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Verein will Projekt realisieren
Bergbahn: Erste Tickets sind verkauft

Verein will Projekt realisieren: Bergbahn: Erste Tickets sind verkauft
Im Verlauf des ersten öffentlichen Stammtisches im Bistro in der „Alten Meierei“ im Fischertal überreichte der Verein Barmer Bergbahn Rein de Baaij (4.v.r.) die erste Fahrkarte für die erhoffte neue Zahnradbahn. FOTO: Conrads
Wuppertal. "Zuerst bauen wir in Elberfeld die Seilbahn, vielleicht anschließend die Bergbahn in Barmen", so wird ein früherer Oberbürgermeister aus einem Gespräch zitiert. Was liegt da für den Verein Barmer Bergbahn näher, als frühzeitig mit dem Verkauf von Fahrkarten zu beginnen... Von Klaus-Günther Conrads

Rein de Baaij aus der Concordienstraße hat für neun Euro das erste Ticket für eine Hin- und Rückfahrt mit der Nummer 0001 gelöst, für das ihm Michael Wollenberg, 2. Vorsitzender des Bergbahn-Vereins, eine Urkunde überreichte – nicht ohne schmunzelnd einzuschränken: "Der Termin für die erste Fahrt steht noch nicht fest." Trotzdem arbeiten er und seine Mitstreiter daran, dass dieser Zeitpunkt näher rückt.

Die Barmer Bergbahn war bei ihrer Premiere am 16. April 1894 die erste elektrische, zweigleisige Zahnradbahn der Welt. Nach 65 Jahren wurde diese Attraktion gemeinsam mit einigen Straßenbahnstrecken in Rente geschickt. Doch vor wenigen Jahren ließ der 2009 gegründete Barmer Bergbahnverein eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau der Zahnradbahn vom S-Bahnhof Barmen durch die Barmer Südstadt zum Toelleturm erstellen.

Immer noch ein Wuppertaler Sehnsuchtsobjekt: Die Barmer Bergbahn – hier auf einer Fahrt kurz vor der Stilllegung. FOTO: Wuppertaer Stadtwerke

45 Millionen Euro müssten investiert werden, zuzüglich Unterhaltungskosten in unbekannter Höhe. "Bisher ist kein Investor in Sicht und die Stadtwerke schauen lieber auf die Seilbahn zur Uni", räumt der Vorsitzende Jürgen Eidam ein.

Zwar lauert der erste Bergbahnwaggon schon auf seine Wiederauferstehung – die Nummer 7 wurde nach der Stilllegung im Zoo unter der alten "Waldschänke" vergraben und soll rekonstruiert werden – doch während es mit 20.000 Studenten für die Seilbahn ein großes Kundenpotenzial gibt, fehlen der Bergbahn viele frühere Fahrgäste: Besucher der Barmer Stadthalle, des Planetariums, des Luftkurhauses, das Personal der reichen Familien von Hochbarmen sowie Mitarbeiter von Vorwerk.

So soll es der Tourismus alleine richten. Der Verkauf von Tickets macht freilich deutlich, dass die Akteure des Bergbahn-Vereins ihren Traum noch nicht aufgegeben haben.