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Interview: Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz zu DOC und FOC
"Kein Streit um des Streites willen"

Interview: Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz zu DOC und FOC: "Kein Streit um des Streites willen"
Burkhard Mast-Weisz (SPD) war bis 2001 Leiter des Stadtbetriebs Jugend und Freizeit in Wuppertal, wechselte dann als Sozialdezernent nach Remscheid. Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Juni 2014 war er dort als Stadtdirektor tätig. FOTO: Thomas Wunsch
Wuppertal / Remscheid. Zwischen Remscheid und Wuppertal gibt es Zoff um die in beiden Städten geplanten Outlets. Über die Gründe dafür sprach Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz mit Rundschau-Redakteurin Sabina Bartholomä.

Rundschau: Remscheid gegen Wuppertal und umgekehrt. Wie konnte es soweit kommen?

Mast-Weisz: Lange Zeit war klar, dass in Wuppertal Ikea mit "Homepark" an den Start geht, Solingen den "Hofgarten" baut und bei uns ein DOC entsteht. Dann fiel in Wuppertal die Entscheidung für ein FOC am Döppersberg. Natürlich waren wir darüber nicht glücklich.

Rundschau: Was brachte das Fass zum Überlaufen?

Mast-Weisz: Im Sommer vergangenen Jahres forderte Wuppertal die Einstellung unserer DOC-Pläne. Wir haben damals daraufhin einen gegenseitigen Klageverzicht vorgeschlagen. Das hat Wuppertal abgelehnt. Nur zur Wahrung unserer Interessen mussten wir im Oktober eine Klage einreichen, da entsprechende Fristen abliefen. Gleichzeitig haben wir aber erneut den gegenseitigen Klageverzicht angeboten.

Rundschau: Warum klagt Remscheid nun gegen die gesamte Döppersberg-Planung?

Mast-Weisz: Das hat juristische Gründe. Nur so bekommen wir Akteneinsicht. Sie können aber sicher sein, dass wir die Entwicklung am Döppersberg nicht gefährden wollen. Wir werden aber Sorge dafür tragen, dass unsere eigene Innenstadt nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Rundschau: Glauben Sie, dass DOC und FOC nebeneinander existieren können?

Mast-Weisz: Ich bin davon überzeugt, dass wir für Remscheid und damit für die Region ein exzellentes Konzept haben. Auch unser Investor glaubt an seinen Erfolg und ist daran interessiert, so schnell wie möglich mit dem Bau zu beginnen. DOC und FOC sind zwei unterschiedliche Schuhe, können sich ergänzen und gemeinsam Menschen in die Region ziehen. Denn mit der Lenneper Altstadt, Röntgen- und Werkzeugmuseum, der Schwebebahn und dem Zoo, dem attraktiven Grüngürtel und den Nachbarstädten haben wir viel zu bieten. Roermond hat gezeigt, dass die Besucher des DOC Geld in der Stadt und der Region lassen.

Rundschau: Ihre Prognose zum Prozessausgang, wenn es hart auf hart kommt?

Mast-Weisz: Ich bin mir sicher, dass es soweit nicht kommen muss. Darin haben mich meine letzten Gespräche mit Oberbürgermeister Andreas Mucke und Stadtdirektor Johannes Slawig sowie IHK-Präsident Thomas Meyer bestärkt. Mit Sicherheit werden wir in den nächsten Tagen erneut an einem Tisch sitzen und nach Lösungen suchen. So wie ich die Wuppertaler Planungshoheit respektiere, verlange ich Respekt vor den Remscheider Planungen. Unsere Klage ist weder Provokation noch Erpressung. Ich will den Döppersberg nicht kaputt machen und ich will keinen Streit um des Streites willen. Mit OB Andreas Mucke bin ich mir grundsätzlich einig, dass wir den Konflikt lösen können.

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