| 19.10 Uhr

Handball-Bundesliga: 26:35 (10:15) gegen den TVB Stuttgart
BHC brach am Ende komplett ein

Handball-Bundesliga: 26:35 (10:15) gegen den TVB Stuttgart: BHC brach am Ende komplett ein
Bild mit Symbolcharakter: Uros Vilovski am Boden. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal / Solingen. Der Klassenerhalt rückt für den Handball-Bundesligisten Bergischer HC in weite Ferne. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze verlor am Samstagabend (11. Februar 2017) das Heimspiel gegen den TVB Stuttgart deutlich mit 26:35 (10:15).

Vor 2.438 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle kam der BHC ganz schwer in die Partie und lag 2:4 (8.) und 5:8 (13.) hinten. Hinze brachte früh Routinier Viktor Szilagyi als Spielmacher. Bitter: Torwart Björgvin Pall Gustavsson sah nach 18 Minuten nach einem Foul die rote Karte. Beim Stand von 5:10 (21.) nahm der BHC-Coach die zweite Auszeit, es lief kaum etwas zusammen. Immerhin: Danach verkürzte der Gastgeber auf 7:10 (22.). Nachdem Gunnarsson, der seinen Vertrag ligenaunabhängig bis 2021 verlängert hat, per Siebenmeter nur die Latte traf (28.), zog Stuttgart zur Pause auf 15:10 davon.

Rundschau-Redakteur Roderich Trapp nach den ersten 30 Minuten: "Same procedure as last year - der BHC geht mal wieder mit einem derben Rückstand in die Kabine. Der Rucksack aus der Hinrunde drückt erkennbar auf die Spieler, die nie richtig ins Rollen gekommen sind. Stuttgart wirkt dagegen ausgesprochen cool und unaufgeregt in dieser auch für die Gäste eminent wichtigen Partie. Keine guten Vorzeichen für Durchgang zwei ..."

Der begann aber verheißungsvoll, der BHC kam kampfeslustig aus der Kabine. Szilagyi, Preuss und Hoße führten den BHC auf 13:15 (33.) heran. Die Halle erwachte. Nun zog TVB-Coach Markus Bauer die Notbremse in Form einer Auszeit. Mit dem siebten Feldspieler und einem Tor von Schimmelbauer endete zunächst der Lauf, des BHC, der in der Defensive nicht stabil war.

Die Schwaben verteidigten einen Drei-Tore-Vorsprung (18:15, 39.), beide Teams vergaben viele Chancen. Den Rest fischte Ex-Nationalkeeper Johannes Bitter weg. Und so lagen die Stuttgarter in der 43. Minute mit 20:15 in Führung. Nach dem 18:21 (45.) durch Kristian Nippes schöpften die BHC-Fans jedoch wieder Hoffnung.

Elf Minuten vor dem Ende dann aber auf einmal sechs Tore plus für die Gäste (25:19). Hinze nahm seine letzte Auszeit. Es half nichts. Die Schwaben spielten, angeführt vom bärenstarken Keeper Bitter sowie Bobby Schagen und Tobias Schimmelbauer, die Zeit runter. Der BHC gab sich in den letzten acht Minuten auf.

BHC-Trainer Sebsatian Hinze: "Das war natürliich ein verdienter Sieg, Glückwunsch an den TVB. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht erwartet und nicht kommen sehen habe. Wir haben im Training zu hundert Prozent anders gearbeitet. Dann haben wir zu Beginn die schlechteste Viertelstunde der Saison gespielt und waren völlig ängstlich. Nach der Pause haben wir dann mit Emotionen und Tempo nach vorne gespielt, gehen später aber wieder so aus dem Spiel raus wie wir reingegangen sind. Eine gute Viertelstunde ist viel zu wenig, um in der ersten Liga zu bestehen. Das macht mich sehr nachdenklich."

BHC-Beirat Jörg Föste: "Das war über weite Strecken ernüchternd. Glückwunsch an Stuttgart, das hochverdient gewonnen hat, weil es mehr in die Waagschale geworfen hat. Wir haben eine Viertelstunde gezeigt wie es hätte gehen können. Wir hätten über viel weitere Strecken den Kampf annehmen müssen. So leid es mir tut - außer den zehn Minuten nach der Pause habe ich bei uns nicht viel Gutes gesehen."

Fazit von Rundschau-Redakteur Roderich Trapp: "Gegen einen unmittelbaren Konkurrenten war der BHC heute in allen Belangen unterlegen und ging nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit mit fünf Toren Rückstand in die Pause. Trotzdem schien die Partie nach dem Wechsel kurzzeitig zu kippen, bis Stuttgart auf den siebten Feldspieler umstellte und damit dem BHC komplett den Zahn zog. Am Ende steht ein Heim-Debakel, das alle Aufholjagd-Träume ziemlich unrealistisch erscheinen lässt. Wer heute auf einen Abstieg des BHC wettet, dürfte eine lausige Quote bekommen. Wir haben jedenfalls einen Klassenunterscheid gesehen ..."

Bereits am Mittwoch (15. Februar 2017) ist der BHC gefordert. Dann tritt er als Außenseiter bei den Füchsen Berlin an. Anwurf in der Max-Schmeling-Halle ist um 19 Uhr.

Zum Liveticker: hier klicken!