, einige Aussteller haben unentgeltlich Equipment gestellt. Aber das reicht nicht mehr", so Varoquier.

Michael Spitzer von der "Aktion V," der Werbegemeinschaft Vohwinkel, macht sich Sorgen um die Zukunft des Flohmarkts. Ende vergangenen Jahres kam die Aktion V zu einem Gespräch mit der Stadt, dem Ordnungsamt, den Wuppertaler Stadtwerken und der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) zusammen. Diskutiert wurde über das Vohwinkel-Wochenende im September, an dem neben dem Flohmarkt auch der Vohwinkeltag, organisiert von der Aktion V, und das Nachbarschaftsfest, organisiert von der AGVV, stattfinden.

Der brisanteste Punkt auf der Tagesordnung, laut Michael Spitzer: die zukünftige Organisation des Flohmarkts. Frank Varoquier als Vertreter des Vereins Vohwinkeler Flohmarkt nahm nicht an der Besprechung teil. "Ich war krank", sagt er. Zu den Ergebnissen der Sitzung erklärte Michael Spitzer: "Wir sind bisher zu keiner Lösung über die Fortsetzung des Flohmarkts gekommen." Und betonte: "Die Aktion V ist nicht Ausrichter des Trödels."

Die Stadt Wuppertal möchte nach Angaben aus dem Presseamt über die Zukunft des Großevents aufgrund des laufenden Verfahrens nicht Stellung nehmen. "Wir werden wie jedes Jahr prüfen, ob der Veranstalter gewisse Voraussetzungen erfüllt, bevor wir die Organisation vergeben."

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