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Diskussion um Konzert im "Apollo 21"
"Liebeslieder mit patriotischen Inhalten"

Diskussion um Konzert im "Apollo 21": "Liebeslieder mit patriotischen Inhalten"
Der kroatische Musiker Marko Perkovic Thompson hat für Sonntag einen Auftritt im Club „Apollo 21“ angekündigt. FOTO: Marko Perkovic Thompson
Wuppertal. Die Organisatoren eines Konzerts mit dem umstrittenen kroatischen Sänger Marko Perkovic Thompson distanzieren sich ebenso wie der Künstler klar von der politisch extrem rechten Szene. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage der Rundschau: "Jeder ist willkommen, einen stimmungsvollen Abend zu erleben. Ganz gleich, welcher Religion oder Nationalität er angehört. Nicht willkommen sind hingegen Menschen mit rechtsradikaler oder faschistischer Gesinnung." Von Dirk Lotze

Marko Perkovic Thompson soll Sonntagabend (4. Juni 2017) im Großraum-Club "Apollo 21" an der Kasinostraße in Elberfeld auftreten – organisiert durch eine selbstständige Agentur. Der Termin ruft seit Mitte Mai massive Kritik eines Bündnisses aus linken und bürgerlichen Gruppen der Stadt auf den Plan. Demnach soll die Band "europaweit für die Verherrlichung des kroatischen Faschismus und militärischer Aktionen kroatischer Milizen im so genannten Kroatienkrieg von 1991 bis 1995 berüchtigt" sein.

Es habe Auftrittsverbote in der Schweiz und den Niederlanden gegeben. Die Forderung: Das Konzert im Apollo solle abgesagt werden.

Das Bündnis war durch Hinweise des Frankfurter Journalisten Danijel Majic im Internet auf den Termin aufmerksam geworden. Er hatte in Zeitungsberichten auf ein "Spiel mit der Doppeldeutigkeit" hingewiesen: Politisch rechts eingestellte Kroaten würden bei den Konzerten Erkennungszeichen benutzen, die Außenstehende für harmlos halten.

Am Club "Apollo 21" kam es derweil am Mittwochmittag zu einem Feuerwehreinsatz wegen üblen Geruchs. Laut Polizei war Buttersäure oder eine ähnlich stinkende Flüssigkeit in einen Lüftungsschacht gegossen worden. Verletzt worden sei niemand. Angaben zum Grund für die mutmaßliche Tat seien nicht bekannt geworden. Die Ermittlungen dauern an.

Laut Veranstalteragentur sind die Vorwürfe gegen die Band "keinesfalls richtig". Viele Texte der Gruppe bestünden aus "Liebesliedern mit patriotischen Inhalten". Die Musik sei dem Pop- und Rock-Genre zuzurechnen. Sie enthalte Heavy-Metal-Elemente und sei gepaart mit traditionellen, kroatischen Musikinstrumenten.

Das Publikum spiegele einen Querschnitt von Menschen kroatischer Herkunft wieder, die in Deutschland leben. In NRW seien das zwischen 80.000 und 100.000 Personen. Wuppertal habe man wegen seiner guten Erreichbarkeit als Veranstaltungsort ausgesucht. Ein Fan erläuterte gegenüber der Rundschau: "Das sind Familienkonzerte. Da kommen alle."

Die Organisatoren verweisen unter anderem auf Erfahrungen bei einem Konzert 2014 in Essen: Seinerzeit habe es keine Zwischenfälle gegeben. Vor dem damaligen Konzert sollen zur Kontrolle Liedtexte eigens aus dem Kroatischen übersetzt worden sein. Der Team-Sprecher fügte im Hinblick auf den Termin in Wuppertal hinzu: "Ich hoffe für alle Kroaten, die sich auf dieses Konzert freuen, zu sprechen, wenn ich sage, dass es uns ein wenig traurig macht, dass im Vorfeld so eine negative Stimmung zu vernehmen ist."

Das "Apollo 21" hat bei Rundschau-Anfragen zum Konzert strikt an die Organisatoren-Agentur verwiesen.