Das Rundschau-Rad: Zweite Runde!
Tolle Frühlings-Aktion mit Wuppertaler Fahrrad-Hersteller / Sensationspreis von 149 Euro!
Nach dem sensationellen Run auf das neue Rundschau-City-Bike hat es unser Partner, der Langerfelder Fahrradhersteller und -händler KS-Cycling, geschafft, Nachschub zu beschaffen. Das attraktive Bike lässt sich mit seinen Schnellspannern dreimal zusammenklappen und erweist sich so als wahres Raumwunder! Mit der Shimano 6-Gang-Kettenschaltung hat man zudem immer die passende Übersetzung parat. Die schwarze Lackierung und die moderne Form machen dieses Rad zudem zur echten Augenweide.
Schwarz, stylish und supergünstig: Sascha Siepen (l.) und Holger Strohmann (r.) von KS-Cycling präsentieren gemeinsam mit Rundschau-Mitarbeiter Carsten Tracogna die zweite Auflage des Fahrrads „designed in Wuppertal“. Foto: Bettina Osswald
Ab sofort können Sie das City-Bike – designed in Wuppertal – bei Rundschau Reisen am Werth 99 und bei TOP Reisen in der Rathaus Galerie in Augenschein nehmen. Der weitere Ablauf ist simpel: Besichtigung und Bezahlung in unseren Reisebüros, Abholung und Einweisung direkt beim Hersteller in Langerfeld, der das Rundschau-Rad komplett montiert für Sie bereit hält - solange der Vorrat reicht!
Der Film zur Typisierungsaktion
Große Typisierungsaktion - helfen Sie mit!
Samstag, 12. Mai 2012, 10 bis 16 Uhr
Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring 185
Rund 2.400 Menschen haben sich an der Typisierungsaktion im Pressehaus beteiligt! Die Wuppertaler Rundschau bedankt sich bei allen Spendern, Helfern, guten Geistern und Unterstützern ganz herzlich - natürlich auch bei der WZ, Radio Wuppertal und dem WDR, die medial mitgemacht haben. Nun hoffen wir, dass die Auswertung der Proben die beiden Volltreffer bringt!
Auch die Mitglieder der Wuppertaler Feuerwehr "rückten" zur Blutspende an. Foto: Barbara Scheer
Auch Jan-Marco Behr und Christian Hoße vom Handball-Bundesligisten BHC nahmen an der Typisierungsaktion im Pressehaus teil. Ein herzlicher Dank geht auch an den Fußball-Regionalligisten WSV, der Freikarten für das Heimspiel gegen den BVB II gespendet hat! Foto: Koldehoff
Auf große Resonanz stößt die Typisie- rungsaktion. Schon in der ersten Stunde bildete sich eine Schlange vor dem Pressehaus am Otto-Haus- mann-Ring 185, die Wartezeit hält sich aber in Grenzen: Im Einsatz sind 20 "Blutabzapfer", die für einen reibungslosen und schnellen Ablauf sorgen! Foto: Trapp
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Aktion erhält als Dankeschön auf Wunsch eine Freikarte für das Heimspiel des Fußball-Regionalligisten WSV am 19. Mai 2012 (14 Uhr) im Stadion am Zoo gegen Borussia Dortmund II! Noch einmal der Hinweis: Die Abgabe der Blutspende ist mit keinerlei Kosten verbunden!
Rundschau-Fotograf Jörg Lange (li.) und der Jurist Björn B. (re.) sind im vergangenen Jahr an Leukämie erkrankt. Heilung ist in beiden Fällen nur durch eine Knochenmarkspende möglich. Unter Federführung der Rundschau rufen daher die großen Wuppertaler Medien zu einer Typisierungsaktion auf, die am Samstag (12. Mai 2012) von 10 bis 16 Uhr im Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring stattfindet. Gefragt sind Spender im Alter von 18 bis 55 Jahren, die gesund sind und an keinen chronischen Krankheiten leiden. Den Spendern werden fünf Milliliter Blut abgezapft, das auf seine Tauglichkeit untersucht wird. Jede Blutuntersuchung kostet rund 50 Euro
(die aber nicht von den Teilnehmern der Aktion gezahlt werden müssen!) und wird nicht von den Krankenkassen getragen. Daher ist die Aktion auf Spenden angewiesen, die auf das
Konto 1326636 (Kontoinhaber DKMS) bei der Stadtsparkasse Solingen, BLZ 342 500 00, Stichwort JLW 001, eingezahlt werden können.
„Nur ein kleiner Pieks - doch er kann Leben retten!“
Die große Typisierungsaktion am Samstag (12. Mai 2012) von 10 bis 16 Uhr im Pressehaus: Wer kann spenden, was passiert vor Ort - und was danach?
Die 13 meist gestellten Fragen zu einer Typisierungsaktion haben wir Nicole Wenderoth gestellt. Die Mitarbeiterin der Deutschen Knochenmarksspenderdatei betreut die Aktion im Wuppertaler Pressehaus am Samstag.
Nicola Wenderoth (DKMS). Foto: Sebastian Jarych
Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?
Nicola Wenderoth: Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen steht am Aktionstag ein DKMS- Betreuer vor Ort zur Verfügung.
Wie läuft die Registrierung am Aktionstag ab?
Wenderoth: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von fünf bis zehn Minuten und ein kleiner Pieks. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können.
Wonach wird die Blutprobe untersucht?
Wenderoth: Bei einer Typisierung werden die Gewebemerkmale des Blutes bestimmt. Die Blutgruppe spielt hier keine Rolle. Die Befunde werden anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patientenanfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.
Die Aufnahme in die DKMS kostet 50 Euro. Wofür wird das Geld benötigt?
Wenderoth: Die Bestimmung der Gewebemerkmale des Blutes (Typisierung) ist eine sehr aufwändige Laboruntersuchung. Für die Neuaufnahme eines potenziellen Lebensspenders entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 50 Euro, die weder von den Krankenkassen übernommen noch staatlich bezuschusst werden, sondern allein durch Spendengelder finanziert werden müssen. Wir wissen natürlich, dass nicht jeder seine Typisierungskosten selbst tragen kann. Aber auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro zählt!
Wann kommt man als Stammzellenspender in Frage?
Wenderoth: Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Anders als bei den verschiedenen Blutgruppen, ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zweier Menschen allerdings äußerst selten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich als potenzielle Stammzellspender registriert sind.
Wie groß ist die Chance, einen passenden Spender zu finden?
Wenderoth: Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.
Was geschieht mit den Blutproben, die abgegeben werden?
Wenderoth: Alle Blutproben der Aktion werden sofort nach der Aktion ins Labor gebracht und untersucht! Im Labor werden zehn Gewebemerkmale analysiert. Entscheidend für eine Stammzellspende ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender.
Gesetzt den Fall, die HLA-Merkmale eines Spenders stimmen mit denen eines Patienten überein. Was geschieht danach?
Wenderoth: Kommt man als Spender für einen Patienten in Frage, kommt es zu einer Bestätigungstypisierung. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der potenzielle Spender endgültig entscheiden muss, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er „ja“ sagt, wird bei ihm ein gründlicher Gesundheits-Check-up durchgeführt. Die bloße Registrierung bei der DKMS beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende. Denn oft kommt es erst nach Jahren zu einer Anfrage für eine Stammzellspende und in dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände (z.B. Krankheiten) eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen.
Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?
Wenderoth: Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren: Seltener durchgeführt wird inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht !!! etwa Rückenmark) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach. Die wesentlich häufigere Methode (80 Prozent) ist die periphere Stammzellentnahme: Dem Spender wird dabei über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt! Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt.
Muss sich der Spender auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gefasst machen?
Wenderoth: Nur bei der Knochenmarkentnahme ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, der etwa zwei bis drei Tage dauert. Die periphere Stammzellspende wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel vier Stunden.
Hier findet die Typisierung statt: das Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring. Foto: Sebastian Jarych
Was sind die Anzeichen für einen Erfolg einer Stammzelltransplantation?
Wenderoth: Nach etwa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte dafür, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe aufgenommen haben und – wie gewünscht – gesunde Blutzellen bilden. Ist beim Patienten ein stetiger Anstieg weißer Blutkörperchen nachweisbar ist, steigt auch seine Chance auf ein zweites Leben.
Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?
Wenderoth: Bei der Knochenmarkentnahme besteht für ein paar Tage ein lokaler Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich bei dieser Methode auf das übliche Narkoserisiko! Bei der peripheren Stammzellspende können während der Vorbereitungsphase grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach heutigem Forschungsstand jedoch nicht bekannt.
Welches Krankenhaus entnimmt dem Spender Stammzellen?
Wenderoth: Die DKMS kooperiert bundesweit mit ausgesuchten und routinierten Entnahmezentren. Die gesamte Reiseabwicklung inklusive Unterkunft übernimmt die DKMS für ihre Spender. Dem Spender entstehen keine Kosten.
„Er ist doch mein Blutsbruder“
Monika Köpps hatte Leukämie– eine Stammzellenspende rettete ihr Leben
(sab). Die Idee, unserer Redaktion einen Besuch zu machen, kam ihr spontan, war jedoch für Monika Köpps eine echte Herzensangelegenheit. Genau wie die vorangegangene Visite bei Ärzten und Pflegepersonal der Helios-Kliniken und dem an Leukämie erkrankten Björn Birkenbach. Hier wollte Monika Köpps Trost spenden und Mut machen, denn sie kennt den schweren Weg, der noch vor dem Wuppertaler Juristen liegt. Auf sein Schicksal und auf das des ebenfalls erkrankten Fotografen Jörg Lange war sie durch die Berichterstattung in der Rundschau aufmerksam geworden.
Heute können Monika Köpps und ihr Lebensgefährte Wolfgang Golczyk wieder Pläne für die Zukunft schmieden. Möglich wurde das durch eine Stammzellenspende, die das Leben der an Leukämie erkrankten Wuppertalerin rettete. Foto: Sebastian Jarych
Flotter Kurzhaarschnitt, ein dezentes Make-up und ein sympathisches Lächeln, so präsentiert sich Monika Köpps heute. Im März 2010 sah das ganz anders aus. Damals erhielt die Seniorin die Hiobsbotschaft, an Leukämie erkrankt zu sein. Die Chemo schien erfolgreich, aber dann trat die Krankheit erneut auf. Jetzt konnte nur noch eine Stammzellen-Transplantation das Leben der Wuppertalerin retten, aber es war fraglich, ob ein solcher Eingriff im Alter von 67 Jahren noch möglich war.
„Doch die Ärzte gaben grünes Licht, und ich hatte großes Glück. Innerhalb von sechs Wochen fanden sich zwei Spender, einer davon aus Amerika, der mir dann das Leben retten sollte“, erinnert sich Monika Köpps. „Die Ärzte an der Uni-Klinik Düsseldorf, wo auch die Transplantation erfolgte, waren sehr ehrlich zu uns, erklärten uns alle Behandlungsschritte und auch die Nebenwirkungen. Zeitweise dachte ich, es ist eigentlich nur die Wahl zwischen Cholera und Pest“, erzählt Lebensgefährte Wolfgang Golczyk, der Monika Köpps in der schweren Zeit zur Seite stand.
Spender aus den USA
„Mein Lebensgefährte wurde zu meinem persönlichen Pflegedienst, die ersten ’Spaziergänge’ absolvierte ich im Rollstuhl. Aber dann kam langsam die Kraft zurück. Heute treibe ich zweimal in der Woche Sport“, genießt Monika Köpps ihr zweites Leben.„In einem Jahr werde ich wohl den Namen des Spenders erfahren, mit dem ich auf jeden Fall in Kontakt treten möchte, schließlich ist er doch mein Blutsbruder. Nur eines hat nicht geklappt, trotz der amerikanischen Stammzellen ist mein Englisch immer noch nicht perfekt. Da muss wohl meine Tochter bei der Verständigung helfen.“
Dankbar, die schwere Krankheit überwunden zu haben, möchte Monika Köpps nun anderen Betroffenen Mut machen. Leider gibt es in Wuppertal keine spezielle Selbsthilfegruppe für Leukämie-Patienten. Vielleicht finden sich ja Menschen, die so eine Gruppe ins Leben rufen“, hofft Monika Köpps.
Ihre Bitte: Alle zur Typisierung am 12. Mai!
Doch ihr größtes Anliegen ist die Sensibilisierung ihrer Mitmenschen für die Krankheit Leukämie. Daher bittet sie alle Wuppertaler, die als Spender in Frage kommen, am Samstag, 12. Mai, zur großen Typisierungsaktion ins Pressehaus zu gehen. „Was für den Spender nur ein kleiner Eingriff ist, rettet dem Empfänger das Leben!“
„Es wird nur Blut abgenommen“
Oberärztin Dr. Silke Schostok über Hintergründe einer Stammzelltransplantation
Mithilfe einer großen Typisierungsaktion versuchen die Wuppertaler am Samstag (12. Mai 2012) von 10 bis 16 Uhr im Pressehaus mögliche Stammzellspender für Jörg Lange, Björn Birkenbach und andere an Leukämie Erkrankte zu finden. Über die medizinischen Hintergründe der Aktion sprachen wir mit Dr. med. Silke Schostok. Sie betreut im Helios Klinikum Krebspatienten – vornehmlich mit Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs. Immer wieder kümmert sie sich um Patienten, die sich nach erfolgter Chemotherapie in einem anderen Krankenhaus einer Stammzelltransplantation unterziehen.
Oberärztin Dr. Silke Schostok (Helios Klinikum).
Für welche Patienten kommt eine Stammzelltransplantation eigentlich in Frage?
Dr. Schostok: Die Therapie kommt hauptsächlich bei Leukämiepatienten zum Einsatz – und zwar meist dann, wenn die Erkrankung nicht mit Hilfe einer konventionellen Chemotherapie beherrschbar ist. Entweder weil die Erkrankung nach einer Chemotherapie wiederkommt oder weil wir Ärzte bereits vor diesem Therapieansatz sehen, dass ungünstige Risikokonstellationen bestehen, die erkennen lassen, dass eine Chemotherapie alleine nicht zum Ziel führen kann.
Was passiert denn bei dieser Therapie?
Dr. Schostok: Der Patient wird mit einer hochdosierten Chemotherapie und/oder einer Bestrahlung auf die Transplantation vorbereitet. Ziel dieser Maßnahme ist es, dass möglichst alle bösartigen Zellen aus dem Knochenmark beseitigt werden. Schließlich werden dem Erkrankten speziell aufbereitete Stammzellen eines geeigneten Spenders als Infusion in die Vene verabreicht. Die Stammzellen finden von sich aus den Weg ins Knochenmark und übernehmen dort die Blutbildung, was im Idealfall zur Genesung des Patienten führt. Stammzellen können rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen bilden – also die wesentlichen Blutbestandteile.
Wer bietet die Stammzelltransplantation eigentlich an?
Dr. Schostok: Das sind große Transplantationszentren. Wir hier im Haus haben ein solches Zentrum nicht, können Patienten aber im Vorfeld der Transplantation behandeln.
Sie haben schon den Spender erwähnt. Welche Voraussetzungen muss dieser erfüllen?
Dr. Schostok: Zu allererst geht es um gemeinsame Gewebemerkmale des Blutes bei Spender und Empfänger. Je größer die im Labor gefundenen Übereinstimmungen sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg der Behandlung. Daneben gibt es noch andere Kriterien, die ein Spender erfüllen sollte. Dazu gehört selbstverständlich, dass keine chronischen Infektionskrankheiten (Hepatitis/HIV) vorliegen. Dazu gehört aber auch, dass er nicht älter als 55 Jahre ist, da die Zahl der gewonnenen Stammzellen vom Alter beeinflusst wird.
Und was passiert bei einer Typisierungsaktion wie die in der nächsten Woche?
Dr. Schostok: Den dort erscheinenden Freiwilligen wird lediglich Blut abgenommen. Die bereits erwähnten Gewebebestandteile werden im Labor ermittelt und in einer Datenbank gespeichert. Je mehr Menschen in dieser Datenbank gespeichert sind, desto größer wird die Chance für Leukämiepatienten, einen geeigneten Spender zu finden.
Und was ist, wenn ein Spender in Frage kommt?
Dr. Schostok: Dann wird dieser zunächst einmal direkt vor der Stammzellenspende vier bis sechs Tage lang mit einer hormonähnlichen Substanz behandelt, die die Stammzellen dazu bringt, vom Knochenmark ins Blut überzutreten. Anschließend wird das Blut dann einer Art von Blutwäsche unterzogen, wobei die Stammzellen herausgefiltert werden, die dann dem Patienten zur Verfügung stehen. Bis auf grippeähnliche Symptome unter dieser Stammzellstimulationstherapie, welche mit Paracetamol gut zu beherrschen sind, ist die Stammzellenspende aber sehr nebenwirkungsarm.
Knochenmarkspende rettete sein Leben
Wie der Wuppertaler Feuerwehrmann Markus Gerlach die Leukämie besiegte
„Am 13. November 2008 erfuhr ich, dass ich an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt war“, erinnert sich der Wuppertaler Feuerwehrmann Markus Gerlach (31). Einen Tag zuvor war er noch über drei Stunden durch den Wald gejoggt und fühlte sich fit. Lediglich mehrere geschwollene Lymphen, darunter ein golfballgroßer Knoten am Hals, hatten ihn einige Tage zuvor veranlasst, einen niedergelassenen Arzt zu konsultieren.
Markus Gerlach konnte durch eine Knochenmarkspende gerettet werden, Heute ist er als Berufsfeuerwehrmann wieder voll im Einsatz. Foto: Peter Fichte
„Trotz meiner Arbeit im Rettungsdienst und vieler Kontakte mit Krebspatienten hatte ich mich zuvor nie mit dem Thema Krebs auseinandergesetzt. Ich wurde von der Diagnose total überrollt und musste mich von jetzt auf sofort mit dieser Situation auseinandersetzen“, so Gerlach weiter. Dann ging alles ganz schnell. Schon am nächsten Tag stand die Diagnose fest – Akute Lymphatische Leukämie – und die Behandlung begann. Gerlach erfuhr, dass es drei Leukämie-Risikogruppen gibt. „Ich wurde in die Hochrisikogruppe eingestuft, in der ich ohne eine Knochenmarkspende keine lange Überlebenschance gehabt hätte.“ Während in den Folgetagen mit einer Chemotherapie begonnen wurde, erfolgten nach diversen Untersuchungen weitere Knochen- und Spinalpunktionen. Aufgrund der dabei gewonnenen Erkenntnisse wurde anschließend auch eine Strahlentherapie eingeleitet.
Kollegen organisierten Typisierungsaktion
Während erfolglos im Familienkreis Gerlachs nach möglichen Spendern gesucht wurde, organisierten Wuppertaler Feuerwehrkollegen bereits eine große Typisierungsaktion. „Sie wollten unbedingt einen geeigneten Knochenmark-Zellspender für mich finden“, freut sich Gerlach immer noch über das Engagement seiner Kollegen. Einen Tag vor der Aktion erhielt Gerlach dann aber die Nachricht, dass in der Deutschen Knochenmarkspendedatei (DKMS) ein geeigneter Spender für ihn gefunden wurde.
Neun Treffer seit 2009
Die Typisierungsaktion am 14. Februar 2009 war dennoch ein großer Erfolg. Etwa 600 Menschen, darunter sehr viele Feuerwehrleute, beteiligten sich daran. Bis heute kamen bereits neun Personen, die sich an diesem Tag wenige Milliliter Blut haben entnehmen lassen, als Spender für kranke Menschen in Frage.
„Ein wunderschöner Tag“
Nachdem Gerlach erfahren hatte, dass es einen geeigneten Spender für ihn gibt, kam er in eine Fachklinik in Essen. Dort wurde er nach einigen weiteren Therapien auf eine Spezialstation verlegt und auf die Spende vorbereitet. Nachdem die erforderlichen medizinischen Maßnahmen erledigt waren, wurden ihm innerhalb von zwei Stunden die Spenderzellen übertragen. „Mein Körper nahm die Spende gut an, und nachdem meine Blutwerte einige Zeit später wieder im Normbereich waren, durfte ich die Spezialstation verlassen“, erzählt Gerlach weiter. Allerdings brauchte er viel Geduld: „Ich wurde im Herbst auf die Spezialstation verlegt – und als ich raus kam, blühten die Bäume, und die Vögel zwitscherten. Das war ein wunderschöner Tag für mich, und ich fühlte mich endlich wieder lebendig.“
Menschen, die an Leukämie erkranken, spricht Gerlach Mut zu: „Wichtig ist, dass man positiv mit der Krankheit umgeht, das Ziel, wieder gesund zu werden, im Auge behält, und man Unterstützung durch Freunde und Familie – in meinem Fall auch ganz besonders durch die Arbeitskollegen – bekommt.“ An der Typisierungsaktion für Markus Gerlach hatte sich auch sein Bruder Christoph (heute 33) beteiligt. Zurzeit wird Christoph für eine Knochenmarkzellspende vorbereitet. „Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit zu spenden, denn er hat erlebt, dass man mit kleinstem Aufwand einem Menschen das Leben retten kann“, so Markus Gerlach. „Er bekommt ein paar Tage lang Spritzen, damit sich gesunde Knochenmarkzellen in seinem Blut anreichern. Diese werden dann in einer Fachklinik herausgefiltert und dem schwer kranken Empfänger wie eine Bluttransfusion zugeführt.“
Im Frühjahr 2010 wurde Gerlach wieder in seinen Beruf als Feuerwehrmann eingegliedert und ist inzwischen voll einsatzfähig. Er braucht keine Tabletten mehr zu nehmen und muss nur regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen.
Spender wurde ein Freund
Zwei Jahre nach der Knochenmarkspende lernte Gerlach seinen Lebensretter, der ein genetischer Zwilling ist, kennen. „Wir haben uns sofort verstanden, treffen uns regelmäßig und freuen uns jedes Mal, wie durch einen minimalen Aufwand, Menschen geholfen werden kann und man das Leben wieder mehr zu schätzen lernt. Die kleinen Dinge im Leben öffnen einem die Augen. Dirk ist für mich ein Teil meiner Familie geworden.“
Sie brauchen unsere Hilfe!
Leukämie: Björn B. und Rundschau-Mitarbeiter Jörg Lange suchen Stammzellenspender / Typisierungsaktion am 12. Mai
(sab). Vor sechs Wochen haben sich die Wuppertaler Björn B. und Jörg Lange kennen gelernt. Zwischen dem Juristen und dem unseren Lesern als langjähriger Rundschau-Mitarbeiter bekannten und beliebten Fotografen stimmte die Wellenlänge von Anfang an, mittlerweile kann man vom Beginn einer Freundschaft sprechen. Was sich so positiv anhört, hat dennoch einen bitteren Beigeschmack, denn das erste Treffen der Männer fand in einem Krankenzimmer der Helios Kliniken statt. Björn B. und Jörg Lange sind an Leukämie erkrankt. Da die Chemotherapie nicht den angestrebten Erfolg brachte, wird nun eine Stammzellentransplantation nötig, um eine Heilung zu erzielen. Mit einer groß angelegten Typisierungsaktion im Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring am 12. Mai sollen die Chancen erhöht werden einen passenden Spender zu finden.
Die Diagnose kam für beide völlig unerwartet. B. wollte sich im November 2011 routinemäßig beim Hausarzt durchchecken lassen, der stellte Unregelmäßigkeiten beim Blutbild fest. „Nach drei Tagen kam dann das Ergebnis: Leukämie. Chemotherapie und ein achtwöchiger Klinikaufenthalt folgten. Die Zeit im Krankenhaus, ohne meine Familie und die vertraute Umgebung, war im Anfang die größte Belastung“, so der Jurist, dessen kleine Tochter in der vergangenen Woche ihren achten Geburtstag mit ihm, der Mama und der größeren Schwester feierte.
Statt Urlaub Chemotherapie
Ähnlich liest sich auch die Geschichte von Jörg Lange. Noch sonntags schmiedete er im Juni 2011 zusammen mit seiner Lebensgefährtin Urlaubspläne. Mittwochs stand dann fest. Der Fotograf war an Leukämie erkrankt. „Die Diagnose lähmt, der Alltag verändert sich komplett, aber dann findet man sich ein, hat so viele Dinge zu erledigen.“
Sowohl bei B. wie auch bei Lange sahen die Prognosen anfangs recht gut aus, gingen die behandelnden Ärzte davon aus, die Krankheit mit Chemotherapie in den Griff zu bekommen. Jörg Lange trat sogar im Dezember 2011 eine Reha an, arbeitete im Januar diesen Jahres zeitweise wieder in seinem Beruf. Doch bei der ersten Routinekontrolle im März wurde der Rückschlag diagnostiziert, erneute Chemos und Krankenhausaufenthalte waren die Folge. Bei B., der an einer anderen Form der Leukämie erkrankt ist, droht in absehbarer Zeit der akute Rückfall, wenn nicht vorher eine Stammzellentransplantation helfen kann.
Weltweite Spender-Suche
Weltweit wird für die beiden Wuppertaler nach einem geeigneten Spender gesucht, der bisher noch nicht gefunden werden konnte, da die genetische Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger sehr groß sein muss.
Mit der Unterstützung der Wuppertaler Medien und der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) wird nun in Wuppertal eine große Registrierungsaktion stattfinden, um die Chance auf einen Spender zu erhöhen. „Auch wenn für uns nicht der Passende dabei ist, so erhöht sich die Zahl der bundesweit registrierten Spender, was wiederum anderen Erkrankten helfen kann“, sind sich Björn und Jörg einig. Alle Wuppertaler im Alter zwischen 18 und 55 Jahren, die nicht an einer chronischen Erkrankung leiden, sind aufgefordert, am Samstag, 12. Mai, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr ins Pressehaus am Otto-Hausmann-Ring zu kommen. Eine Blutspende von nur fünf Millilitern reicht aus, um festzustellen, wer für eine Transplantation geeignet ist. Als Oberbürgermeister Peter Jung von der schweren Erkrankung der beiden Wuppertaler erfuhr, übernahm er spontan die Schirmherrschaft der Aktion.
Unterstützung ist groß
Leider wird die aufwändige Untersuchung des Blutes, die zur Typisierung notwendig ist, nicht von den Krankenkassen bezahlt. Rund 50 Euro werden je Spende fällig, die über Sponsoren abgedeckt werden sollen. Bisher haben die Fressnapf-Kette, die Stadtsparkasse und die Lions die Aktion bereits großzügig unterstützt. Ebenso spontan wie der Oberbürgermeister reagierten Erich und Roswitha Bethe von der gleichnamigen Stiftung und sicherten prominente finanzielle Unterstützung zu. Wer die Aktion darüber hinaus fördern möchte, kann seine Spende auf das Konto der DKMS bei der Stadtsparkasse Solingen (BLZ 342 500 00), Kontonummer 132 6636, Stichwort JLW 001, überweisen.