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Stellungnahme der Initiative "Mehr Demokratie"
Seilbahn: "Bürgerbefragung wäre zulässig"

Stellungnahme der Initiative "Mehr Demokratie": Seilbahn: "Bürgerbefragung wäre zulässig"
Das Seilbahn-Modell. FOTO: WSW
Wuppertal. Eine Bürgerbefragung zum Bau einer Seilbahn in Wuppertal ist nach Meinung der Initiative "Mehr Demokratie" zulässig. Der Verein widerspricht in einer Stellungnahme der Wuppertaler Stadtverwaltung, die das in einer Vorlage für die nächste Sitzung des Stadtrates verneint.

"Die Gemeindeordnung setzt den Kommunen hier keine Grenzen. Eine Bürgerbefragung wäre nur unzulässig, wenn die Gemeindeordnung sie ausdrücklich ausschließen würde", so Landesgeschäftsführer Alexander Trennheuser. Eine Selbstverpflichtung des Rates, das Ergebnis der Bürgerbefragung anzuerkennen, sei zwar unverbindlich, aber nicht rechtswidrig. Auch müsse die Bürgerentscheid-Satzung der Stadt nicht geändert werden."

Weil die Gemeindeordnung einen verbindlichen Ratsbürgerentscheid zu diesem Thema nicht zulässt, hatte die FDP im Januar die Durchführung eines "freiwilligen Ratsbürgerentscheids" zum Bau der Seilbahn beantragt. Die Verwaltung hält eine nach den Regeln eines Ratsbürgerentscheids gestaltete unverbindliche Abstimmung für rechtswidrig. Eine freiwillige Selbstverpflichtung des Rates zur Akzeptanz und Umsetzung des Ergebnisses der Bürgerbefragung sei ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung. "Grundsätzlich ist zwischen verbindlichen (Rats)Bürgerentscheiden und unverbindlichen Bürgerbefragungen strikt zu trennen und zu unterscheiden", schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage.

"Es gab in der Vergangenheit in NRW bereits Abstimmungen ähnlich der von der FDP in Wuppertal beantragten, ohne dass deren Zulässigkeit angezweifelt worden wäre", meint Trennheuser. Beispiele seien Bürgerbefragungen zum Bau einer Stadtbahnlinie in Bielefeld und zur Anlage eines Freizeitsees in Hamm. "Auch hier hatten sich die Räte dazu verpflichtet, die Befragungsergebnisse anzuerkennen, ohne dass es deswegen Probleme gab", erklärt Trennheuser.

"Das Grundproblem ist, dass die Politik in NRW den Bürgern verbindliche Bürgerentscheide über Großprojekte verweigert. Während die Münchner etwa über den Bau einer dritten Startbahn an ihrem Flughafen abstimmen konnten, können die Bürger in NRW das nicht", kritisiert er.

"Mehr Demokratie" fordert deshalb, die entsprechenden Themenausschlüsse für Bürgerentscheide aus der Gemeindeordnung zu streichen: "Dann müsste man auch in Wuppertal nicht über die Zulässigkeit einer Abstimmung über die Seilbahn diskutierten."