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Interview mit WSV-Sportdirektor Manuel Bölstler
"Viel positive Resonanz erfahren"

Interview mit WSV-Sportdirektor Manuel Bölstler: "Viel positive Resonanz erfahren"
Manuel Bölstler (li.) im Pokalhit 2008 gegen den FC Bayern (2:5). FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Sportdirektor, Co-Trainer und Spieler: Manuel Bölstler übernimmt beim Fußball-Oberligisten Wuppertaler SV gleich drei Aufgaben. Mit dem 32-Jährigen, der von 2006 bis 2008 insgesamt 56 Regionalliga- und drei DFB-Pokal-Spiele bestritt, unterhielt sich Rundschau-Redakteur Jörn Koldehoff.

Rundschau: Herr Bölstler, kribbelt es vor dem Trainingsauftakt am Mittwoch?

Bölstler: Die Vorfreude ist riesengroß. Das gilt natürlich für das gesamte Trainerteam. Wir haben in den vergangenen Tagen viel gearbeitet und freuen uns jetzt, dass es losgeht. Perfektes Wetter haben wir auch bestellt …

Rundschau: Wie kam der Kontakt zustande?

Manuel Bölstler (re., mit Mike Rietpietsch) in der Gelsenkirchener Arena. FOTO: Mike Rietpietsch

Bölstler: Stefan Vollmerhausen hat mich angesprochen, nachdem feststand, dass er Trainer wird. Ich habe mir auch von Finanzvorstand Lothar Stücker alles angehört, darüber nachgedacht und dann zugesagt.

Rundschau: Was gibt es noch zu tun?

Bölstler: Es sind noch zwei Positionen zu besetzen. Namen kommentiere ich nicht. Wir führen viele Gespräche, alles andere wäre ja auch fahrlässig. Wir halten weiter die Augen auf. Es ist gut möglich, dass noch Testspieler kommen. Darüber hinaus legen wir noch die Abläufe fest, auch mit unserem neuen kaufmännischen Geschäftsführer.

Rundschau: Wie lautet die Begrifflichkeit genau? Sportdirektor?

Bölstler (lacht): Wie man mich schimpfen möchte, ist eigentlich egal. Mein Verantwortungsbereich ist die erste Mannschaft.

Rundschau: Wie lautet die Zielsetzung für die kommende Saison?

Bölstler: Wir wollen oben mitspielen, über alles andere brauchen wir nicht zu reden. Fest steht, dass der KFC Uerdingen die Übermannschaft sein wird. Die bieten das Dreifache an, werden sich eine gute Truppe zusammenkaufen mit Vollprofitum. Das ist bei uns nicht möglich, deshalb wird es kein Zuckerschlecken. Der 1. FC Bocholt hat ähnliche Voraussetzungen wie wir.

Rundschau: Wie wollen Sie dann mit Uerdingen mithalten?

Bölstler: Wenn ein Spieler zu uns kommt, dann nicht wegen des Geldes, sondern weil er einen guten Charakter hat und unsere Philosophie mitträgt. Ercan Aydogmus zum Beispiel hatte viel bessere Angebote, hat aber bei uns unterschrieben. Wir möchten mit anderen Tugenden trumpfen.

Rundschau: Joshua Mroß ist 19, Felix Schiffer 21 – sind die Torhüter nicht zu unerfahren?

Bölstler: Natürlich haben wir darüber intern diskutiert. Aber beide sind sehr talentiert, sehr ehrgeizig und werden um ihren Platz kämpfen. Und mit Markus Swoboda haben wir auch einen sehr guten Torwarttrainer.

Rundschau: Was hat sich seit Ihrem ersten WSV-Engagement im Verein verändert?

Bölstler: Eigentlich gar nicht so viel. Ich habe viele bekannte Gesichter wiedergesehen. Unseren "Hausmeister" Guido (Stadionwart Guido Löhr, Anm. der Red.) zum Beispiel, Konditionstrainer Thomas Ediger sowie Moni und Klaus als gute Geister. Nachdem ich beim WSV zugesagt habe, habe ich auf Facebook viel positive Resonanz erfahren. Wir möchten Euphorie vorleben und die Leute ins Stadion holen – wobei der Schnitt von 2.100 in der vergangenen Saison für die Oberliga sensationell war. Es wird keine einfache Saison, aber einfach kann auch jeder. Den ein oder anderen Stein, den man uns in den Weg legen wird, werden wir gemeinsam wegtragen. Wir hoffen auf das Vertrauen unserer Fans. Kommt ins Stadion und unterstützt uns!

Rundschau: Sind Sie noch immer im defensiven Mittelfeld unterwegs?

Bölstler (lacht): Ja, und noch immer kein Torjäger.

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