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Fußball-Regionalliga
Im Porträt: Die fünf Neuzugänge des WSV

Fußball-Regionalliga: Im Porträt: Die fünf Neuzugänge des WSV
Sascha Schünemann. FOTO: wuppertalersv.de
Wuppertal. Einen umfangreiches Stühlerücken ereignete sich beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV während der Winterpause. Mit Tristan Duschke, Raphael Steinmetz und Davide Leikauf verließen drei Spieler den Verein, fünf Akteure wurden im Gegenzug verpflichtet. Die Rundschau hat sie unter die Lupe genommen. Von Julian Schumacher

Sascha Schünemann

Der 25-jährige gebürtige Berliner verstärkt das zentrale Mittelfeld beim WSV. Schünemann hat, genauso wie Blum, bereits einiges an Profi-Erfahrung bei Hansa Rostock sammeln dürfen - allerdings "nur" in der dritten Liga, in der er auf knapp 40 Einsätze kam. Danach kickte er in seiner Heimatstadt für den Regionalligisten BFC Dynamo und zuletzt für den FC Viktoria Berlin. Weil er sich im letzten Spiel für seinen alten Verein die fünfte gelbe Karte abholte, fehlt er in Rhynern. Bereits jetzt hat er aber den Konkurrenzkampf im Mittelfeld erhöht und wird sicherlich zu seinen Einsatzzeiten kommen. Bei seiner Vorstellung sagte der Berliner, er habe unbedingt zum WSV gewollt, mit dem er langfristig den Aufstieg in die dritte Liga anpeile.

Tjorben Uphoff

Tjorben Uphoff. FOTO: www.wuppertalersv.de

Bei seinem Herzensverein, dem FC Schalke 04, spielte Uphoff in der vergangenen Saison noch für die U23, schaffte dort aber nicht den Durchbruch zu den Profis und wechselte deswegen in die Regionalliga Südwest zum SV Elversberg. Dort stand er in der Hinrunde aber lediglich 12 Minuten auf dem Platz - natürlich zu wenig für die Ansprüche des 23-Jährigen, der sich in der Innenverteidigung zu Hause fühlt. Weil er vor seiner Schalker Zeit bereits zwei Jahre mit der Reserve des FC St. Pauli in der Regionalliga auflief, kann Uphoff trotz seines noch jungen Alters bereits mehr als 100 Pflichtspiele in Deutschlands vierhöchster Spielklasse aufweisen. Möglicherweise einer der Gründe, warum der groß gewachsene Verteidiger sich in der Vorbereitung in den Vordergrund spielte und neben Abwehrchef Peter Schmetz als gesetzt gilt. Die treuesten Fans unterdessen könnten sich beim Namen Uphoff an das Auswärtsspiel gegen Schalkes zweite Mannschaft aus der letzten Saison erinnert fühlen: Bei der 2:4-Pleite in der Herner Mondpalast-Arena traf der damalige Schalker zum zwischenzeitlichen 1:2. Nun kann er seine Kopfballstärke für den WSV unter Beweis stellen.

Michael Blum

Michael Blum. FOTO: www.wuppertalersv.de

Michael Blum, 29 Jahre alt, hat vor sieben Jahren noch in der 2. Liga für Hansa Rostock verteidigt. Seitdem geriet die Karriere des etatmäßigen Linksverteidigers ins Stocken. Negativer Höhepunkt war der Abstieg mit Eintracht Trier aus der Regionalliga Südwest vor neun Monaten. Seit dem Sommer war Blum schließlich vereinslos, trainierte Ende letzten Jahres einige Wochen beim WSV mit und bewarb sich so erfolgreich für einen Vertrag. In der Vorbereitung konnte der gebürtige Düsseldorfer seine Qualitäten bereits unter Beweis stellen: Zwar ist die Konkurrenz auf der linken Defensivseite mit Niklas Heidemann stark, Blum bildet aber einen gänzlich anderen Spielertypen und kann so je nach Konstellation eine echte Alternative darstellen. Dabei kommt ihm seine Körpergröße von 1,90 Meter und seine Erfahrenheit sicher zu Gute. Heidemann ist mit seiner Sprint- und Laufstärke eine Wucht und dürfte damit so manchen Drittligisten auf den Plan gerufen haben (Vertrag läuft im Sommer aus), einzig seine Flanken lassen noch zu häufig die nötige Präzision vermissen. Und genau an dieser Stelle könnte Blum Pluspunkte sammeln. Insofern ist für die Rückrunde ein neuer Kampf um die Position hinten links entbrannt. Dies allein rechtfertigt schon die Verpflichtung, denn zuvor war Heidemann dort nämlich konkurrenzlos.

Semir Saric

Semir Saric. FOTO: www.wuppertalersv.de

Der jüngste Neuzugang wurde vom Drittligisten SC Paderborn verpflichtet. Semir Saric, 20 Jahre jung, kam in Ostwestfalen allerdings ausschließlich für die zweite Mannschaft in der Oberliga zum Einsatz. Dort hat der dribbelstarke Mittelfeldakteur mit bosnischen Wurzeln aber in 41 Spielen immerhin zehn Tore erzielt. Dennoch ist bei Saric davon auszugehen, dass er Eingewöhnungszeit brauchen und eher langfristig eine Verstärkung darstellen wird. Nichtsdestotrotz ist die Verpflichtung sinnvoll, denn Spieler auf den Außenbahnen waren nach den Verletzungen von Kevin Hagemann und Silvio Pagano in der Hinrunde Mangelware. In eine solche Notlage will der WSV tunlichst nicht noch einmal geraten.

Enes Topal

Der gebürtige Wuppertaler war einer der Bausteine der Aufstiegsmannschaft vor knapp zwei Jahren und gehörte auch in der vergangenen Regionalliga-Saison zum engeren Kreis, ehe er in der Rückrunde zumeist nur noch als Joker eingesetzt wurde und auch zusehends beim Trainer in Ungnade fiel - wohl wegen mangelnder Professionalität. Deswegen wurde der auslaufende Vertrag nicht verlängert, Topal schloss sich Rot-Weiß Oberhausen an. Dort kam der 22-Jährige aber auch nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus und bestritt bei acht Einsätzen insgesamt nur zwei über die volle Distanz. Nun also die Rückkehr an die Wupper. Böse Zungen mögen ihn als Notnagel bezeichnen, der eine günstige Möglichkeit ist, um eine der offenen Planstellen auf den offensiven Außenbahnen zu besetzen. Topal hat jedoch zweifelsohne seine Qualitäten, ist pfeilschnell und ein starker Dribbler. Zudem wurde er in der Vorbereitung wiederholt als Rechtsverteidiger eingesetzt und hinterlos dabei einen ordentlichen Eindruck. Er wird seine Einsatzchancen zur Eigenwerbung nutzen müssen, um nicht erneut die meiste Zeit auf der Ersatzbank zu verbringen und sich langfristig empfehlen zu können. Potential ist aber zweifelsfrei da, für den WSV hält sich zudem das (finanzielle) Risiko in Grenzen.

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