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Mucke besucht Köse
Kick fürs Leben und boxender OB

Wuppertal. "Das muss ich mir mal anschauen", dachte sich Oberbürgermeister Andreas Mucke nach einem Gespräch mit Özkan Köse. Der dreifache Kickbox-Weltmeister leistet im Haus der Jugend an der Elberfelder Bergstraße ungewöhnliche sportliche Sozialarbeit. Von Joachim Macheroux

Seit acht Jahren macht der 40-jährige Ex-Weltmeister beim Kickbox-Training ehrenamtlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur körperlich fit, sondern bereitet sie mit viel Einfühlungsvermögen und Disziplin auch auf eine bessere Zukunft vor.

Manchmal mit durchschlagendem Erfolg – so wie bei Arber I. Zweieinhalb Jahre verbüßte er einen Jugendstrafe. Nach der Haft fand er durch den Sport wieder Halt, holte auf der Abendschule die Mittlere Reife nach und absolvierte erfolgreich eine Ausbildung als Elektroniker. Jetzt steht kurz vor der Meisterprüfung.

Auch für Lucas, mit acht Jahren schon Vollwaise, bereitet Özkan Köse als "lebensberatender" Kickboxtrainer erfolgreich den Weg in die Zukunft. Vor und nach dem Training nimmt er sich Zeit für seine Schützlinge. "Die Jungs erzählen mir alles, da kann man einfach nicht abschalten", bekräftigt der Coach.

Hemmschwellen beim Einstieg in die kostenlosen Trainingsstunden (dienstags ab 18.30 Uhr, freitags ab 19 Uhr und sonntags ab 16 Uhr) gibt es nicht. Das trifft auch auf Oberbürgermeister Mucke zu. "Er fand schnell Gefallen an dem lockeren Training und bat um ein Paar Boxhandschuhe", erinnert sich Köse. Am Sandsack bewies der OB dann mit Schlagkombinationen, dass er auch physische etwas drauf hat.

Fazit des Besuchs: Die Stadt wird die Arbeit von Özkan Köse mit ihren eingeschränkten Mitteln etwas besser unterstützen – auch zur Freude von Jutta Raschtuttis, der Leiterin des Hauses der Jugend an der Bergstraße.