Elberfelder Südstadt Die zwei Parkplätze bleiben – vorerst

Wuppertal · Beim Umbau einer Parkanlage in der Südstadt hat die Stadt nach Anwohnerprotesten darauf verzichtet, Bäume auf zwei Stellplätze zu pflanzen. Doch das „Happy End“ für die Widerständler könnte nur vorübergehend sein.

Versickerungsfähige Pflastersteine, neue Holzbänke, zwei Sportgeräte sowie neuer Rasen, Blumen und Sträucher: So sieht Wuppertals erster „Pocket Park“ in der Elberfelder Südstadt nach dem Umbau aus.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Tomas Cabanis

Dass der Umbau einer veralteten Grünfläche in der Elberfelder Südstadt zum ersten „Pocket Park“ Wuppertals derart hohe Wellen schlagen würde, hätten die Verantwortlichen wohl nie gedacht. Dabei avancierten zwei von 20 angrenzenden Parkplätzen in der Kölner Straße zum Zankapfel – denn auf ihnen sollten zwei Bäume gepflanzt werden.

Mit 18 anstelle von 20 Stellplätzen wollten sich einige in der Nachbarschaft nicht zufriedengeben. Bei der Vorstellung der Pläne im vergangenen Sommer machten sie ihrem Ärger Luft. Eine Anwohnerin schrieb auf einem Flyer, den sie in den umliegenden Straßen verteilte: „Wir brauchen keinen Designer-Drogentreff und kein nobles Hunde-Toiletten-Areal, sondern Parkplätze“.

Auf zwei der 20 Parkplätze in der Kölner Straße sollte jeweils ein Baum gepflanzt werden.

Foto: Tomas Cabanis

Die Verantwortlichen bei der Stadt entschieden sich daraufhin, die Bäume nicht auf die Fläche der zwei Stellplätze zu setzen. Sie sollen nun im kommenden Herbst in die Parkanlage integriert werden. „Das liegt auch daran, dass wir im Park mehr Schatten benötigen“, sagt Ben Zemke, Landschaftsarchitekt beim Ressort Grünflächen und Forsten der Stadt Wuppertal. Die Kosten fallen nun etwas günstiger aus: Parkbäume sind üblicherweise billiger als Gattungen, die an der Straße gepflanzt werden.

Ungeachtet der Parkplatz-Posse stieß die Umgestaltung der Grünfläche von Anfang an auf große Resonanz. Der in den 1970er Jahren erbaute Park vegetierte seit Langem vor sich hin und diente nur noch als Treffpunkt von Alkohol-Trinkern. Deswegen hat die Stadt extra dafür gesorgt, dass der Parkbereich durch zwei zusätzliche Eingänge besser einsehbar ist. Zudem sollen versickerungsfähige Pflastersteine Regen besser ablaufen lassen.

Doch der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: Aus den Plänen wurde nichts.

Foto: Tomas Cabanis

Zwei Sportgeräte, neue Holzbänke, frischer Rasen sowie verschiedene Blumen und Sträucher wurden ebenfalls aufgestellt beziehungsweise gepflanzt.

In den kommenden Jahren könnten dennoch Parkplätze wegfallen – in ganz Wuppertal. Die Stadt plant nämlich im Rahmen ihres Stadtbaumkonzeptes, insgesamt 140 neue Baumstandorte zu schaffen. Derzeit sind rund 60 Prozent der Wuppertaler Straßen baumlos. Und genau das soll sich in Zukunft ändern.