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Unterbarmen
"Jeder gibt alles für den Erfolg"

Unterbarmen: "Jeder gibt alles für den Erfolg"
Viel los ist auf der Bühne schon jetzt – das zeigt diese Probenszene aus dem „Rabatz auf dem Campingplatz“. FOTO: Conrads
Wuppertal. Von der Aufführung einer Theatergruppe der katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu zeigte sich die damalige Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft St. Johann Baptist, Christel Simon, so begeistert, dass ihre Idee nach dem Aufruf 1986 schon 1988 mit kleinen Geschichten Wirklichkeit wurde. Von Klaus-Günther Conrads

"1987 sind mir junge Mädchen aus unserer Gemeinde nachgelaufen und wollten mitmachen. Einige sind Jahrzehnte später noch immer dabei", denkt sie gerne zurück.

In diesem Monat spielt das Team in der 28. Produktion mit "Rabatz auf dem Campingplatz" eine Komödie in vier Akten von Carl Slotboom. Michael Flucht erzählt: "Es geht um die Konfrontation zweier ganz unterschiedlicher Familien. Die sehr vornehme Familie Finkenstädt hat als Preis einen Aufenthalt auf dem Campingplatz gewonnen. Die sehr prollige Familie Bruns will auch eine Woche auf dem Campingplatz verbringen. Beide Charaktere sorgen für immer neue Situationskomik."

Die Laiendarsteller aus Oberbarmen und Wichlinghausen haben sich im Frühjahr auf das Stück geeinigt. Christel Simon: "Es wird immer schwieriger, ein Theaterstück zu finden, das zu uns passt. Monatelanges Suchen, Lesen, Verwerfen, Wiederlesen, Diskutieren, wer welche Rolle spielt." Seit Mai wird mittwochs geprobt, wegen Urlaub in wechselnden Besetzungen. Die Intensität nimmt Richtung Premiere zu. Die erfahrenen Darsteller Christel Simon, Beate Litzba, Anja Klaar, Michael Flucht, Bernadette Gasper, Ines Dogin und Thomas Kaschny erhalten diesmal von der 15-jährigen Jana Pushkareva bei ihrem Debüt Verstärkung.

Von einer seit Jahren gewachsenen harmonischen Truppe, die auch auf privater Ebene freundschaftlich zusammenhält, spricht Michael Flucht, der mit Leib und Seele in immer neue Rollen schlüpft. Die Motivation kommt ihm blitzschnell über die Lippen: "Menschen zum Lachen zu bringen, mal in eine andere Rolle schlüpfen, sich verkleiden, mal das spielen, was man sonst im Leben nicht ist."

Das gute Miteinander ganz unterschiedlicher Generationen befähigt das 15-köpfige Team für jährlich neue Produktionen. Christel Simon: "Jeder gibt alles, um die Aufführungen zum Erfolg zu führen. Dabei müssen unsere 'Superbühnenbauer' Rüdiger Schmidt (65), Günter Litzba (77) und Bernd Brunnert (55) unbedingt erwähnt werden. Ohne diese tollen Bühnenbilder, die uns die drei immer wieder bauen, wären die Aufführungen nur halb so gut! Auch auf unsere Souffleuse Anne Röhre (75) können wir nicht verzichten. Sie hat uns schon oft aus so mancher Klemme geholfen."

Die sechs diesjährigen Aufführungen widmet das Team ihrer langjährigen Mitspielerin Christel Busch-Piroth, die zu den Gründungsmitgliedern gehörte und vor einigen Tagen verstorben ist. Christel Simon: "Unser Laienspielkreis ist sehr traurig. Das hat uns alle sehr mitgenommen."