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Nach Toreschluss - die Wochenendsatire
Red Döpps verleiht Flügel

Nach Toreschluss - die Wochenendsatire: Red Döpps verleiht Flügel
Rundschau-Redakteur Roderich Trapp. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. Wer gescheit ist, fährt ja gar nicht erst aus Wuppertal weg. Muss man das aber doch, dann bekam man bisher auf dem Rückweg spätestens am Autobahnkreuz Leverkusen immer ein wohliges Gefühl. Dort stand nämlich auf riesigen Schildern ganz groß "Wuppertal-Ost" und "Wuppertal-West" – der erste Fernstraßen-Hinweis auf die Existenz unserer Heimat. Und das gleich doppelt. Von Roderich Trapp

Ende September kam dann aber dieser niederschmetternde Hinweis eines Rundschau-Lesers bei uns an: "Wuppertal-Ost" und "Wuppertal-West" seien mit blauer Folie überklebt und damit ersatzlos aus der Leverkusener Schilderwelt gestrichen worden!

Das ist doch wohl nicht die Möglichkeit: Während das im Vergleich zu Wuppertal erbsengroße Oberhausen ungefähr ab München ausgeschildert wird, macht man uns einfach weg? Da der Raum Köln mittelfristig wegen Brückensperrungen und Baustellen nur noch mit dem Flugzeug erreichbar ist, konnte ich bisher nicht überprüfen, ob dieser Fernstraßen-Skandal immer noch Bestand hat. Sollte es aber der Fall sein, gehe ich persönlich mit dem Filzstift da hin und schreibe uns wieder drauf.

Dieses Beispiel zeigt uns jedenfalls, wie schnell man auch als bedeutende Location weg vom Fenster sein kann, wenn man nicht aufpasst. Das wird sich möglicherweise gerade auch der Döppersberg denken. Sie haben sicher auch mitbekommen, dass die Stadt für den jetzt einen Namen sucht. Also genau genommen für den Platz vor dem Primark-Bronzeklops. Dafür gibt es ein dolles Verfahren, in dem Vorschläge gesammelt werden, über die dann der Ältestenrat entscheidet. Dieses Vorgehen kannte ich bisher nur von den Apatschen.

Ich hätte dazu jedenfalls auch einen ziemlich guten Vorschlag: Wie wäre es mit ... Döppersberg? Wo soll der denn bitteschön sein, wenn nicht genau da? Ein neuer Name würde ja bedeuten, dass wir den Döpps erst acht Jahre lang für eine Fantastilliarde Euro umbauen, um ihn dann quasi abzuschaffen. Da mache ich nicht mit!

Außerdem haben wir ja schon in Barmen gesehen, wie schwer sich die Wuppertaler mit Umbenennungen tun: Jeder erinnert sich gerne an Johannes Rau, aber trotzdem sagt kein Mensch freiwillig zum Rathausvorplatz Johannes-Rau-Platz. Bei Johannes-Rau-Platz denken die meisten eher an die Gaststätte Karpathen, wo er immer Skat gespielt hat. Das wäre am Döppersberg garantiert genauso. Zumal ja inzwischen auch noch erschwerend hinzukommt, dass alle verstorbenen Wuppertaler von Rang bereits woanders verbraucht wurden. Die einzig denkbare Alternative aus meiner Sicht: Wir könnten die Namensrechte verkaufen und damit die Baukosten wieder reinholen.

Ich habe es schon vor Augen: Sportfest auf dem Adidöpps! Komm doch mit auf den Döppers-Underberg! Red Döpps verleiht Flügel! Interessant wäre das auch für einheimische Unternehmen wie Vorwerk: Döppsbold - der Platz mit Sogwirkung. Oder: Es geht wieder rund auf der Thermomix-Plaza! Denkbar wäre natürlich auch Döppersberg powered by Deutsche Bahn - obwohl: Dann gäbe es beim Umbau auf den letzten Metern vielleicht doch noch erhebliche Verspätungen ...

Bis die Tage!