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Handball-Bundesliga: Bergischer HC
Die teuer erkaufte Sensation

Handball-Bundesliga: Bergischer HC: Die teuer erkaufte Sensation
Viktor Szilagyi (li., neben Trainer Sebastian Hinze) kann nur noch von der Bank aus helfen. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal / Solingen. Mit dem Auswärtssieg beim Tabellenvierten in Berlin hat der Handball-Bundesligist Bergischer HC die gesamte Liga überrascht. Überschattet wird die Sensation vom Saison-Aus für Viktor Szilágyi.

Dass die moderne Halle am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Berliner Bezirk Pankow den Namen des großen Boxers Max Schmeling trägt, taugte nur im Vorfeld zu Wortspielen. Nein – der Bergische HC ging nicht k.o., er taumelte noch nicht einmal über das Parkett. Angezählt wurden nach dem 30:29 (15:13) nur die Gegenspieler der Füchse Berlin durch ihren über die Maßen erzürnten Trainer Velimir Petkovic. "Die ganze Körpersprache hat mir nicht gefallen", knirschte der 60-Jährige.

Natürlich schienen die Berliner mental kaum bereit für den BHC, das aber soll die Leistung des Teams von Trainer Sebastian Hinze nicht schmälern. Gerade nach dem desillusionierenden 26:35 gegen Abstiegs-Konkurrent TVB Stuttgart waren die 60 Minuten in Berlin ein starkes Lebenssignal. Besonders die Deckung um den neuen Abwehr-Chef Kristian Nippes arbeitete konstant aggressiv, dazu war die Abschlussqualität enorm. Der riskante Heber von Hoße zum 30:28 hätte wohl in keinem der vergangenen Spiele sein Ziel gefunden.

"Dafür braucht es keine Erklärung. Jedes Spiel ist eben anders. Wichtig ist jetzt allerdings, dass wir aus diesem Erfolgserlebnis etwas mitnehmen", sagte Hinze. Schließlich steht der BHC auch mit dem ersten Sieg nach insgesamt 13 Niederlagen am Stück weiter auf einem Abstiegsplatz. "Wir haben jetzt zwar die rote Laterne abgegeben, aber deswegen besteht kein Grund zum Abheben. Unsere Situation hat sich dadurch ja nicht wesentlich verbessert", erklärte Hinze.

Zumal der Sieg durch das Saison-Aus für Viktor Szilágyi überschattet wird. Riss des vorderen Kreuzbandes, des Innenbandes und Bruch des Schienbeinköpfchens im linken Kniegelenk lautete am Donnerstag die niederschmetternde Diagnose für den 38-Jährigen, der in der ersten Halbzeit vom Feld geführt wurde. Ein wirklich bitterer Schlusspunkt des Comebacks, für das der reaktivierte sportliche Leiter in der Vorbereitung so hart geschuftet hatte.

Das Handtuch aber wird deswegen natürlich nicht geworfen. "Der Sieg war für die Mannschaft extrem wichtig. Dieses Ergebnis auf der Anzeigetafel zu sehen, kann für die verbleibenden Spiele einen positiven Impuls auslösen. Es gibt zwar keine Garantie für weitere Siege, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher geworden", hofft Hinze nach dem Ende der 13-Spiele-Negativserie auf weitere Erfolge. Natürlich auch Karnevalssamstag (19 Uhr, Klingenhalle) im nächsten Heimspiel gegen Coburg.

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