Ursprünglich war die Umstellung auf den elektrischen Betrieb für den 13. Dezember 2026 geplant. Im Verlauf des Projekts kam es jedoch zu Verzögerungen. Unter anderem erschwerten, so die Regiobahn, „besonders harte Gesteinsschichten im Neandertal und in Wuppertal-Dornap die Arbeiten an den Fundamenten für die Oberleitungsmasten. Dadurch wurden zusätzliche Arbeiten notwendig.“ Zudem sei man bei den Anschlussarbeiten an das Netz der Deutschen Bahn auf die von DB InfraGO vorgegebenen Sperrpausen angewiesen.
Die letzten größeren Arbeiten konzentrieren sich demnach derzeit auf die Schnittstellen zum DB-Netz in Wuppertal, Düsseldorf-Gerresheim und Neuss: „Dort müssen noch Lückenschlüsse für die Stromversorgung der Oberleitung hergestellt werden. Anschließend müssen unter anderem Speiseleitungen, Rückleiter und Tragseile installiert werden, bevor die gesamte Anlage in Betrieb genommen werden kann.“
„Die Elektrifizierung der S28 ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Regiobahn“, sagt Geschäftsführer Stefan Stach. Trotz der unerwarteten Herausforderungen seien die Arbeiten insgesamt weit fortgeschritten. Nun liege der Fokus darauf, die verbleibenden Maßnahmen abzuschließen und die Voraussetzungen für den elektrischen Betrieb im Juni 2027 zu schaffen.
Für die Fahrgäste solle sich bis dahin möglichst wenig ändern: „Die noch notwendigen Arbeiten sollen überwiegend nachts und zu verkehrsarmen Randzeiten stattfinden. Die Regiobahn rechnet deshalb nur mit wenigen punktuellen Einschränkungen und will den Regelbetrieb zwischen Kaarster See und Wuppertal Hauptbahnhof aufrechterhalten.“
Die bereits für die Regiobahn beschafften FLIRT-3XL-Züge werden bis zum Start des elektrischen Betriebs vorübergehend einem Partnerunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zur Verfügung gestellt.
Über den weiteren Projektfortschritt will die Regiobahn regelmäßig informieren. Einen Einblick in die Arbeiten gibt es auch am „Tag der Schiene“ am 19. September. Bei mehreren Sonderfahrten können Interessierte den Stand der Elektrifizierung kennenlernen und mehr über die technischen und betrieblichen Hintergründe des Projekts erfahren.