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Handball-Bundesliga: 28:31 (15:18) bei den RN Löwen
Starker BHC schnuppert lange an Sensation

Handball-Bundesliga: 28:31 (15:18) bei den RN Löwen: Starker BHC schnuppert lange an Sensation
Der BHC stellte sich dem Topfavoriten engagiert entgegen. FOTO: foto2press / Oliver Zimmermann
Wuppertal / Solingen. Erwartungsgemäß ohne Punkte ist der Handball-Bundesligist Bergischer HC vom Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen abgereist. Das Team von Trainer Sebastian Hinze unterlag am Mittwochabend (17. Mai 2017) vor 5.273 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena mit 28:31 (15:18), zeigte aber eine imposante Leistung. Von Jörn Koldehoff

Hiobsbotschaft vor dem Anpfiff: Jan Artmann und der zuletzt überragende Arnor Gunnarsson standen nicht zur Verfügung, die grippalen Infekte hatten sie zu sehr geschwächt. Dennoch legte der BHC munter los. Nach sechs Minuten stand es bereits 4:4. Zwar gerieten die Gäste dann mit 4:7 (10.) in Rückstand, glichen durch drei Treffer in Serie aber wieder aus. Moritz Preuss verwandelte zum 7:7 (14.).

Der BHC blieb dran: Tomas Babak verkürzte artistisch auf 9:10 (17.), Torwart Björgvin Pall Gustavsson legte eine Parade nach der anderen aufs Parkett. Weil aber Bogdan Criciotoiu nicht ins Spiel kam, nahm Hinze nach 18 Minuten die erste Auszeit - und wechselte Fabian Gutbrod ein. Die individuelle Stärke und die Personalnot sorgtenrwieder für eine 14:9-Führung des Meisterschaftsfavoriten (23.). Vor allem Babak und Gustavsson hielten den Underdog in dieser Phase im Spiel.

Nach 25 Minuten kam der Iraner Pouya Norouzi in die Partie. Und er traf zwei Minuten später zum 13:15 und legte noch zwei Tore nach. Der BHC blieb dran. Mit einem ehrenwerten 15:18 ging es in die Kabinen. "Keine Frage: Der dezimierte BHC hat hier gegen das Beste, was die Bundesliga zu bieten hat, sehr gut mitgehalten. Die Schwächephase ab der 20. Minute hat das Team dabei nicht aus der Bahn geworfen. Etwas ärgerlich, dass der Gegenstoß kurz vor der Pause nicht den Ausgleich gebracht hat, sonst wäre das ein ganz enges Halbzeitresultat geworden", so Rundschau-Redakteur Roderich Trapp.

Starke Partie: Keeper Björgvin Pall Gustavsson. FOTO: BHC

Wer gedacht hatte, die Neckar-Löwen wurden gegen den ersatzgeschwächten Abstiegskandidaten nach dem Wechsel direkt davonziehen, sah sich getäuscht. Gerade einmal 20:19 führten die Gastgeber in der 35. Minute. Nils Artmann hatte den Anschluss hergestellt. Und es wurde noch unglaublicher: Babak erzielte das 20:20 für den dezimierten BHC, Uros Vilovski das 21:21 (40.). Es wurde ziemlich ruhig in der Arena.

Der mit zahlreichen Nationalspielern gespickte Titelanwärter zog das Tempo etwas an und warf ein 25:22 (44.) heraus. Doch wieder konterte der BHC: Christian Hoße machte per Aufsetzer das 25:25 (49.). Es blieb - entgegen aller Voraussagen - ungemein spannend: Moritz Preuss verkürzte auf 26:27 (52.). Gustavsson hielt daraufhin einen Siebenmeter. Doch der BHC konnte nun nicht mehr egalisieren. Stattdessen traf Nationalspieler Groetzki in Überzahl zum 28:26 (55.). Bei angezeigtem Zeitspiel scheiterten nacheinander Cricitoiu und Gutbrod (56.). Die Neckar-Löwen verwandelten eine Siebenmeter - die Vorentscheidung (57.).

Wegen des um einen Treffer schlechteren Torverhältnisses gegenüber Balingen-Weilstetten ist der BHC zwar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, durfte die Mannheimer Arena aber erhobenen Hauptes verlassen. Roderich Trapp: "Mit diesem Auftritt hat der BHC beste Werbung für das Spiel am Samstag gemacht. Jetzt muss die Uni-Halle gegen Wetzlar rappelvoll werden, das die Mannschaft absolut verdient. Die Stars der Löwen mussten hinterher wirklich richtig Gas geben, um das Spiel noch über die individuelle Klasse zu entscheiden. Aber die haben sie nun mal. Spielerisch war das aber in vieler Hinsicht absolut ermutigend. Eigentlich gemein, dass der BHC durch die mehr als beachtliche Niederlage mit nur drei Toren in der Tabelle hinter Balingen rutscht."

Am sechstletzten Spieltag empfängt der BHC am Samstag (20. Mai 2017) die HSG Wetzlar. Anpfiff in der Wuppertaler Uni-Halle ist um 19 Uhr.

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