Sicherheit Zuhause: Feueralarm — Soforthilfe bei Wohnungsbränden

Sicherheit Zuhause : Feueralarm — Soforthilfe bei Wohnungsbränden

Zur Weihnachtszeit und an Silvester sind Brandunfälle nicht selten. Aber nicht nur zu dieser Zeit sollte man wachsam sein und sich mit dem Thema Brandschutz in den eigenen vier Wänden auseinandersetzen.

Welches sind die häufigsten Brandursachen? Welche Maßnahmen zur Vorbeugung sind sinnvoll? Und wie geht man vor, wenn's dann doch mal brennt?

Wer noch die Fernsehsendung "Die Feuerwehr hilft, vorbeugen musst Du" aus den 80er und 90er Jahren kennt, hat sicherlich noch die eine oder andere eindringliche Warnung vor Brandgefahren in Erinnerung, die eindrucksvoll in Spielszenen dargestellt wurden. Vieles aus der inzwischen etwas angestaubten Sendung ist aber auch heute noch aktuell. Seit Jahrzehnten gehört zu den Top fünf der häufigsten Brandursachen:

  1. die Elektrizität
  2. verschiedene und unbekannte Ursachen
  3. menschliches Fehlverhalten
  4. Überhitzung und Brandstiftung
  5. Feuergefährliche Arbeiten und offenes Feuer

Positiv ist zumindest, dass die Zahl der Brände, bei denen die Feuerwehr ausrücken muss, in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen ist. Auch die Todesfälle durch Brände sind weniger geworden. Dennoch werden gerade ältere Menschen am häufigsten Opfer von Bränden. Die Gefahr ist nachts am höchsten, bei einem Brand ums Leben zu kommen. Und Strom spielt dabei häufig eine Rolle.

In den meisten Bundesländern gibt es mittlerweile eine Rauchwarnmeldepflicht, wenn auch mit teils unterschiedlichen Regelungen. Vor allem im Schlaf- und Kinderzimmer sowie im Flur sind sie Vorschrift. Sie kosten zwischen fünf und 50 Euro und können meist ohne größeren Aufwand eigenhändig installiert werden.

Auch Feuerlöscher können sinnvoll sein, es besteht aber keine Pflicht. Früher mussten sie vorschriftsmäßig in der Nähe von Öl- und Gasheizungen angebracht werden. Da, wo erhöhte Brandgefahr herrscht, macht ein Feierlöscher nach wie vor Sinn. Die Anschaffungskosten hierfür liegen bei weniger als hundert Euro. Für kleinere Brände sind auch Feuerlöschsprays erhältlich.

Die Heizdecke, die im Bett für angenehme Wärme sorgt, kann für Senioren zur Gefahr durch Überhitzung werden, wenn sie nachts nicht abgeschaltet wird. Ein alter Toaster kann plötzlich in Flammen aufgehen, ein defekter Fön kann zu heiß werden oder durch Feuchtigkeit einen Kurzschluss verursachen.

Das Haushaltsgerät, dass die meisten Brände verursacht, ist der Wäschetrockner. Auch Fernseher, Kühl- und Gefrierschränke können Ursachen für Brände sein, zumindest besteht aber hie r die Gefahr, dass sie für die weitere Ausbreitung eines Brandes verantwortlich sein können. Geräte, die dauernd mechanisch belastet werden oder solche, die auf Standby laufen, können ebenfalls leicht zur Gefahr werden.

Überlastete Mehrfachstecker können auch schnell in Brand geraten. Foto: Fotolia, © TASPP

Darüber hinaus sind Mehrfachsteckdosen, an der zu viele Stromquellen betrieben werden, schnell überlastet, wenn Geräte angeschlossen sind, die eine hohe Leistung beanspruchen. Bei älteren Elektrogeräten sammelt sich leicht Staub an, wodurch es zu Hitzestau und somit ebenfalls zum Brand kommen kann.

Auch Geräte oder Steckdosenleisten, die in oder unter Schränken betreiben oder abgedeckt werden, können durch Überhitzung leicht einen Brand verursachen.
Defekte Elektrogeräte oder -kabel am besten immer sofort austauschen und keine Experimente machen! Bei schlecht mit Klebeband isolierten Kabeln besteht die Gefahr eines Kurzschlusses, besonders bei Geräten, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind, also im Bad und in der Küche.

Mittlerweile ebenfalls ein Risikofaktor sind Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Smartphones verwendet werden. Diese können bei Überladung bzw. Überhitzung unter Umständen in die Luft gehen und explodieren. Deshalb möglichst nur so lange das Smartphone laden wie nötig und es besser nicht nachts auf dem Nachttisch aufladen.

In Räumen mit erhöhter Feuchtigkeit wie Bad und WC helfen FI-Schalter, den Stromkreis sofort zu unterbrechen, sobald ein Fehlerstrom auftritt, also z. B. durch Feuchtigkeit ein Kurzschluss entstehen und dadurch einen Brand entstehen kann.

Wenn es um offenes Feuer geht, ist die Brandgefahr noch einmal höher. Jedoch lässt sich das Risiko um ein Vielfaches minimieren, wenn man ein paar grundsätzliche Dinge beachtet:

  1. Kerzen oder offenes Kaminfeuer nie unbeaufsichtigt lassen!
  2. Raucher begeben sich oft in Gefahr, in dem sie ihre Kippen einfach achtlos wegwerfen. Selbst in der Wohnung werden die unmöglichsten Gegenstände als Aschenbecher genutzt oder noch heiße Zigarettenkippen in den Mülleimer geworfen. Ganz zu schweigen vom Rauchen im Bett oder auf dem Sofa. Und Rauchen in der Nähe eines Gasgrills sollte man auch unterlassen.
  3. Kinder spielen gern mit Feuer, daher sollten Streichhölzer und Feuerzeuge stets unerreichbar für sie aufbewahrt werden. Auch im Freien sollte man Kinder mit dem Feuerzeug oder Streichhölzern nicht alleine lassen, denn hier lauern für sie unbekannte Gefahren, die verheerende Folgen haben können.
  4. Gerade Kinder werden häufig unfreiwillig zu Brandstiftern.

In der Küche kann es schnell mal zu einem Brand kommen, wenn man einen Moment nicht aufpasst oder abgelenkt wird. Eine Pfanne mit heißem Fett kann schnell überhitzen und die ganze Küche in Brand stecken.

Zuletzt sind auch bestimmte Baustoffe in die Kritik geraten, da sie sich als brandfördernd herausgestellt haben.

Aber was kann oder sollte man tun, wenn's wirklich mal brennt?
Die Pfanne mit brennendem Fett kann man vielleicht gerade noch löschen. Aber keinesfalls mit Wasser, das würde sogar eine regelrechte Explosion verursachen. Am besten, man schaltet den Herd sofort aus und erstickt die Flammen mit dem Deckel. Deshalb gilt beim Kochen: Zu jedem Topf passt auch ein Deckel, und den sollte man immer griffbereit haben.

Beim Umgang mit offenem Feuer herrscht immer ein erhöhtes Brandrisiko. Foto: Fotolia, © eyetronic

Mit dem Feuerlöscher oder dem Feuerlöschspray können kleinere Brände oft selbst gelöscht werden. Auch Decken können bei kleineren Bränden oft helfen, die Flammen zu ersticken. Breitet sich das Feuer jedoch sehr schnell aus, wird man oft nicht mehr Herr der Situation.

Auf keinen Fall sollte man jetzt noch versuchen, den Brand selbst zu löschen, sondern sofort die Feuerwehr anrufen und das Haus verlassen. Dabei hinter sich alle Türen und Fenster schließen, damit sich der Brand nicht durch Zugluft weiter ausbreiten kann. Beim Anruf bei der Feuerwehr — europaweit unter der Nummer 112 — die fünf W's beachten:

  1. Wo brennt es? Adresse mit Ort, Straße und Hausnummer (ggf. Wohnetage oder genaueren Brandort) nennen.
  2. Was ist genau passiert? Nennen Sie so viele Details über die Entstehung des Brandes.
  3. Wie viele Menschen (und ggf. Tiere) sind im Haus oder durch den Brand betroffen?
  4. Wer ist am Telefon? Eigenen Namen nennen!
  5. Warten auf weitere Fragen und Hinweise, nie sofort auflegen!

Wer sich zu lange im Haus aufhält, riskiert die Gefahr einer Rauchvergiftung. Auch ist das Risiko, bewusstlos zu werden und zu ersticken ist sehr hoch, dann kann man das Haus nicht mehr eigenständig verlassen. Um den Rauch nicht zu stark einzuatmen, sollte man sich ein Tuch vor den Mund halten. Bei starker Rauchentwicklung am besten geduckt, notfalls kriechend den Raum verlassen.

In Mehrfamilienhäusern niemals den Aufzug benutzen, sondern die Fluchtwege über das Treppenhaus. Falls eine Flucht oder das Verlassen des Gebäudes nicht möglich ist, sollte man durch das Fenster auf sich aufmerksam machen.

Hausbrände können nicht nur das eigene Haus zerstören, der Brand kann auch auf naheliegende Gebäude übergreifen. Neben der Verletzung von Personen kann auch ein erheblicher Sachschaden entstehen. Viele Hausbesitzer stehen nach einem Brand vor dem Nichts.

Brände werden durch die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung in den meisten Fällen abgedeckt, jedoch können Versicherer auch bei fahrlässigem Handeln die Übernahme des Schadens verweigern oder kürzen, etwa, wenn kein Rauchwarnmelder im Haus vorhanden war, durch den man vor dem Brand rechtzeitig hätte gewarnt werden können. Deshalb unbedingt die Versicherungsbedingungen lesen und regelmäßig den Vertrag aktualisieren, zum Beispiel bei Um- oder Anbauten und größeren Anschaffungen.