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Blaue Kreuz Deutschland​: "Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?“​

Blaue Kreuz Deutschland : „Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?“

Mit der Aktionswoche Alkohol, die vom 14. bis 22. Mai 2022 stattfindet, macht das Blaue Kreuz Deutschland (BKD) mit Hauptsitz in Wuppertal als Mitorganisator auf die Risiken des Alkoholkonsums aufmerksam und wirbt für eine gesundheitsbewusste Lebensweise.

Mit der Frage „Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?“ regt es an, den eigenen Konsum der gesellschaftlich anerkannten Droge Nummer eins zu reflektieren und zu überprüfen. Die deutschlandweit stattfindenden Veranstaltungen und Aktionen reichen von Tagen der offenen Tür, über Kunstausstellungen, Aktionen in Fußgängerzonen bis hin zu Online-Vorträgen und vielem mehr.

Alkohol ist nicht nur die am meisten verbreitete Droge weltweit, sie produziert auch die höchsten gesellschaftlichen Folgekosten. Laut aktuellem Global Drug Survey war Alkohol auch 2021 mit Abstand die weltweit am meisten konsumierte Droge. Über 90 Prozent der 32.000 Befragten in 22 Ländern geben an, im Jahr 2021 Alkohol getrunken zu haben.

Laut „DHS Jahrbuch Sucht 2022“ starben 19.000 Frauen und 43.000 Männer in Deutschland an einer alkoholbezogenen Todesursache. Das entspricht vier Prozent aller Todesfälle unter Frauen und 9,9 Prozent aller Todesfälle unter Männern (Zahlen für 2016).

Schwerpunktthema der diesjährigen Aktionswoche ist die Sucht-Selbsthilfe. Mit 320 Gruppen und Vereinen und ca. 1.050 Gruppenangeboten ist diese neben ca. 132 fachlichen (beruflichen) Angeboten ein wesentlicher Teil des Blauen Kreuzes Deutschland. In den Sucht-Selbsthilfegruppen des BKD begegnen Suchtkranke Suchtkranken auf Augenhöhe.

  • Symbolbild.
    Eltern-Kind-Gruppen : Kommunales Integrationszentrum sucht Honorarkräfte
  • Die Junior Uni in Wuppertal-Barmen.
    Ehrenamtliche Unterstützer gesucht : Kursangebot der Junior Uni für geflüchtete Kinder
  • Das Logo der „Students for Future“.
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Sie tauschen sich untereinander aus: Was hilft uns, suchtfrei zu werden? Wie gehen wir mit einem Rückfall um? Was tun wir – jede und jeder für sich selbst –, um suchtfrei zu bleiben? Und sie hören einander aufmerksam zu. Für viele Suchtkranke und Angehörige ist die Gruppe nicht nur in den ersten Monaten, sondern viele Jahre wichtig. In und mit der Gruppe können sie suchtfrei und sinnerfüllt leben.

Jürgen Naundorff (Mitglied der Geschäftsleitung des Blauen Kreuzes Deutschland): „Alkoholkonsum scheint ein gutes Bindemittel in vielfältigsten Beziehungskontexten zu sein. So die Auffassung in weiten Teilen unserer Gesellschaft. Bei genauer Betrachtungsweise killt allerdings Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit Beziehungen. Menschen in der Sucht-Selbsthilfe bringen beste Voraussetzungen mit, um geeignete Gesprächspartner für von Sucht betroffene Menschen zu sein. Sie haben selbst unter Alkohol- und anderen Suchtproblemen gelitten, am eigenen Leib oder als Angehörige. Sie haben Wege aus der Sucht gefunden, haben gelernt, darüber zu sprechen – und können häufig eine erste Beziehungsbrücke zu von Sucht betroffenen Menschen schlagen.“

Und weiter: „Die Sucht-Selbsthilfe ist ein – in der Öffentlichkeit unterschätztes – unerlässliches Angebot der Suchthilfe. Gerade durch ihre Arbeit wird sichergestellt, dass alkoholkranke Menschen und Angehörige dauerhaft ein suchtfreies Leben führen können. Sehr gut, dass die diesjährige Aktionswoche Alkohol der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen den Fokus auf die unerlässliche Arbeit der Sucht-Selbsthilfe legt!“

Inzwischen ist es möglich, an vielen Selbsthilfegruppen auch online teilzunehmen. Wer in keine örtliche Sucht-Selbsthilfegruppe gehen möchte oder kann, findet online geeignete Angebote. Ein Klick genügt.