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"Mittlerweise veraltete Methoden"
Seilbahn-Gegner kritisieren WSW

"Mittlerweise veraltete Methoden": Seilbahn-Gegner kritisieren WSW
Protestplakat der Initiative. FOTO: Eduard Urssu
Wuppertal. Die Initiative "Seilbahnfreies Wuppertal" kritisiert die Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Sie befürchtet, dass durch den Bau einer Seilbahn über fünf Millionen zusätzliche PKW-Kilometer von Cronenberg in die City anfallen.

Die Bürgerinitiative widerspricht damit den Ergebnissen der Wuppertaler Stadtwerke zur berechneten Reduktion des Autoverkehrs. "Mit Hilfe der neuesten Verfahrensanleitung aus 2016 für Standardisierte Bewertungsverfahren kann das Gegenteil belegt werden. Die von der Wuppertaler Stadtwerke beauftragte Nutzen-Kosten-Analyse basiert noch auf mittlerweile veralteten Methoden aus dem Jahr 2006."

Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Unter Verkehrswissenschaftlern ist unstrittig, dass zusätzliche Umstiege und die Ausdünnung von Busangeboten dazu führen, dass deutlich mehr Menschen mit dem Auto fahren. Für die heutigen Wege zwischen Cronenberg und Elberfeld würde die Umsetzung der derzeitigen Seilbahnplanung nach aktueller Berechnung zu einer Mehrbelastung von 5,4 Millionen PKW-Kilometern im Jahr auf der Hahnerberger und Cronenberger Straße führen.

Die von den WSW vorgelegte Berechnung fußt auf fragwürdigen Annahmen und einer veralteten Verfahrensanleitung. Eine Entscheidung über 100-Millionen-Euro-Projekt kann nach unserer Ansicht nicht auf der Grundlage derart irreführender und wenig belastbarer Gutachten gefällt werden.

Die Initiative fordert den Stadtrat auf, "das Standardisierte Bewertungsverfahren vollständig, mit nachprüfbaren Annahmen, sowie mit veröffentlichten Formblättern gemäß der 2016er Verfahrensanleitung durchführen zu lassen. Anstelle des Wunsches nach Leuchtturmprojekten sollten Transparenz, Bürgernähe sowie ÖPNV- und Umweltaspekte das Handeln bestimmen."

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