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Fußball-Oberliga: FSV Vohwinkel
Bachs Akku für Herzensangelegenheit leer

Fußball-Oberliga: FSV Vohwinkel: Bachs Akku für Herzensangelegenheit leer
Marc Bach. FOTO: Dirk Freund
Wuppertal. Es blitzte und donnerte im Tal. Am Dienstagabend (11. April 2018) suchte das bisher heftigste Gewitter des Jahres die Stadt heim. In Vohwinkel vielleicht besonders laut: Denn passend zur Wetterlage vermeldete der FSV Vohwinkel, dass sein bisherige Cheftrainer Marc Bach, der die erste Mannschaft vor vier Jahren übernommen und in dieser Zeit aus der Bezirks- in die Oberliga geführt hatte, den Verein zum Saisonende verlassen möchte und um Vertragsauflösung gebeten hat. Ein echter Paukenschlag. Von Julian Schumacher

Nach reiflicher Überlegung und ausgiebiger Diskussion über Für und Wider trat Bach gemeinsam mit seinen beiden Co-Trainer Stefan Jäger und Marvin Schneider vor gut einer Woche am Ostermontag an den Vorstand heran. Feiertagsstimmung herrschte dabei nicht. "Es war eines der schwierigsten Gespräche, das ich in meinem Leben geführt habe", sagte Bach nun offen. Für den 40-Jährigen, der vor wenigen Jahren noch selbst aktiver Amateurfußballer war und dabei unter anderem für den Wuppertaler SV und den Cronenberger SC auflief, findet eine echte Herzensangelegenheit ein Ende.

Ein Faktor war dabei natürlich, dass seine Mannschaft zuletzt zehn Partien in Folge, und damit jedes einzelne Pflichtspiel in diesem Jahr, verloren hatte und aller Voraussicht nach absteigen wird. Ausschlaggebend sei die sportliche Situation zwar nicht gewesen, aber: "Wenn wir uns selber reflektieren, haben wir sicher als Trainerteam auch Fehler gemacht. Wir sind aber auch von der Mannschaft enttäuscht, den sportlich ist ein Abstieg unnötig."

Entscheidend waren allerdings die Rahmenbedingungen und die Perspektive. Bach, der hauptberuflich Vertriebsleiter in einem mittelständischen Wuppertaler Unternehmen ist, sei "ausgebrannt": "Ich bin an einem Punkt, da muss ich ehrlich sagen, der Akku für die Aufgabe ist einfach leer. Ich habe beim FSV ja nicht nur die Rolle des Trainers ausgefüllt, sondern auch noch viele andere Aufgaben im Verein übernommen." Und weiter: "Wenn ich weiter gemacht hätte, wäre ich künftig weder den Ansprüchen des Vereins, noch meinen eigenen gerecht geworden." Stattdessen sieht er den Verein auch ohne sein Trainerteam gut aufgestellt.

Eine Pause sei denkbar, doch wenn überhaupt, nur vorübergehend. Bereits am Mittwochabend (11. April)  trifft sich Bach mit den Verantwortlichen eines Oberligisten. Ob es was wird, sei völlig offen: "Klar ist, dass es uns nur im Dreierpack gibt - also mich, Stefan Jäger und Marvin Schneider. Und wir haben auch gewisse Ansprüche an die Rahmenbedingungen." Wenn alles passe, könne es aber ganz schnell gehen. Wenn nicht, sei das aber auch nicht schlimm. "Eine Pause wäre auch in Ordnung", so Bach schmunzelnd.

Leerlauf kann sich der FSV unterdessen nicht erlauben. Zügig gehen soll es. Pressesprecher Uwe Meurer, der noch einmal betonte, wie unvorbereitet die Entscheidung den Verein getroffen habe, hofft, dass womöglich bereits nächste Woche ein Nachfolger unter Vertrag genommen werden kann: "Es gibt drei Kandidaten mit denen Verhandlungen geführt wurden und werden. Wir sind ja jetzt gezwungen schnell zu handeln. Klar ist aber, dass wir durch den sportlichen Erfolg der letzten Jahre und die Grundlagen, die Marc Bach gelegt hat, auch gewisse Ansprüche haben."

Das schöne an Gewittern indes: Sie sind zwar oft heftig, in der Regel aber nur von kurzer Dauer. Beide Seiten können auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Und irgendwann sei der Weg zurück zum FSV denkbar. Zumindest für Bach ist das "nie ausgeschlossen." Vorerst aber trennen sich die Wege.