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"Bat out of Hell"-Premiere in Oberhausen
Meat Loaf trifft Mad Max

"Bat out of Hell"-Premiere in Oberhausen
Feurig,rockig und auf Deutsch - so kommt "Bat out of Hell" in Oberhausen auf die Musical-Bühne. FOTO: Stage Holding
Krawumm! Mit einem gewaltigen Knall und ganz ohne sich öffnenden Vorhang startet startet  "Bat out of Hell" - das Musical mit den großen Hits von Rock-Legende Meat Loaf im Oberhausener Metronom-Theater am CentrO. Danach gibt es tüchtig  auf die Ohren – mit exzellentem Sound und originellen Regieeinfällen in einem imposanten Bühnenbild. Wer einen heißen Retro-Abend in wirklich ungewöhnlichem Gewand erleben möchte, ist hier genau richtig. Von Roderich Trapp

Die beiden von Jim Steinman komponierten "Bat out of Hell"-Alben sind ein wuchtiges Stück Musikgeschichte – und mit ihren teils epischen Stücken im Prinzip schon von Hause aus eine perfekte Musical-Vorlage.  Kein Wunder, denn einige von ihnen waren genau dafür gedacht. Die Pläne eines Peter-Pan-Musicals zerschlugen sich allerdings, stattdessen bescherten sie Sänger Meat Loaf als Grundlage für "Bat out of Hell" (1977) und "Bat out of Hell II" (1993) Welterfolge. Und jetzt gibt es dann doch noch die von Steinman hergestellte Musical-Version, die am Donnerstag Deutschland-Premiere feierte.

Den Knalleffekt zum Auftakt folgt beim Publikum das Staunen über das Bühnenbild: Stattliche 17 Meter hoch ragt der "Falco-Tower" auf, in dem ein Teil der Handlung spielt und der gleichzeitig zur Projektionsfläche für Livevideos wird, die ein Kameramann laufend mitfilmt. Das sorgt für eine moderne Optik im MTV-Stil, Feuersalven, Lederjacken und Motorräder tun als Rock-Insignien das ihre dazu. Die Story tut dabei nicht allzuviel zur Sache: eine Art "Romeo und Julia reloaded"-Science-Fiction-Geschichte  aus einer düsteren Zukunft im Mad-Max-Gewand, die als Projektionsfläche für die "Best of"-Songauswahl ihre Pflicht erfüllt.

Diese Songs kommen nicht wie etwa die Steinman-Songs im viel älteren Musical "Tanz der Vampire" in Opern-Verkleidung daher, sondern donnern durchaus originaltreu und vom Orchester live eingespielt aus den bestens ausgesteuerten Boxen. Für einen echten V-Effekt sorgt dagegen die Idee, die Rock-Klassiker fast durchgehend auf Deutsch zu singen. Darüber wird in der Pause heftig diskutiert. Keine Frage: Alle, für die Meat Loafs Hits ein Stück Soundtrack ihres Lebens sind, werden mit den ziemlich gewöhnungsbedürftigen Übersetzung aus der Abteilung "reim dich oder ich fress dich" eher fremdeln, und gut verständlich ist ein großer Teil der Texte ohnehin nicht. Auch die Produzenten scheinen dem Konzept nicht vollends zu trauen, denn im Refrain fallen die Sänger immer mal wieder zurück ins englische Original.

Apropos Sänger: Bei der Premiere singt sich Hauptdarsteller Robin Reitsma auf den Spuren von Meat Loaf fast die Seele aus dem Leib, während seine quirlige Partnerin Sarah Kornfeld eher turnerisch als stimmlich beeindruckt. Dafür ist aber die erfahrene Musical-Größe Willemijn Verkaik in der Co-Hauptrolle ihrer Mutter alleine das Eintrittsgeld wert. Die Holländerin singt nicht nur den gesamten Cast förmlich an die Wand, sondern legt auch noch eine schauspielerische Glanzleistung hin. Unter anderem im grandios-frivolen  Duett "Paradise by the Dashboard Light", bei dem sie mit Alex Melcher viel Haut und noch mehr Können zeigt. Die Szene endet mit einem echten Brüller, wenn das Oldtimer-Cabrio, in dem sie sich tummeln, lötzlich … ach, was wir wollen ja nicht spoilern. Sehen Sie doch einfach selbst - Tickets für "Bat out of Hell" gibt es bei Rundschau Reisen am Werth und bei Top Reisen in der Elberfelder Rathaus Galerie!

 

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