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2. Handball-Bundesliga: Samstag gegen Ketsch
TVB ist Außenseiter im Spitzenspiel

2. Handball-Bundesliga: Samstag gegen Ketsch: TVB ist Außenseiter im Spitzenspiel
TVB-Trainer Martin Schwarzwald. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Am vergangenen Wochenende kassierte der Handball-Zweitligist TV Beyeröhde in Nürtingen die erste Saison-Niederlage. Der favorisierte TVB musste sich dem Tabellen-Dreizehnten mit 26:27 geschlagen geben. Eine vermeidbare Niederlage – oder die Folge einer verletzungsbedingt, dünnen Personaldecke? Trainer Martin Schwarzwald im Interview.

Wo stehen die "Handballgirls" vor dem Spitzenspiel am Samstag (1. Dezember 2018) um 18.45 Uhr in der Buschenburg gegen die Kurpfalz Bären?

Schwarzwald: "Ähnlich wie in Rödertal haben wir auch gegen Nürtingen im Tempospiel zu viele Bälle einfach weggeworfen. Das hat uns dort schon fast das Genick gebrochen. Außerdem haben wir in der Schlussviertelstunde das Zusammenspiel mit der gegnerischen Kreisläuferin nicht mehr in den Griff bekommen, obwohl wir das zuvor eigentlich ganz gut unterbunden haben. Aber es ärgert mich eher die schon erwähnte Angriffsleistung – das war teilweise Wildwest-Handball. Wwir müssen uns gegen Ketsch und auch eine Woche später in Waiblingen stark verbessern, um eine Chance zu haben. Sicherlich hat auch ein wenig die angespannte Personalsituation eine Rolle gespielt. Neben den vier Verletzten konnte auch Lisa Havel wegen einer Grippe nicht eingesetzt werden. Da waren es dann nur noch acht Feldspielerinnen."

War das ein kleiner Dämpfer zur richtigen Zeit?

Schwarzwald: "Für eine Niederlage gibt es, glaube ich, nie einen guten Zeitpunkt. Wir hätten die Punkte aus Nürtingen sehr gerne mitgenommen, um mit einem größeren Polster auf die Verfolger in die kommenden schweren Spiele zu gehen. Wir müssen uns aber eingestehen, dass es nur mit Kampf und einer Portion Glück zum richtigen Zeitpunkt nicht immer ausreicht. Nun haben wir für etwas die Quittung bekommen, was sich jetzt schon ein paar Wochen andeutet."

Am Samstag ist der verlustpunktfreie Spitzenreiter aus Ketsch zu Gast in der Buschenburg. Was macht die Kurpfalz Bären zurzeit so stark?

Schwarzwald: "Mit Ketsch erwartet uns sicher die bislang höchste Hürde. Die Mannschaft von Kate (Trainerin Katrin Schneider) marschiert bislang souverän durch die zweite Liga und verfügt über das mit Abstand beste Abwehr/Torhüter-Paket der Liga. Wenn es einer Mannschaft mal gelingt, die aggressive und offensive Deckung auszuspielen, wartet dahinter mit Sabine Stockhorst die beste Torhüterin der Liga. Das Team ist, bedingt durch die ganz wenigen Veränderungen der letzten Jahre, sehr eingespielt und völlig zu Recht an der Spitze."

Wie realistisch sind die Chancen gegen den Spitzenreiter?

Schwarzwald: "Wir müssen uns gegen Ketsch, aber auch in Waiblingen spielerisch enorm steigern, wenn wir eine Außenseiterchance haben wollen. Uns fehlen aktuell einfach zu viele Optionen und dadurch auch eine gesunde Struktur in unserem Spiel. Wenn unsere Vorbereitung greift, wir uns annähernd 60 Minuten taktisch diszipliniert daran halten und zusätzlich Ketsch nicht den besten Tag erwischt, sehe ich eine Chance, die Punkte in der Buschenburg zu halten. Vielleicht tut es uns aber mal ganz gut, nicht aus der Rolle des vermeintlichen Favoriten ins Spiel zu starten, und in puncto Motivation werde ich gegen den Tabellenführer sicher auch nicht viel investieren müssen."

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