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Soziale Netzwerke
Zwei aktive Instagram-Senioren

Soziale Netzwerke: Zwei aktive Instagram-Senioren
Wo sie gehen, stehen und sitzen, fallen Hans Peter (li.) und Salvatore Bilder auf, die sie sofort hochladen. FOTO: Sinja Husmann
Wuppertal. Hans-Peter und Salvatore sind in Wuppertal und Umgebung mit ihrem Instagram-Account "Wupperschiffer" unterwegs – und das erfolgreich. Die Rentner erleben dabei einiges. Von Sinja Husmann

Morgens gibt es zuerst ein Frühstück, oft im "Brosio" in der Rathaus Galerie oder bei einem anderen Bäcker. Die drei belegten Brötchen werden kameradschaftlich geteilt, dazu bekommt jeder seinen Kaffee. Danach ziehen die beiden los. Wohin es geht, entscheiden sie spontan. Sie lassen sich treiben. Heute geht es zur Schwebebahn, Richtung Oberbarmen. 
Hans-Peter hat Glück, denn die neue Schwebebahn fährt ein: Smartphone raus – und zack wird das erste Foto geschossen und auf Instagram hochgeladen. Direkt bekommt das Bild Herzen und einen Kommentar: "wonderful".

Den Account "wupperschiffer" verfolgen sogar Menschen aus dem Ausland. Als sie die Station Ohligsmühle erreichen, steigen sie schon wieder aus, denn Hans-Peter hat wieder ein Motiv entdeckt, das ihm gefällt: Das Schild Ohligsmühle, im Hintergrund die Gebäude der IHK und der Sparkasse. Ein echtes Wuppertal-Motiv eben. Auch dieser Schnappschuss wird direkt hochgeladen, die Reise geht weiter: Heute wollen sie Zug fahren, und der nächste rollt nach Düsseldorf. Und alles, was schön, skurril, spannend ist, wird abgelichtet. So ziehen die besten Freunde jeden Tag los, auch wenn es regnet: "Die Welt ist so schön, und es gibt immer etwas zu entdecken." 

Angefangen hat alles mit einem Bild der Wuppertaler Schwebebahn im Dezember 2015. Seitdem haben sie über 1.200 Beiträge hochgeladen, über die sich mehr als 1.400 Abonnenten täglich freuen. "Es ist auch irgendwo mein Vermächtnis", sagt Hans-Peter mit etwas Stolz in der Stimme. Auch Freunde und Verwandte begeistert das ungewöhnliche Hobby der zwei ausflugslustigen Wuppertaler Senioren. 

Wer täglich reist, umherschaut und die Menschen beobachtet, der erlebt manchmal auch unschöne Situationen. "Einmal saßen wir in der Schwebebahn. Eine Mutter stieg mit ihren zwei Kindern ein. Sie telefonierte und plötzlich schnappte sich ein Mann von hinten das Handy. Die Frau rannte hinterher – und die Schwebebahn fuhr mit den Kindern ohne Mutter los", erzählt Hans-Peter.

Zum Glück habe sich sofort eine andere Frau um die Kinder gekümmert – und die "wupperschiffer" konnten erleichtert ihren Ausflug fortsetzen. 
Situationen wie diese, aber vor allem die schönen Geschichten, die Wupper, die Bahn, das Tal und ganz NRW machen für Salvatore und Hans-Peter jeden Tag zum Abenteuer. Aber warum gerade der Name "wupperschiffer"? Hans-Peter: "So habe ich Salvatore immer genannt. Wir sind ja oft in Wuppertal unterwegs und schiffen dann meist über die Wupper mit der Schwebebahn."


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