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Umfrage zur Gleissperrung
"Der SEV ist eine Katastrophe"

Umfrage zur Gleissperrung: "Der SEV ist eine Katastrophe"
Driss Touru Teult. FOTO: Rundschau
Wuppertal. Eine komplette Großstadt abgekoppelt vom Schienenverkehr - Wuppertal braucht in den Osterferien (und demnächst auch in den Sommerferien) einen ganz dicken Nerv. Wie erleben Pendler die Bahnsperrung? Die Rundschau hat sich am Montagnachmittag im Ersatzverkehr umgehört. Von Sinja Husmann

Driss Touru Teult, 43 Jahre, Koch, von W-Oberbarmen bis Düsseldorf, 2 Stunden Fahrtzeit: "Der SEV ist eine Katastrophe! Am 7. April sollte der SEV um 22 Uhr anfangen, deswegen habe ich eine Stunde früher Schluss gemacht. Und was war? Der SEV lief schon und ich musste noch schnell den Bus finden, aber der war so brechend voll, dass einige nicht mitfahren konnten. Dasselbe Spiel jeden Morgen, oder der Bus fällt komplett aus. Ein Bus kann einen ganzen Zug nicht ersetzen. Ich zahle für meine Karte, und habe deshalb auch ein Anrecht auf eine gute, schnelle Verbindung. Nach der Arbeit bin ich kaputt, und habe keine Nerven, mich dann in einen zu vollen Bus zu stellen. Ich werde mich auf jeden Fall beschweren."

Annette Drachenberg. FOTO: Rundschau

Annette Drachenberg, 50 Jahre, medizinische Fachangestellte, W-Oberbarmen bis Köln Mühlheim, 3 Stunden Fahrtzeit: "Es ist fürchterlich – unorganisiert, zu wenig und zu voll. Die versprochenen 'Reisendenlenker' waren am Wuppertaler Hauptbahnhof nicht da. Ich bin eine Stunde zu früh auf der Arbeit, denn wenn ich den Bus später nehmen würde, käme ich zu spät. Letztes Jahr habe ich schon den SEV in Leichlingen mitgemacht - warum holt man sich da nicht Tipps?"

Elfi Kellner. FOTO: Rundschau

Elfi Kellner, 38 Jahre alt, Sekretärin, W-Oberbarmen bis Düsseldorf Hbf, 1 Stunde Fahrtzeit: "Ich bin heute das erste Mal mit dem SEV gefahren. Die Busse waren pünktlich. Der Schnellbus war zu voll, während in den anderen Bussen gähnende Leere herrschte. Die Mitarbeiter sind auch sehr unhöflich – es ist ihr Job, den Reisenden Auskünfte zu erteilen, da kann man ja wohl etwas netter sein, vor allem am Anfang."

Maurice Schaper. FOTO: Rundschau

Maurice Schaper, 19 Jahre, Mechatroniker, W-Oberbarmen bis Düsseldorf Flughafen, 2 Stunden Fahrtzeit: "Ein Wort: Scheiße! Ich finde es unmöglich, dass ganz Wuppertal abgeschottet ist. Warum kann denn nicht ein Gleis offen sein? Oder ab Vohwinkel würden die Züge wieder fahren? Mir total unverständlich. Die Busse sind zu voll. Ich habe nach der Arbeit auch keine Lust mehr auf den ganzen Stress, den mir dieser SEV bringt. Es ist einfach nur peinlich."

Christopher Vogelsang, 21 Jahre, Student, Ennepetal bis Düsseldorf Bilk, 2 Stunden Fahrtzeit: "In Oberbarmen waren Mitarbeiter vorhanden, die mir auch weiter helfen konnten. Die VRR App hat zu schlechte bis gar keine Auskünfte gegeben. Mein Bus war um 7.45 Uhr nicht überfüllt, aber da hatte ich wahrscheinlich einfach nur Glück. Die Busse brauchen zu viel Zeit, und dass sie über die Autobahn fahren, halte ich auch nicht für so eine gute Lösung."