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Neue Initiative gegründet
"Wuppervital": Jetzt endlich runter vom Sofa?!

Neue Initiative gegründet: "Wuppervital": Jetzt endlich runter vom Sofa?!
Dr. Florian Hugk (li.) und Alfred Honermann (re.) wollen das träge Drittel der Wuppertaler Bevölkerung vom Sofa holen und in Bewegung bringen. Motto: „Wupp dich vit!“ FOTO: dr. book
Wuppertal. Die Initiative "Wuppervital" will das unsportliche Drittel der Wuppertaler Bevölkerung in Bewegung bringen: ohne Druck und mit einem Netzwerk, das lockere Motivationsanreize bietet. Zum Auftakt gibt's jetzt eine große Bürger-Umfrage zum Thema Vitalität, bei der jeder mitmachen kann. Von Roderich Trapp

Die Zahlen sprechen für sich: Von rund 350.000 Wuppertalern sind derzeit rund 70.000 in Vereinen sportlich aktiv. Weitere 50.000 dürften unorganisiert in Fitnessclubs, als Jogger oder in anderer Form körperlich aktiv sein - zusammen ist das gerade mal ein Drittel der Einwohner im Tal. Ein weiteres Drittel gilt als nicht aktivierbar. Bleibt sozusagen die Mitte - und die vom Sofa zu holen, ist das Ziel von "Wuppervital". In dieser Initiative haben sich Menschen zusammengeschlossen, für die Sport immer schon ein Eckpfeiler ihres Lebens war und die mit ihrer Begeisterung für Bewegung andere anstecken wollen.

Motoren des Projektes sind Wuppertals Triathlon-Nestor Alfred Honermann und der promovierte Philosoph und Schwimmtrainer Dr. Florian Hugk. Ihr Ansatz: Das im Hinblick auf körperliche Aktivitäten schwankende Drittel der Bevölkerung zu Aktivitäten motivieren, indem man Bewegungsangebote schafft, die ohne Zwang, Beitrag oder Verpflichtung den Einstieg in ein vitaleres Leben ermöglichen. Unter dem Motto "Wupp dich vit!" setzt man dabei nicht zuletzt auf die vielen reizvollen Stellen, die Wuppertal im Stadtbild zu bieten hat und an denen "Vital Points" als Treffpunkte entstehen sollen. Die Nordbahntrasse hat durchaus Vorbildfunktion.

"Es ist egal, ob sich eine Schachgruppe findet oder sich Spaziergänger zum Walken zusammentun - wichtig ist die Motivation zu schaffen und die Menschen zu vernetzen", erklärt Alfred Honermann den Ansatz. Und Hugk ergänzt: "Die meisten kommen nicht mehr zum Sport, weil sie sich überfordert fühlen. Wir wollen dagegen dafür sorgen, dass durch kleine Erfolgserlebnisse Lebensqualität entsteht." Dabei hat man ausdrücklich auch die große Gruppe der älteren Wuppertaler im Visier - mehr als jeder zweite ist über 46 Jahre.

Kurios: Für ihre Vision von der sich ohne Vereinszwänge mobilisierenden Gesellschaft mussten die "Wuppervital"-Aktivisten aus rechtlichen Gründen erst einmal einen Verein gründen. Das ist jetzt fast geschafft, auch die Homepage der Initiative ist online. Damit steht auch die Basis für den Startschuss, mit dem "Wuppervital" seine weiteren Bemühungen auf ein breites Datenfundament stellen will: Ab sofort kann sich jeder Wuppertaler an einer kurzen Online-Umfrage zum Thema Vitalität und Bewegung beteiligen - als Anreiz gibt's hier Bewegungsanalysen oder Fitness-Checks zu gewinnen.

Im Oktober sollen dann in einer Pilotphase erste Impulsstunden an Vital-Points starten, bei denen auch qualifizierte Trainer und Mediziner Tipps zur Eigenmotivation geben.

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