Das Haus soll nicht verloren gehen

Cronenberg : Das Haus soll nicht verloren gehen

Den Verkauf ihrer alten, 1909/10 im Stil des „Bergischen Barock“ gebauten Schule an der Berghauser Straße 45 wollen die Cronenberger Bürgervereine im Namen ihrer Mitbürger nicht so einfach hinnehmen. Sie organisieren in letzter Minute, bevor der Stadtrat am Montag (18. November 2019) entscheidet, einen Protest.

Einst als Realschule gegründet, bis zum Neubau des Schulzentrums Süd als Gymnasium weitergeführt und 2012 als Hauptschule geschlossen, steht das Baudenkmal mit seinem Anbau leer. „Der Gebäudekomplex wird für eine weitere schulische Nutzung durch städtische Dienststellen nicht mehr benötigt und es ist ein Sanierungsstau entstanden“, steht in der Drucksache für die Entscheidung des Stadtrates. Die Bezirksvertretung Cronenberg wird lediglich „angehört“.

Der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV), der Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld, der Bürgerverein Küllenhahn und der Verein „Die Sudbürger“ sind sich mit den Bezirksvertretern einig, dass wieder ein stadtbildprägendes Haus verloren geht und sich die Hoffnung auf eine seit Jahrzehnten geforderte Dreifach-Turnhalle mit Besuchertribüne vollends zerschlägt. Ein anderer Standort ist nicht in Sicht.

Für Stadtkämmerer Johannes Slawig bedeutet der Verkauf für Wohnungsbau eine willkommene Gelegenheit, mit den Einnahmen den Neubau der Feuerwache zu finanzieren. Die Wache an der Kemmanstraße, neben der eine Rettungswache für die Berufsfeuerwehr gebaut wird, erfüllt längst nicht mehr die Anforderungen, obwohl er zentraler als der geplante Standort ist, von dem aber die Wehrleute schnell den Außenbereich Sudberg erreichen.

Das „Schutzziel 1“ fordert das Erreichen aller Orte innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung. Die Bürger fordern in direkter Verbindung mit der neuen Wache für die Freiwillige Feuerwehr auch Wohnungen, damit die Wehrleute nachts schneller ausrücken können. „Schon bei der Hahnerberger Wehr wurde aus Kostengründen darauf verzichtet“, erinnert sich Rolf Tesche, 1. Vorsitzender des CHBV. Es gehe um drei bis vier Minuten mehr oder weniger. Vor dem Verkauf des Grundstückes soll für die Feuerwache eine Fläche abgetrennt werden.

Die Bürger fordern den Erhalt des seit Jahren vergammelnden, markanten Gebäudes, in dem es eine schöne Aula und ein attraktives, historisches Treppenhaus gab. Der später angefügte Anbau könnte abgerissen und dort die Feuerwehr einen guten Platz finden. Im Gegensatz zum Kämmerer haben die Cronenberger Ideen für die künftige Nutzung: Bürgerbüro, Polizeiwache, Stadtbücherei, Volkshochschule, Musikschule, ehemalige Aula als multifunktioneller Raum (Bezirksvertretung, Projekte, Chor- und Orchesterproben, Versammlungen, Events, Ausstellungen). „Die kleine Turnhalle könnte saniert wieder vielfältig genutzt werden. Und es ist sicher Platz für Dienstwohnungen der Feuerwehrangehörigen“, so Ralf Kiepe, 3. CHBV-Vorsitzender.

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