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Aldi-Erweiterung in Cronenberg
"Wir sind absolut dagegen"

Aldi-Erweiterung in Cronenberg: "Wir sind absolut dagegen"
Dirk Wallraf und Paul Yves Ramette sehen die Aldi-Erweiterung kritisch. Zu viel Grün- und Spielflächen würden dabei zerstört. FOTO: Beckmann
Wuppertal. Die Aldi-Erweiterung mitten im Cronenberger Zentrum ist heiß diskutiert. Die Grünen luden ein, sich vor Ort ein Bild zu machen. 

Hier und da ein Vogelzwitschern, leises Blätterrauschen und die Kirchturmuhr schlägt zweimal. Mitten im Cronenberger Zentrum gibt es noch diese ländliche Idylle, und zwar auf der städtischen Grünfläche und dem Spielplatz in Unterkirchen. Doch bald soll ein Teil davon dem Bagger zum Opfer fallen, denn der Discounter Aldi möchte seine Ladenfläche um 360 Quadratmeter vergrößern und daher müssen 1.200 Quadratmeter Spiel- und Grünfläche der Erweiterung weichen.

"Wir sind absolut dagegen", sagt Dirk Wallraf, Bezirksvertreter in Cronenberg von Bündnis 90/Die Grünen. Er hat zusammen mit dem Grünen Ratsherrn Paul Yves Ramette zum Ortstermin geladen. Ende Oktober kam das Bauvorhaben erstmals in der BV Cronenberg auf den Tisch, die Grünen haben es sofort abgelehnt, SPD und CDU haben noch Beratungsbedarf.

Warum soll eigentlich erweitert werden? Aldi Nord hat im letzten Jahr das Umbauprojekt ANIKo (Aldi Nord Instore Concept) ins Leben gerufen, alle rund 2.300 Aldi-Märkte werden nach und nach modernisiert, so auch die Filiale Unterkirchen. "Wir sind hier doch schon sehr gut versorgt, was den Einzelhandel angeht", erwähnt Dirk Wallraf. Und schließlich seien "unsere Kinder genauso wichtig." Der Spielplatz sei auch laut Stadt "stark frequentiert" und Freiflächen wie diese seien in Cronenberg rar gesät. Paul Yves Ramette fragt, warum man genau diese Grünfläche zur Erweiterung braucht. "Man kann ja auch noch in andere Richtungen gehen." 

Wieso nicht nach vorne, also auf dem jetzigen Parkplatz, erweitern und dann die Autos auf dem Dach parken lassen? Außerdem würden zusätzlich zu der Wiese auch mehrere ältere und wertvolle Bäume abgeholzt werden. Es gibt noch weitere Bedenken, denn schwierig wird auch die Andienung der Baustelle, weil es keine direkte Zufahrt für die Baufahrzeuge gibt. Diese müsste neu geschaffen werden, von der Straße Unterkirchen gegenüber der Hausnummer 50a quer über den anliegenden Bolzplatz. Der Baubeginn ist übrigens im 2. Quartal 2020 geplant. Doch noch wird beraten und am 28. November wird die Aldi-Erweiterung in der BV Cronenberg wieder auf dem Tisch liegen. 

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