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Stadtentwicklung
Nachwuchs für die Trasse

Stadtentwicklung: Nachwuchs für die Trasse
Hans-Hermann Lücke (links) und Herbert Fleing demonstrieren, wo am Gelben Sprung in Barmen, am Zugang zur Riescheider Straße, in Zukunft ein neuer, vier Kilometer langer Trassenzubringer entstehen soll. FOTO: Joachim Macheroux
Wuppertal. Auf der alten Strecke der Loh-Hatzfeld-Kleinbahn sollen in Zukunft Wuppertals Nordhöhen für Radfahrer erschlossen werden. Von Joachim Macheroux

"Wir wollen einen Beitrag für die Fahrradstadt Wuppertal leisten": Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke stellte am Montag zusammen mit dem Bezirksvertreter und Vorsitzenden des Hatzfelder Bürgervereins, Herbert Fleing, den Plan vor, die nördlichen Wuppertaler Höhen auf Hatzfeld und Dönberg mit einem Radweg an die Nordbahntrasse anzubinden.

Die geplante Strecke führt teilweise über die vor 37 Jahren stillgelegte Bahnstrecke vom Loh nach Hatzfeld: Der Weg läuft von der Straße Zum alten Zollhaus hinter den beiden Hatzfelder Wassertürmen über die Lüdorfstraße zur Winchenbachstraße – über eine ehemalige Stadtwerke-Bahntrasse. In Höhe der A46-Brücke am Gelben Sprung geht es ein Stück durch den Barmer Nordpark, über die Riescheider Straße – und nach der Überquerung der Schützenstraße zu den Nordbahntrassen-Zugängen an der Möwenstraße oder am Heubruch. Nach den Sommerferien werden die beiden CDU-Politiker die vom Hatzfelder Bürgerverein ausgearbeiteten Pläne im Barmer Stadtteilparlament vorstellen.

Auf der etwa vier Kilometer langen Kleinbahn-Strecke gibt es keine Brücken, Unterführungen oder gar Tunnel. Die waren es, die den Bau der Nordbahntrasse so teuer (und langwierig) werden ließen...

Herbert Fleing schätzt, dass Hatzfeld etwa 100 Meter über dem Heubruch liegt: "Auch ohne Hilfsmotor dürfte dies kein Problem für Radfahrer sein, außerdem boomt ja in Deutschland der Verkauf von Pedelecs stark."

Auf der Trasse zwischen Loh und Hatzfeld lief für die Stadtwerke bis 1980 der Güterverkehr für die Dampfkesselfabrik Siller und Jamart, die Lackfabrik Herberts (heute Axalta) und die Stahlbaufirma Joest. Vom ehemaligen Barmer Schlachthof, wo heute die WSW-Verwaltung steht, wurde die Strecke neben dem Güterverkehr auch von der Straßenbahn genutzt.

Eine der beiden Güterverkehrslokomotiven hieß im Volksmund "Dicke Berta". Die WSW verkauften sie – und ihre Lok-Schwester – nach Österreich. Dokumentiert hat die Geschichte der Loh-Hatzfeld-Kleinbahn Stefan Lohkamp – in einem historischen Film.