| 20.03 Uhr

Streit um verkaufsoffene Sonntage
Einzelhandelsverband: "Für viele ein herber Verlust"

Streit um verkaufsoffene Sonntage: Einzelhandelsverband: "Für viele ein herber Verlust"
Ralf Engel vom Einzelhandelsverband. FOTO: Raina Seinsche
Wuppertal. Während ver.di am späten Dienstagnachmittag (25. Oktober 2016) verkündete, im Eilverfahren gegen die geplanten verkaufsoffenen Sonntage am 6. November und 4. Dezember dieses Jahres vorgehen zu wollen, saßen die Vertreter der Interessengemeinschaften der Wuppertaler Geschäftswelt gerade relativ ahnungslos im Rathaus zusammen. Von Nicole Bolz

"Ich bin von dieser Nachricht absolut überrascht", kommentiert Ralf Engel, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, auf Rundschau-Nachfrage die Ankündigung von ver.di. "Es widerspricht der Wuppertaler Tradition, gemeinsam am Runden Tisch über verkaufsoffene Sonntage zu entscheiden." Demnach treffen sich Vertreter aus Einzelhandel, von Kirche und Gewerkschaft, um gemeinsam über die Termine der verkaufsoffenen Sonntage zu beraten.

Über die Termine für 2016 wurden im allseitigem Einvernehmen bereits im Sommer 2015 entschieden, erklärt auch Martina Eckermann, Sprecherin der Stadt Wuppertal. "Es gehörte zum Minimal-Konsens, dass hohe Feiertage wie Totensonntag bei solchen Planungen berücksichtigt wurden." Bisher habe es von ver.di Signale gegeben, für 2016 auch nicht mehr an den abgestimmten Terminen zu rütteln.

"Ich denke, es ist jetzt nicht mehr realistisch, dass die geplanten verkaufsoffenen Sonntage im November und Dezember noch stattfinden", ordnet Eckermann die Lage ein. Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass solche Ausnahmeregelungen an Sonntagen nur dann recht seien, wenn klar ist, dass die Mehrheit der Besucher nicht wegen der geöffneten Geschäfte, sondern wegen des dazugehörigen Anlasses in die Städte kämen. In Wuppertal wäre dies das Herbstfest in Elberfeld, Barmen und Vohwinkel am 6. November sowie die Weihnachtsmärkte in Barmen, Elberfeld, Ronsdorf und Oberbarmen im Dezember.

Ralf Engel ist über das unabgesprochene Vorpreschen von ver.di verärgert. "Am Ende geht es doch auch darum, Arbeitsplätze zu sichern", sagt er. Für viele teilnehmende Betriebe sei der Umsatz an solchen Sonntagen immens wichtig. "Das bedeutet für viele ein herber Verlust. Und wenn die Mitarbeiter Arbeitslätze verlieren, ist doch niemandem geholfen. Oder möchte Herr Kolle, dass diese Mitarbeiter dann bei amazon und Co. anheuern?"