| 12.51 Uhr

Erster FOC-Teil soll 2017 eröffnen
Outlet-Center: Das sind die Pläne

Erster FOC-Teil soll 2017 eröffnen: Outlet-Center: Das sind die Pläne
So stellen sich die Planer den Blick von Westen auf Postgebäude, Brücke und Bundesbahndirektion vor. FOTO: ATP architekten Ingenieure
Die Unternehmensgruppe Clees als Investor und die "retail outlet shopping" als Betreiber haben am Freitag (29. Mai 2015) das Gesicht des geplanten FOC vorgestellt in Wuppertal – zusammen mit Stadtdirektor Johannes Slawig, der den Schulterschluss erklärte: "Das Projekt hat die größte und aktive Unterstützung der Stadtverwaltung. Wir versprechen uns davon eine deutliche Belebung des Einkaufsstandortes Elberfeld. Darum bin ich hier." Von Roderich Trapp

Die Architektur sieht eine "Verkaufsbrücke mit Erlebniswert ähnlich der Ponte Vecchio in Florenz", so Planer Klaus Schmidt, vor. Sie verbindet die Bundesbahndirektion mit dem Postgebäude am Kleeblatt, in dem neben Shops auch rund 2.500 Parkplätze entstehen sollen. Teil drei des Outlets wird ein Neubau auf dem schmalen Streifen zwischen Bundesbahndirektion und Gleis eins.

Für den österreichischen Betreiber, der bisher an sechs Standorten in Deutschland aktiv ist, rückte Unternehmensgründer Thomas Reichenauer die möglichen Synergien mit dem ansässigen Handel in den Fokus: "Die Leute wollen heute wieder in Städten einkaufen, aber auch moderne Angebote haben." In Deutschland gebe es nur gut zehn Outletcenter – das sei im europäischen Vergleich noch sehr wenig. Das Angebot werde zur Hälfte aus Mode bestehen und den klassischen Mix eines FOC abbilden. Die parallelen Planungen für ein DOC in Remscheid sieht Reichenauer gelassen: "Mit 20 Millionen Menschen im Radius von 90 Kilometern können beide funktionieren. Wir kümmern uns aber nur darum, selbst ein gutes Produkt zu machen. Die Innenstadtlage ist dabei ein großer Pluspunkt."

Studie des Center-Innenlebens: Die Architektur soll sich zur City hin öffnen. FOTO: ATP architekten ingenieure

Auf die Vorbehalte des Wuppertaler Einzelhandels gegenüber dem FOC-Projekt will die Stadt mit einem Entwicklungskonzept für die gesamte Elberfelder Innenstadt reagieren. "Dafür nehmen wir auch Geld in die Hand", kündigte Slawig an.  

Der Zeitplan des Investors sieht vor, noch 2017 den ersten Bauabschnitt zu eröffnen. Er umfasst die ehemalige Bundesbahndirektion mit rund 65 Shops auf 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Parallel dazu sollen die Parkplätze im Postgebäude zur Verfügung stehen. Der Weg der Besucher zum Outlet würde dann so lange über die Blücherbrücke und die Bahnhofstraße führen, bis die neue Geschäftsbrücke und die rund 13.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in den unteren Etagen des Postgebäudes fertig sind. Wann dieser Teil und der geplante dritte Bauabschnitt eröffnen könnten, ist noch offen und im Gegensatz zu Teil eins vom weiteren Genehmigungsverfahren abhängig.

Die geplanten Bauabschnitte des FOC - beginnend mit der ehemaligen Bundesbahndirektion unten. FOTO: ATP Architekten Ingenieure

Der Brückenschlag über die Gleise hinweg ist laut Aexander Clees zwar kompliziert, mit in diesem Bereich erfahrenen Planern aber eine lösbare Aufgabe. Die habe man im Boot - und außerdem seinerzeit bei der Brücke des ebenfalls von Clees entwickelten Wicküler Parks selbst schon Erfahrungen gesammelt.

Auch das heiß diskutierte Seilbahn-Projekt spielt bei den FOC-Planungen eine Rolle. Die Talstation wäre nach aktuellem Stand schließlich direkter Nachbar des Centers. "Wir würden das sehr begrüßen", so Clees, "vielleicht gibt es da ja auch noch andere Möglichkeiten, das zu integrieren. Aber dazu ist der Planungsstand jetzt noch nicht weit genug."

Der Lageplan. FOTO: ATP Architekten Ingenieure

Insgesamt will die Clees-Gruppe am Döppersberg rund 120 Millionen Euro investieren. Kommen alle drei Bestandteile der Planung zum Tragen, würden 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche mit bis zu 150 Ladeneinheiten entstehen.