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29 Kilometer Korkenziehertrasse & Co.
Schwebende Fahrräder und die schönste Abfahrt

29 Kilometer Korkenziehertrasse & Co.: Schwebende Fahrräder und die schönste Abfahrt
Rundschau-Redaktionsleiter Roderich Trapp fuhr von Wuppertal bis Wermelskirchen und traf auf außergewöhnliche Rasenmäher, einmalige Transportmittel und wunderbare Einsamkeit. FOTO: Max Höllwarth
Wuppertal / Solingen / Wermelskirchen. Solingen und Wuppertal spielen zusammen Bundesliga-Handball und haben jetzt sogar eine perfekte Fahrrad-Verbindung. Steigen Sie auf und fahren Sie mit mir vom Ende der Nordbahntrasse zur Korkenziehertrasse, die sich längs durch die Nachbarstadt schlängelt.

Am alten Bahnhof Wichlinghausen, auf dem sogenannten Bergischen Plateau, steht die größte Parkouranlage Deutschlands. Unter freiem Himmel springen und klettern die Parkour-Sportler von Hindernis zu Hindernis.

Kleiner Schlenker von der Korkenziehertrasse aus nach links und schon steht auf dem idyllischen Marktplatz von Gräfrath. FOTO: Rundschau

Mehr als nur ein lästiges Verbindungsstück: Wer vom Ende der Nordbahntrasse am Vohwinkeler Homanndamm zum nächsten Trassen-Leckerbissen in Solingen weiterfahren will, kann das fast ohne  lästige Meter auf Straßen tun. Stattdessen geht es vorbei an der Schwebebahn-Endhaltestelle auf langen Radweg-Geraden über das noch eher dünn mit Firmen besetzte Gewerbe-Areal "VohRang" und durch lauschige Wald-Pisten. Fahren Sie mit mir den Weg im Zeitraffer und verpassen Sie keine Abzweigung! Vor dem Westring gibt's für alle, die andere Ziele haben, auch noch die Möglichkeit, rechts Richtung Aprath und Niederbergbahn abzubiegen.

Kulinarische Pause im historischen Gräfrath

Nur 300 Kopfsteinpflaster-Meter von der Korkenziehertrasse entfernt lockt der vielleicht schönste dörfliche Pausen-Platz im Bergischen Land: Der historische Markt in Gräfrath bietet mit seinen verschieferten Fachwerkhäusern eine ungetrübte Postkarten-Kulisse und reichlich Gastro-Auswahl, die vor allem im Sommer mit wunderbaren Außenplätzen punktet.

Korkenziehertrasse: Urbane Vibes und natürliche Idylle

Die gewundene Trasse längs durch Solingen bietet erst wunderbare Blicke in die Landschaft und dann eine Mischung aus urbanen Vibes und Stadt-Idylle.

Wer sie bis ganz zum Ende fährt, landet im Südpark mit viel Kunst-und Alternativ-Flair sowie dem empfehlenswerten Plagiarius-Museum, das Originalprodukte und deren dreiste Kopien vorführt.

Der Aussichtspunkt Theegarten bietet ein beeindruckenden Panoramablick über Remscheid, Solingen und Wuppertal. Was man wo sieht, beschreiben die Erklärtafeln. FOTO: Bettina Osswald

Auf der Rundschau-Radrunde biegen wir aber schon vorher nach rund neun Korkenzieher-Trassenkilometern links ab Richtung Müngsten. Damit sie auf dem etwas verschachtelten Weg nicht verloren gehen, bin ich auch das nächste wichtige Verbindungsstück der Radrunde für Sie "live"  mit der Zeitraffer-Kamera abgefahren. Es führt durch die kleine Parkanlage Wupperstraße und eine Talsenke hinauf zum Aussichtspunkt Theegarten. Der Anstieg dorthin ist kurz, aber knackig, ein paar Meter Schieben ist für Nicht-E-Biker hier keine Schande. Die Mühe lohnt sich aber absolut!

Der Aussichtspunkt bietet einen tollen Drei-Städte-Rundumblick über Wuppertal, Remscheid und Solingen inklusive Erklärtafeln, die das Panorama beschreiben.

Kurbeln statt strampeln: Auf der Schwebefähre sind die Armmuskeln gefragt. FOTO: Holger Piwowar

Und noch ein Sahnehäubchen wartet hier oben. Oder besser ein ausgewachsenes Sahnestück: die vom Theegarten aus startende Abfahrt auf der ehemaligen Bergbahntrasse. Sie führt gut zwei Kilometer sanft bergab durch eine wunderbare Wald- und Felsenlandschaft hoch über der Wupper und endet unmittelbar vor dem Brückenpark Müngsten auf dem Radweg an der B229. Da runter fahren ist wie eine Genussabfahrt im Skiurlaub, nur ohne Schnee. Das für Sie im Video festzuhalten, ohne dabei einem einzigen Menschen zu begegnen, war ein echtes Highlight im Arbeitsleben. Diese Bergbahntrasse hat übrigens nicht mit der legendären Barmer Bergbahn zu tun. Es handelt sich vielmehr um einen Teil der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Ronsdorf nach Solingen.

Durch den Brückenpark Müngsten zur Schwebefähre

Weiter geht's quer durch den spektakulären Brückenpark, an dessen Ende Mensch und Rad mit der Schwebefähre auf die andere Wupperseite wechseln. Die mit Muskelkraft betriebene "fliegende Draisine" ans gegenüber liegende Ufer zu kurbeln geht ganz schön in die Arme. Umso entspannter fährt es sich danach auf dem wunderschönen Weg entlang der Wupper bis Schloss Burg.

Mit dem Fahrrad in den Sessellift

Am Ende des Weges wartet in Unterburg schon das nächste Transport-Unikum auf Fahrgäste: Die Seilbahn hinauf zum Wahrzeichen des Bergischen Landes nimmt seit 2012 auch Fahrräder mit! Ihr Chef Stefan Irlenbusch erzählt uns im Interview mehr darüber und über seinen  Familienbetrieb, zu dessen Belegschaft auch zwei Ziegen zählen. Hören Sie zu und steigen Sie dann mit mir ein! Zum Video in die Karte klicken!

Nachdem er uns bergauf befördert hat, ist der restliche ausgeschilderte Weg nach Wermelskirchen zur Balkantrasse (samt dem schönen Aussichtspunkt Hummelsburg) ein Klacks. Schließlich spart man dank des Sessellifts locker knapp 100 Höhenmeter …

Die Rundschau-Radrunde