| 15.45 Uhr

Fußball-Regionallga: 1:1 (1:1) gegen Kaan-Marienborn
WSV gibt weitere zwei Punkte ab

Fußball-Regionallga: 1:1 (1:1) gegen Kaan-Marienborn: WSV gibt weitere zwei Punkte ab
Der Schuss von Kevin Hagemann zum 1:0. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler ist nicht in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Adrian Alipour trennte sich am Samstagnachmittag (3. November 2018) vom Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden. Vor 2.052 Zuschauern erzielte Kevin Hagemann das Tor für den Tabellenneunten. Von Jörn Koldehoff und Julian Schumacher

Die Rot-Blauen mussten ohne Gaetano Manno (fünfte gelbe Karte), Yusa Alabas (Faserriss) und den Langzeitverletzten Daniel Hägler antreten. Sascha Schünemann und Jan-Steffen Meier rückten auf die Bank, dafür kamen Silvio Pagano, Daniel Grebe, Gino Windmüller und Marco Cirillo in die Anfangself.

Der Rückschlag vom Dienstag (2:3 im Nachholspiel gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf) saß dem WSV offenbar noch in den Knochen. Die ersten beiden Chancen gingen an die Gäste: Erst schoss Elsamed Ramaj aus kurzer Distanz nur knapp am linken Pfosten vorbei (4.), dann Mehmet Alp Kurt aus zehn Metern drüber (5.). Vorausgegangen waren mehrere Fehlpässe. Den ersten WSV-Akzent setzte Jonas Erwig-Drüppel, der aber gegen Torwart Christian Bölker den Kürzeren zog (7.).

Die Gäste spielten weiter mutig nach vorn: Marcel Raschuweit köpfte aber über die Latte (12.). Der WSV fing sich langsam - und traf: Kevin Hagemann pflückte einen langen Pass herunter. Torwart Bölker war eigentlich dran, ließ den Ball aber prallen, Hagemann netzte aus der Drehung ein - 1:0 (19.). Kaan-Marienborn ließ jedoch nicht nach: Ein abgefälschter Schuss von Philipp Dünnwald rauschte knapp am Pfosten vorbei (25.). Nur eine Minute später der verdiente Ausgleich, als Jannik Schneider dem WSV-Keeper Joshua Mroß aus der Distanz keine Abwehrgelegenheit bot - 1:1 (26.).

Die Partie verflachte fortan. Die Gäste fanden nicht mehr wirklich den Weg Richtung Offensive, der Favorit mühte sich, Chancen herauszuspielen. Das misslang. So ging es mit einem Remis in die Kabinen, das nur wenige Fans applaudieren ließ.

Trainer Alipour wechselte zur zweiten Halbzeit: Für Gino Windmüller kam der offensivere Semir Saric. Nachdem Marco Cirillo festgehalten wurde, gab es Elfmeter. Dennis Malura, der antrat, weil der etatmäßige Schütze Manno fehlte, traf aber Schlussmann Christian Bölker. Und der lenkte den Ball an die Latte (56.). Durchgang zwei bot längst nicht mehr das Tempo und die Möglichkeiten der ersten 45 Minuten. Deshalb versuchte es Alipour in der 70. Minute mit einem weiteren Wechsel: Enes Topal ersetzte den glücklosen Jonas Erwig-Drüppel.

Es blieb zäh: Der Gast schien mit dem Remis zufrieden, dem WSV fiel kaum etwas ein. Dann aber doch noch eine turbulente Schussphase: Fünf Minuten vor dem Ende tauchte Maan aber wieder im gegnerischen Strafraum auf. Mroß reagierte blitschnell und verhinderte den Rückstand. In der 87. Minute hatte Christopher Kramer den Sieg auf dem Kopf. Sein Versuch aus vier Metern traf aber Torwart Bölker. Kurz danach verpasste Kramer einen Saric-Querpass (89.).

Adrian Alipour (Wuppertaler SV): "Wir haben uns natürlich intensiv mit dem Gegner beschäftigt, den ich schon aus meiner Dortmunder Zeit gut kenne. Ich habe die Jungs darauf vorbereitet. Sie verfügen über eine unglaubliche Mentalität. Wir waren darauf eingestellt, dass wir mit einfachem Fußball keinen Blumentopf gewinnen werden. Wir sind dem Gegner nicht entgegengetreten im ersten Durchgang. Wir haben nach nicht mal zwei Minuten schon großes Glück. Nach elfeinhalb Minuten hat Kaan-Marienborn schon dreimal aufs Tor geschossen. Das kann nicht sein. Wir standen teilweise zu weit auseinander. Wir gehen zwar in Führung und hoffen, dass das Selbstvertrauen gibt. Bei der Ecke verteidigen wir mit dem Fernglas. Das ist einfach ärgerlich. Wir wollten das Pressingverhalten in der zweiten Halbzeit verändern. Wir spielen dann solide, haben dann aber auch nochmal das nötige Glück. Nach dem Elfmeter werden wir eigentlich erst wirklich galliger. Bei dem Elfmeter hält Christian Bölker den Ball überragend. Warum wir danach den Abpraller aber nicht machen … Wir hatten danach unsere Chancen. Wir konnten da leider Gottes nicht stechen. Aber ein Sieg wäre zu viel des Guten gewesen. Marienborn hat das hervorragend gemacht."

Auf die Frage, ob es nach dem Spiel noch ein Thema in der Mannschaft war, dass Dennis Malura den Elfmeter geschossen hat, obwohl Kevin Hagemann auch gerne geschossen hätte, antwortete Alipour: "Es ist egal, wer schießt. Ich freue mich, dass zwei schießen und die Verantwortung übernehmen wollten. Der war gar nicht schlecht geschossen, sondern hervorragend gehalten." Außerdem wurde Alipour gefragt, warum Bednarski nicht im Kader stand: "Wir können nur 18 Spieler nominieren. Da muss man dann die Trainingswoche berücksichtigen. Da haben wir uns für andere Optionen entschieden."

Thorsten Nehrbauer (1. FC Kaan-Marienborn): "Ein sehr intensives Spiel. Ich muss noch runterkommen. Wir sind hervorragend ins Spiel gekommen. Wir wollten pressen und Nadelstiche setzen. Das haben wir die ersten 20 Minuten hervorragend gemacht. Dann kam Wuppertal auf. Mit zwei, drei langen Bällen hatten wir Probleme. Und dann hatten wir einmal Glück bei der Chance von Erwig-Drüppel, hatten aber auch unsere Chancen. Trotz des Abstiegskampfes hat meine Mannschaft nach dem Rückstand Mentalität bewiesen und verdient ausgeglichen. Wir wollten im zweiten Durchgang so weitermachen. Nicht nur reagieren, sondern auch agieren. Das ist gelungen. Dass der WSV auch Situationen hat, ist klar. Zum Elfmeter, das kann man so und so sehen: Ich glaube, dass es zu wenig war. Das Verhalten des Abwehrspielers war aber auch nicht so clever. Kann man viel drüber diskutieren. Christian Bölker hält den hervorragend. Wir haben dann selbst Chancen, dann aber auch zweimal Glück. Unter dem Strich sind wir hochzufrieden. Der Punkt ist für uns ganz, ganz wichtig. Gut ist, dass wir wettbewerbsfähig sind. Mich freut es unheimlich für meinen Torwart. Er ist - für alle die es nicht wissen - gehörlos. Vielleicht hat er deswegen auch die nötige Ruhe. Der hat uns den Punkt heute festgehalten."

Das letzte Spiel der Hinrunde bestreitet der WSV am kommenden Samstag (10. November 2018) ab 14 Uhr bei der U21 des 1. FC Köln. Die Rückrunde beginnt eine Woche später mit der Partie beim TV Herkenrath.

Zum Liveticker: hier klicken!

Die Rundschau-Radrunde