Reparatur am Geläut der evangelischen Gemeinde kostet 80.000 Euro / Jetzt muss die Orgel gewartet werden
Auf Knopfdruck setzte Wilfried Bernert die Glocken der evangelischen Kirche Gräfrather Straße wieder in Betrieb. Foto: Grigo
Von Klaus Ulrich Grigo
Kürzlich erwartete die Gottesdienstbesucher der evangelischen Kirche an der Gräfrather Straße eine Überraschung, denn nach monatelanger Sanierungsarbeit erklangen die vier Bronzeglocken in neuer Frische. Damit fand eines der teuren Gebäude-Projekte der Gemeinde seinen Abschluss. Doch voraussichtlich im März nächsten Jahres soll die Grundüberholung der Orgel erfolgen.
„Ich bin schon gespannt, wie die vier Glocken jetzt klingen. Zwar habe ich die aufwändigen Sanierungsarbeiten betreut und kenne die Erneuerungen, aber die vier Glocken nach anderthalb Jahren wieder gemeinsam zu hören, ist etwas Besonderes“; sagte Wilfried Bernert, ehrenamtlicher Presbyter und Baukirchenmeister der evangelischen Gemeinde Vohwinkel beim Neustart nicht ohne Stolz. Währenddessen öffnete er den Elektrikkasten der Kirche und betätigte vier Schalter, um die Glocken quasi von Hand zum Schwingen zu bringen. Danach übernimmt die Elektronik den Rest des Glockenspiels. Es sei bitter gewesen, als der Glockensachverständige feststellte, dass Klöppel, Antriebe und der Glockenstuhl einer Generalüberholung unterzogen werden mussten.
Bis zum 10. Oktober funktionierte nur noch eine der vier Glocken, aber deren Klöppel hatte sich aus der Halterung gelöst, und das Glockenläuten musste ausfallen, berichtet Bernert. „Eine unserer Glocken stammt aus dem Jahr 1925 und die anderen drei aus dem Jahr 1958. Seither gab es keine Revision der Anlage. Es war also höchste Zeit für die Erneuerungsarbeit, die letztlich rund 80.000 Euro kosten wird“, sagt Bernert und lauscht den Glocken, die zwischen 700 und 2.100 Kilogramm wiegen.
Fast vergessen sind die Mühen bis zu diesem Zeitpunkt. Zwar konnten die Glocken nach dem Abhängen im 30 Meter hohen Kirchturm zwischengelagert werden, aber dennoch waren die Reparaturen schwierig und aufwändig. Der Boden des Glockenstuhls musste ebenso renoviert werden wie jedes einzelne Glockenjoch, an dem die Glocke aufgehängt ist und schwingt. Das Material zogen die Handwerker im Inneren des Turms durch große Luken nach oben. Den Abschluss der Arbeiten bildete die Intonierung der Glocken durch einen Spezialisten.
„Man hört, wie rein die Glocken jetzt klingen“, schwärmt Wilfried Bernert, der sich über die Finanzierung der Reparatur noch den Kopf zerbricht. Will die Gemeinde nicht auf ihre finanziellen Rücklagen zugreifen, benötigt sie Spenden.
Das gilt nicht nur für die Glocken, sondern auch für die Orgel, die voraussichtlich im nächsten Frühjahr gewartet werden soll. „Die Inspektion der Orgel kostet um die 50.000 Euro. Die Höhe des Betrags ergibt sich aus den auszuführenden Arbeiten. Die Orgel muss komplett zerlegt werden“, erläutert Bernert, der hofft, dass sich nicht nur Gemeindemitglieder mit Spenden an der Sanierung beteiligen.