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Hoher Sainerungsbedarf
Große Sorgen um Kolk-Turm

Hoher Sainerungsbedarf: Große Sorgen um Kolk-Turm
Rüdiger Raschke hofft, dass ein Ruck durch die Bevölkerung geht und andere Gemeinden durch Spenden den Wiederaufbau der Kirche am Kolk unterstützen. FOTO: Urssu
Wuppertal. Schon vor einem Jahr wurde die Kirche am Kolk eingerüstet und seitdem intensiv auf Schäden untersucht. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Alleine die Sanierung des Kirchturms würde 1,5 Millionen Euro kosten. Von Eduard Urssu

Über 20 Prozent der Steine in der Fläche und 90 Prozent der Eck-Quader des Turms müssen ersetzt werden. Zwei schwere Brandkatastrophen haben dem Mauerwerk stark zugesetzt. Die Sanierungskosten in Millionenhöhe können die Gemeinde und der Kirchenkreis aber nicht aufbringen. Auch von der Landeskirche ist nicht viel zu erhoffen, weiß Rüdiger Raschke, Baukirchmeister der Gemeinde.

Das Gotteshaus mit dem barocken Turmaufbau prägt das Stadtbild seit dem 18. Jahrhundert und hat schon schwere Zeiten überstanden. In der Bombennacht vom 24. Juni 1943 wurde das alte Elberfeld praktisch ausgelöscht, und von der Kirche blieb nur eine ausgebrannte Ruine übrig. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement wurde sie bis Ende 1951 als Provisorium mit Notdach wieder aufgebaut und dann im Lauf der Jahre in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Die Freude währte aber nur kurz. 1973 verwüstete ein Explosionsunglück in der Nachbarschaft den Innenraum, riss das Dach aus den Verankerungen und zerstörte alle Fenster und die Orgel. Noch während des erneuten Wiederaufbaus drangen Unbekannte in den Altarraum ein und entzündeten mit Brandbeschleuniger getränkte Lappen. Das Feuer war so heiß, dass der Asphaltboden der Kirche verbrannte und die Orgelpfeifen schmolzen.

Bereits 1975 konnte der Wiederaufbau im wiederhergestellten Kirchenschiff mit einem Gottesdienst gefeiert werden – möglich gemacht durch gesamtbürgerschaftliches Engagement und viele Spenden. Dabei geholfen haben auch die zahlreichen Sonderkollekten der katholischen Gemeinden Wuppertals, die sich damit auch für die Hilfe der Lutheraner beim Bau der Laurentiuskirche bedankten.

Was vor rund 40 Jahren möglich war, darauf hofft die Gemeinde am Kolk auch dieses Mal – auf einen Ruck, der durch die Bevölkerung geht. "Die Alternative wäre, dass der Kirchturm abgerissen wird. Und das wird doch niemand wollen", hofft Rüdiger Raschke.

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