| 15.11 Uhr

Kommentar zu einer möglichen Bundesgartenschau
BUGA? Pina zuerst!

Kommentar zu einer möglichen Bundesgartenschau: BUGA? Pina zuerst!
Rundschau-Redakteur Stefan Seitz. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. Nicht Hardt, nicht Barmer Anlagen, nicht Nordpark, nicht Scharpenacken, auch sonst keines der Gelände, die ursprünglich immer genannt wurden, kommen nach Ansicht der BUGA-Experten in Frage. Weil sie zu schön sind. Eine Bundesgartenschau soll nicht schöne Flächen noch schöner machen, sondern Areale nach vorn bringen, die Schwächen und trotzdem Potenzial haben. BUGA ist also nicht nur "Schöne-Blumen-Zeigen", sondern viel mehr: Stadtentwicklung! Die kann Wuppertal gut gebrauchen. Von Stefan Seitz

Da passt es gut, dass die BUGA-Fachleute das verwunschene und leicht vernachlässigte Waldpark-Dreieck aus Kaiserhöhe, Königshöhe und Kiesberg sowie die kaum bekannten Tescher Wiesen am Vohwinkeler Westrand in den Blick genommen haben. Damit wäre eine Wuppertaler BUGA nicht nur für alle Besucher von außerhalb (deutlich über eine Million würden es sein, prognostizieren die Kenner), sondern auch für uns Wuppertaler etwas Neues.

Mit einem Schub für den Westen – plus neuer Wohngebiete auf den Tescher Wiesen, wo Leben und Landschaftsarchitektur eine Synthese eingehen würden. Und die Trasse, die im Westen etwas vor sich hindümpelt, bekäme eine "Frischzellenkur". Von den Magneten Zoo-Seilbahn und 700-Meter-Hängebrücke über der Varresbeck ganz zu schweigen! Bei der Seilbahn würde es keine Problem-Nachbarn geben, über deren Köpfe sie fährt.

Und der Zoo, den sie entweder überquert oder aber am Rand berührt (es gibt zwei Planungsstrecken) sieht das Ganze entspannt. Die Brücke zwischen Kaiser- und Königshöhe ist technisch zu machen und, so sagen die BUGA-Fachleute, finanziell darstellbar. Wenn geklärt werden kann, ob Bayer akzeptiert, dass eine solche Brücke über das Werksgelände oder sehr nahe daran vorbei führt, hätten wir einen echten Tourismus-Knaller.

Also: Alles gut – ran an den Speck? Ja. Aber noch nicht 2025. Die BUGA, die die Stadt 50 Millionen Euro kosten würde, und damit "preisbewusst und kein Mammutprojekt wie etwa in Hamburg" wäre, so die Machbarkeitsstudien-Macher, ist eine feine Sache. Aber das Pina-Bausch-Tanzzentrum im Schauspielhaus ist feiner. Und wichtiger.

OB Andreas Mucke, für den die BUGA offenbar eine Herzensangelegenheit ist, und alle anderen, die etwas zu sagen und zu entscheiden haben, müssen sich klar sein: Mit dem Label "Pina Bausch" spielt Wuppertal (weltweit) in der Champions League. Immer schon – und jetzt, wo das Ensemble mit neuen Stücken auf den Weg in die Zukunft startet, erst recht. Die BUGA läuft nicht weg. Das Pina-Bausch-Tanzzentrum kann uns, wenn wir es vertrödeln, durchaus noch durch die Lappen gehen. Ich sage: Jetzt alles auf Pina! Dann erst BUGA.

Die Rundschau-Radrunde